Vettel - Formel 1 - GP China - 13. April 2012 xpb
Glock - Formel 1 - GP China - 13. April 2012
McLaren - Formel 1 - GP China - 13. April 2012
Hamilton - Formel 1 - GP China - 13. April 2012
Mercedes - Formel 1 - GP China - 13. April 2012
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Shanghai Trainingsanalyse

Red Bull und McLaren in Favoritenrolle

Die Freitagszeiten sind meistens ein Indikator für das Rennen. Demnach läuft alles auf ein Duell McLaren gegen Red Bull hinaus. Mercedes ist bis jetzt nur auf eine Runde schnell. Lotus überlegt, sein Aero-Paket zurückzubauen. Sebastian Vettel weiß noch nicht, welche Auspuffvariante er wählen soll. Und Sauber könnte wieder für eine Überraschung sorgen.

Die Dauerläufe sind die harte Währung am Freitag. Sie lassen meistens erahnen, was am Sonntag passiert. Wenn der Freitag ein Indikator für Sonntag ist, dann läuft alles auf ein Duell McLaren gegen Red Bull hinaus. Die Longruns von Jenson Button und Lewis Hamilton pendelten zwischen tiefen 1.43er und hohen 1.42er Zeiten. Das neue Aerodynamikpaket mit Frontflügel, Heckflügel und Unterboden funktioniert offenbar.

Red Bull schlagfertig

Nur Red Bull war in der Lage, die McLaren-Zeiten anzugreifen. Mark Webber lag auf dem Niveau von Button und Hamilton. Sebastian Vettel hinkte ein paar Zehntel hinterher. Sollte der Deutsche mit einer ähnlichen Benzinmenge gefahren sein wie sein australischer Kollege, dann wäre das ein Fingerzeig dafür, dass der modifizierte neue Auspuff von Webber besser funktioniert als die Uralt-Version von Vettel.

Baut der Weltmeister deshalb für Samstag auf das neue Paket zurück? "Mal sehen. Wir müssen erst die Daten studieren", meinte Vettel kurz nach dem Training. Inzwischen ist man etwas schlauer. Teamchef Christian Horner verrät: "Sebastian behält möglicherweise sein Auspuffkonzept, weil er sich damit wohler fühlt. Für seinen Fahrstil scheint das alte Paket besser. Sollten wir im Rennen zweigleisig fahren, würden wir mehr Daten sammeln und könnten dann schauen, was wir für Seb mit dem neuen Auspuff tun können. Unter dem Strich hat die neue Lösung mehr Potenzial."

Ferrari zu langsam

Malaysia-Sieger Fernando Alonso lag im Schnitt sieben Zehntel hinter McLaren und Red Bull. Der Spanier hat nicht mehr erwartet: "Es wird ein Kampf, in die Top-Ten zu kommen. Die Änderungen sind zu gering, als dass es einen großen Unterschied ausmachen könnte." Der Ferrari F2012 war mit neuen Bremsbelüftungen vorne und einem leicht modifizierten Heckflügel bestückt. Sauber könnte wie vor drei Wochen wieder die große Überrschung abgeben. Kamui Kobayashi war auf Vettel-Niveau unterwegs. Teamkollege Sergio Perez hatte mit der Abstimmung verzockt.

Force India hat im Mittelfeld einen Sprung gemacht. Offenbar zahlen sich die Retuschen am Heckflügel und am Unterboden aus. Der Dauerlauf war schon fast auf Augenhöhe mit Sauber. Das ist inzwischen ein Kompliment. Nico Hülkenberg hielt den Daumen hoch: "Alles positiv. Ich habe ein gutes Gefühl. Wenn es am Sonntag wärmer wird, könnte das die Erkenntnisse von heute aber über den Haufen werfen. Aber das gilt für alle. Da muss man das beste aus der Situation machen."

Mercedes nur auf eine Runde schnell

Bei Mercedes setzte sich das Bild der ersten zwei Rennen fort. Auf eine Runde brillant, im Dauerlauf zu langsam für einen Podestplatz. Weder Michael Schumacher noch Nico Rosberg kamen auf die Alonso-Zeiten. Dabei scheint diesmal tatsächlich der linke Vorderreifen das schwache Glied in der Kette zu sein. Mercedes erhoffte sich davon einen Vorteil. Es ist normalerweise einfacher die Vorderreifen am Leben zu halten als die hinteren Sohlen.

Lotus grübelt über Update

Für Lotus brachte der erste Trainingstag die bittere Erkenntnis, dass die große Ausbaustufe eher ein Rück- statt ein Fortschritt war. Zumindest für eine Strecke wie Shanghai. Die Rundenzeiten lagen zwar im Schnitt drei Sekunden unter denen der Konkurrenz, doch man darf aufgrund der großen Differenz davon ausgehen, dass die schwarzen Autos mit weniger Benzin unterwegs waren.

Im Moment wird diskutiert, dass am Samstag wieder die alte Aerodynamikkonfiguration zum Einsatz kommt. Es sei denn, die Ingenieure und Fahrer kommen zur Einsicht, dass ausschließlich die kalten Temperaturen schuld am Untersteuern waren. Da das Wetter besser werden soll, könnte sich dieses Problem von selbst lösen. Genauso wie das Körnen der Vorderreifen bei Mercedes. Das ist immer dann besonders schlimm, wenn die Asphalttemperaturen niedrig sind.

In unserer Bildergalerie haben wir noch einmal die Fotos vom Freitag.

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