Sebastian Vettel - Aston Martin - GP Imola 2021 xpb
Aston Martin AMR21 - Formel 1 - Präsentation - 2021
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Aston Martin AMR21 - Formel 1 - Präsentation - 2021 31 Bilder

Aston Martin vs. FIA: Streit nicht beigelet

Aston Martin vs. FIA Aston Martin droht weiter

Der Streit um die Regeländerungen für 2021 zwischen Aston Martin und der FIA schwelt weiter. Jetzt mischt sich hinter den Kulissen auch noch Mercedes ein. Aston Martin-Chef Lawrence Stroll zieht das ganze Register.

Der Streit zwischen Aston Martin und der FIA hat sich nur kurz abgekühlt. In Imola lenkte Teamchef Otmar Szafnauer scheinbar ein. Man habe sich bei der FIA nur vergewissern wollen, ob bei dem Regelfindungsprozess alles korrekt abgelaufen sei, antwortete der Amerikaner auf Fragen, ob Aston Martin gegen den Weltverband vorgehen wolle. Das hörte sich nach einem Friedensangebot an. Mitnichten.

In Portimao drangen aus dem Fahrerlager ganz andere Geschichten. Nämlich, dass Aston Martin weiter behauptet, dass die Regeländerungen zur Abrüstung der Autos ihr Fahrzeugkonzept benachteiligen. Namentlich Autos mit geringer Anstellung wie den Mercedes W12 und den Aston Martin AMR21. Die Einschnitte am Boden, im Diffusor und an den Bremsbelüftungen sollen diesen Autos mehr Abtrieb kosten als denen, die hinten höher liegen.

Regeln selbst sind unanfechtbar. Aston Martin kann sich also nur darauf berufen, dass der Regelfindungsprozess der FIA nicht dem geforderten Procedere entsprach. Laut dem Rennstall gab es in der Technik-Kommission drei Gegenstimmen, die nach dem derzeitigen Abstimmungsverfahren ausgereicht hätten, die Korrekturen an den Regeln, die im August nachgeschoben wurden, zu verhindern.

Lance Stroll - Aston Martin - GP Portugal - Portimao - 1. Mai 2021
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In Portimao gab es eine Nullnummer für Aston Martin. Nun versuchen die Team-Verantwortlichen wenigstens neben der Strecke erfolgreich zu sein.

Das spricht gegen Absicht

Die beiden anderen Stimmen sollen angeblich von Mercedes und McLaren gekommen sein. Bei McLaren will man davon aber nichts wissen. Es hätte sowieso nichts genützt. Die FIA kann die Regel jederzeit mit dem Verweis auf die Sicherheit durchdrücken. Es geht darum die Pirelli-Reifen zu schützen. Dieses Grundprinzip wurde bereits im Mai im Rahmen des großen Rettungspakets einstimmig beschlossen.

Es wird Aston Martin schwerfallen, dem Verband irgendwelche Absichten zu unterstellen. Hätte es welche gegeben, hätten das ja auch die Ingenieure von den Teams gemerkt. Schwer vorstellbar, dass sich Mercedes nicht gegen etwas gewehrt hätte, das sie klar benachteiligen würde.

Genauso wenig glaubwürdig ist, dass die Techniker der FIA in der Lage sind, in dieser hochkomplexen Angelegenheit einen Zusammenhang zwischen Maßnahme und Wirkung herzustellen. Sie hätten schon Windkanalversuche mit Autos mit geringer und starker Anstellung durchführen müssen, um überhaupt zu verstehen, ob das eine oder andere Konzept darunter mehr leidet.

Lawrence Stroll - Aston Martin - GP Portugal 2021
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Teambesitzer Lawrence Stroll will es nicht hinnehmen, dass Aston Martin ins hintere Mittelfeld abgerutscht ist.

Erst Amtshilfe von Mercedes, dann Rechtsstreit?

Der Fahrerlagerfunk meldet jedenfalls, dass Teambesitzer Lawrence Stroll den Druck erhöht. Der Kanadier soll jetzt seinen Geschäftsfreund Toto Wolff um Amtshilfe gebeten haben. Der soll mit der Power von Mercedes den Weltverband dazu bewegen, die nachgeschobenen Regeländerungen zurückzunehmen.

Dumm nur, dass Mercedes aktuell ein Siegerauto hat, wie man gerade erst in Portugal gesehen hat. Da wird es schwer fallen zu argumentieren, dass Autos, die hinten tief fahren, einen Nachteil haben. Der Aston Martin hat offensichtlich noch ein paar andere Defizite als nur den kolportierten Nachteil des Fahrzeugkonzepts.

Es ist auch gar nicht garantiert, dass eine nachträgliche Abstimmung die erforderliche Mehrheit bringt. Die Mercedes-Teams Williams und McLaren zum Beispiel müssten gegen ihre eigenen Interessen stimmen, wenn sie ihrem Motorenpartner einen Gefallen tun wollten.

Wird die Angelegenheit nicht zu seiner Zufriedenheit gelöst, soll Stroll weiterhin einen Gerichtsstreit in Betracht ziehen. Auch er steht unter Druck. Die Investoren, die er ins Aston-Martin-Boot gezogen hat, müssen fürchten, dass der Plan nicht aufgeht. Erfolg auf der Rennstrecke sollte der Marke mehr Glanz verschaffen und mehr Autos verkaufen. Die Nullrunde von Portimao hat die Gemüter sicher nicht beruhigt.

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