Boxengasse - Formel 1 - GP Brasilien - Sao Paulo - Donnerstag - 11.11.2021 Motorsport Images
Alfa Romeo - Formel 1 - GP Brasilien - Sao Paulo - Donnerstag - 11.11.2021
McLaren - Formel 1 - GP Brasilien - Sao Paulo - Donnerstag - 11.11.2021
McLaren - Formel 1 - GP Brasilien - Sao Paulo - Donnerstag - 11.11.2021
McLaren - Formel 1 - GP Brasilien - Sao Paulo - Donnerstag - 11.11.2021 38 Bilder

Aufbau-Stress vor Brasilien-GP: Hohe Frachtkosten

Aufbau-Stress vor Brasilien-GP Transport-Kosten von fast halber Million

Die Formel 1 hat den Supergau noch abgewendet. Am Donnerstag trafen in Sao Paulo die letzten Frachtcontainer ein. Trotzdem waren die betroffenen Teams unglücklich. Man bezahle viel, und müsse nun eine eine Nachtschicht einlegen. Der Transport kostet fast eine halbe Million US-Dollar.

Die Saison neigt sich dem Ende zu, doch der Puls schießt noch einmal in die Höhe. Das liegt nicht allein am spannenden WM-Kampf oder den beiden letzten Grand-Prix-Strecken in dünner Luft. Mexiko-Stadt liegt rund 2.300 Meter über dem Meeresspiegel, Sao Paulo rund 800 Meter. Sondern auch am Reisestress, der ohnehin schon groß ist, den Probleme mit der Fracht allerdings noch einmal größer ausfallen lassen.

Bei Ferrari, McLaren, Haas und Alfa Romeo waren die Garagen bis Donnerstag-Mittag leer. Keine Autos, keine Motoren. Die anderen Teams hatten wenigstens die Autos da, wenn auch bei allen die Power Unit fehlte, und bei Red Bull beispielsweise auch die Werkzeugkästen, um die beiden RB16B überhaupt zusammenzuschrauben. Da bringen dann die Chassis nichts.

Red Bull - Formel 1 - GP Brasilien - Sao Paulo - Donnerstag - 11.11.2021
xpb
Das Auto war da, doch es fehlten die Werkzeuge. Red Bulls Mechaniker begannen mit dem Zusammenbau erst am Donnerstag-Nachmittag.

Alfa hat Auto und Motor um 14 Uhr

Die Fracht aus Mexiko kam mit Verspätung an. Erst bremste Nebel am Abflugort die sechs Cargo-Maschinen am Dienstag-Vormittag aus. Dann kam das Gesetz in die Quere. Die Fracht-Crews hatten beim Zwischenstopp in Miami ihre Maximal-Arbeitszeit ausgereizt. Der Zwischenstopp wurde notwendig, weil die Flieger in Mexiko-Stadt aufgrund der Höhenlage nicht voll aufgetankt werden konnten. Ansonsten wären sie nicht vom Boden gekommen. Offenbar gab es auch Probleme, überhaupt an Treibstoff zu kommen. Da gibt es in Mexiko derzeit wohl Engpässe.

Bei McLaren trudelte die Fracht am Donnerstag gegen 10:45 Uhr an der Rennstrecke ein. Nacheinander rollten Transporter über die Zielgerade. Bei Alfa Romeo dauerte es bis 14 Uhr, bis die Autos und die Ferrari-Motoren endlich in der Garage waren. Bis dahin standen sich die Mechaniker die Füße in den Bauch. Vom C41 waren zuvor nur die Felgen da. Die waren bereits am Dienstag an der Rennstrecke angekommen. Zusammen mit einem Teil des Equipments für die Garagen und die Boxenstopps.

Auf die Teams wartet eine Nachtschicht oder zumindest ein langer Abend. McLaren-Teamchef Andreas Seidl hat die Hoffnung. "Wir müssen ranklotzen. Vielleicht schaffen wir es bis Mitternacht." Damit die Mechaniker wenigstens ein paar Stunden schlafen können. Fest steht schon jetzt: Ein ohnehin schon anstrengender Triple-Header am Ende der Saison ist durch das Cargo-Chaos noch anstrengender geworden.

Was wäre der späteste Zeitpunkt gewesen, an dem die Autos da sein müssen? "Wenn es abends geworden wäre, hätten wir es auch noch geschafft. Aber natürlich unter mehr Stress." Laut Mercedes dauert es rund 60 Mannstunden, bis die Rennwagen aufgebaut sind. Vorausgesetzt, der Ablauf ist wie gewohnt. Fünf Mechaniker kümmern sich um jedes Auto. Dazu kommen noch weitere, die für den Zusammenbau des Motors, das Benzin, die Reifen und die Verbundwerkstoffe zuständig sind. Also eine Horde an Mechanikern mit flinken wie geübten Händen.

Je später man beginnt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sich beim Aufbau auch mal ein Fehler einschleicht. Das erhöht schon mal den Spannungsfaktor für den komprimierten Freitag mit einer Stunde Training und Qualifikation. Zumal es auch noch regnen könnte.

McLaren - Formel 1 - GP Brasilien - Sao Paulo - Donnerstag - 11.11.2021
ams
Endlich kommen die Trucks: Bei McLaren war es um 10:45 Uhr Ortszeit soweit.

26-28 Tonnen pro Team auf Achse

Mit dem Triple-Header an sich hat das Fracht-Chaos nichts zu tun. Das hätte auch bei zwei aufeinanderfolgenden Grand Prix passieren können, wenn die Container wegen des Wetters feststecken. Das könnte man Pech nennen. In 99,9999 Prozent der Fälle ging es bisher gut, jetzt halbwegs schief, ohne im Supergau zu enden.

Die Mechaniker müssen die Suppe auslöffeln. Bei Red Bull stöhnt man deshalb, weil die Kosten so hoch sind, der Service in diesem Fall aber nicht geklappt hat. Das ist auch von anderen Seiten zu hören. Von einem Mittelfeld-Team heißt es: "Hätten sie mehr Piloten engagiert. Die sind um jeden Flug froh in Corona-Zeiten."

Jedes Team verfrachtete um die 26 bis 28 Tonnen von Mexiko nach Brasilien. 11.500 Kilogramm sind davon frei. Jedes Kilo kostet sie ansonsten 30 Dollar. Macht unterm Strich eine Summe von fast einer halben Million Dollar. Da darf man auch mal fluchen, auch wenn den Formel 1-Organisatoren in diesem Fall höhere Gewalt dazwischen grätschte. Haas-Teamchef Guenther Steiner: "Die FOM wird sich das anschauen. Aus diesem Fall wird man seine Rückschlüsse ziehen, um beim nächsten Mal besser gewappnet zu sein."

Die Regeln für die übliche Sperrstunde sind übrigens außer Kraft gesetzt. Für die technische Abnahme haben die Teams zudem bis drei Stunden vor Anpfiff des ersten Trainings Zeit, der FIA alle Dokumente zukommen zu lassen. Das erste Training startet um 12:30 Uhr Ortszeit in Sao Paulo (16:30 Uhr Deutschland).

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