Aufruhr gegen Red Bull

Foto: Daniel Reinhard

Drei Teams sind unzufrieden mit der aktuellen Kundenauto-Regelung. Williams, Spyker und Super Aguri ist der Plan des Toro Rosso-Teams ein Dorn im Auge, 2007 weitgehend identische Chassis wie Red Bull Racing einzusetzen.

Laut der britischen "Autosport" ist nicht ausgeschlossen, dass die unzufriedene Fraktion rechtliche Schritte einleitet. "Das gleiche Auto nur mit anderen Aufklebern einzusetzen ist ein Unding und entspricht nicht den Regeln", beschwert sich Frank Williams. Der Engländer befürchtet, dass ihm das Toro Rosso-Team ernsthaft in die Quere kommen könnte, wenn es 2007 nahezu die gleichen von Adrian Newey gezeichneten Autos wie Red Bull-Racing einsetzt. Williams plädiert dafür, dass allenfalls ein Jahr alte Chassis als Kundenautos verwendet werden dürften.

Erst in Japan hatten die Teamchefs zum Thema Kundenautos getagt und eine Änderung des zwei Jahrzehnte alten Concorde-Abkommens verworfen. Danach ist der Einsatz von bei anderen Teams gekauften Chassis weiterhin verboten.

Frank Williams: "Ein Auge darauf haben"

Mit der Gründung einer übergeordneten Holding, zu der sowohl Red Bull Racing als auch Toro Rosso gehören, will Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz den Paragraphen aushebeln. Das Red Bull-Argument: Geistiger Eigentümer der Chassis-Konstruktion ist die Holding, die beiden Tochterfirmen diese Technik zur Verfügung stellen kann.

"Ich denke, wenn wir eine Regel haben, sollte bitte jemand ein Auge darauf haben. Wenn nicht, muss man bereit sein, die Konsequenzen zu tragen", sagt Frank Williams. Ob sein Team zusammen mit Spyker und Super Aguri rechtlich gegen Red Bull vorgehen wird, lässt Williams offen. "Ich kann dazu nichts sagen."

Zweistellige Millionen-Summe

Abgesehen von Wettbewerbsvorteilen für einige Teams ist die umstrittene Kundenauto-Regelung vor allem eine Geldfrage. Super Aguri-Chef Aguri Suzuki wollte 2007 mit ausrangierten Honda-Chassis an den Start gehen, doch das ist ihm nun untersagt. "Dann bauen wir eben unser eigenes Chassis", sagte Suzuki trotzig. Die Entwicklung wird ihn eine ordentliche zweistellige Millionensumme kosten.

Ende 2007 läuft das Concorde-Abkommen aus. Um die Kosten in der Formel 1 weiter zu senken, soll der Kauf von Kundenautos ab 2008 erlaubt sein. Suzuki hat mit Honda bereits vereinbart, dass er 2008 Werks-Material erhält.

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