Auslaufmodell Montoya

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Juan Pablo Montoya steht bei McLaren-Mercedes im Abseits. Nur eine Leistungsexplosion kann den Kolumbianer noch retten. Alternativen im Fahrerlager gibt es für den impulsiven Südamerikaner kaum.

Langsam realisiert Juan Pablo Montoya, dass seine Zeit abgelaufen ist. Der sonst gern aufmüpfige und offene Südamerikaner gibt sich seit einigen Wochen betont handzahm. "Stimmung toll, Team toll, Aufwärtstrend toll", mehr war dem Mann aus Bogota in Silverstone nicht zu entlocken.

Es ist der letzte Versuch, seinen Arbeitsplatz bei McLaren zu retten. Dabei ist der Zug wahrscheinlich längst abgefahren. "Nur eine Siegesserie kann ihn noch retten", verrät ein Teammitglied. Eine unbotmäßige Forderung, denn selbst der stärkere Kimi Räikkönen ist nicht in der Lage, mit dem MP4-21 zu gewinnen.

Ron Dennis hat die Qual der Wahl

Teamchef Ron Dennis steckt in der Klemme. Er hat eine Handvoll ausgezeichneter Fahrer, aber nur zwei Plätze. Das erste Cockpit bekommt Alonso, um das zweite bewerben sich Montoya, Pedro de la Rosa, Gary Paffett und Lewis Hamilton. De la Rosa dürfte allenfalls noch 2006 zum Einsatz kommen, falls Montoya zu sehr über die Stränge schlägt.

Gary Paffett will 2007 Rennen fahren, ebenso wie GP2-Überflieger Lewis Hamilton. Der junge Brite weiß, dass ihn jeder Teamchef gern verpflichten würde. "Dass er bereit ist für den Job, wissen wir. Wir haben ihn zehn Jahre aufgebaut", sagt McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh und liefert sogar die provokante Prognose: "Möglicherweise gewinnt Hamilton eher einen Grand Prix als Button."

Jean Todt: "Ich würde zuschlagen"

Ron Dennis hat kaum eine Wahl: Wenn er Hamilton hinhält, kann dieser sich seinen Arbeitgeber aussuchen. "Wenn ich Ron wäre, würde ich zuschlagen", sagt Ferrari-Teamchef Jean Todt. Um ihn zu halten, muss Dennis Hamilton eine unmittelbare Formel 1-Zukunft bieten. Mit jedem Rennen, dass der Youngster in der GP2 gewinnt, sinkt die Chance, dass er sich mit einem Testfahrervertrag für 2007 abspeisen lässt.

Für Montoya wird die Luft dagegen immer dünner. Red Bull-Berater Gerhard Berger hat schon signalisiert: "Kein Interesse". Renault-Teamchef Flavio Briatore sucht zwar einen Alonso-Ersatz, doch ein Montoya-Fan ist der Italiener nicht. Die verbreitetste Meinung im Fahrerlager spricht Frank Williams aus: "Juan ist ein großartiger Racer, aber er steht sich selbst im Weg."

Trotz der Kritik ist die Heimkehr zu Williams noch die größte Hoffnung für den Kolumbianer. Williams ist knapp bei Kasse und könnte Briatore-Schützling Mark Webber an Renault verlieren. Montoya müsste mangels Alternativen für wenig Geld antreten. Frank Williams hätte einen billigen Fahrer von der Sorte, die ihm immer am liebsten war: Ein furchtloser Kämpfer auf der Strecke.

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