Force India-Aussprache mit Fahrern

Video-Studium mit Perez und Ocon

Esteban Ocon - Sergio Perez - Force India - F1 Foto: xpb 33 Bilder

Die Kollision zwischen Sergio Perez und Esteban Ocon in Baku hatte ein Nachspiel. Force India zitierte seine Fahrer in die Fabrik und analysierte mit ihnen Video-Aufnahmen vom Crash. Die wissen jetzt, wie die Überholregeln aussehen.

Force India hat ein Luxusproblem: zwei Fahrer auf höchstem Niveau. Sergio Perez ist drauf und dran, den Top-Piloten den Rang streitig zu machen. Und Esteban Ocon steht schon nach der halben Saison dort, wo ihn das Team erst am Ende der Saison erwartet hat. Die Konsequenz ist, dass beide Piloten immer öfter um das gleiche Stück Straße kämpfen. Das nahm in Montreal seinen Anfang und endete in Baku mit einer Kollision.

Optimistisch gerechnet hätten die Force India-Piloten beim GP Aserbaidschan auf den Plätzen 2 und 3 landen können. Im schlechtesten Fall auf den Rängen 3 und 5. Das wären 33 respektive 25 Punkte gewesen. Am Ende betrieb Esteban Ocon mit Platz 6 und 8 Punkten Schadensbegrenzung. Perez musste wegen den Unfallfolgen später aufgeben.

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Es passierte in der 20. Runde. Nach dem zweiten Re-Start gingen Perez und Ocon in Kurve 2 in den Clinch. Ocon innen, Perez außen. Vorausgegangen war ein Rempler von Perez ausgangs Kurve 1. Das legte die Lunte. In der zweiten 90-Grad-Kurve ließ sich Ocon ein bisschen zu weit nach außen treiben. So ging Perez der Platz aus.

Der Mexikaner wollte natürlich auch nicht nachgeben. Perez spürt, dass der Teamkollege immer schneller wird. Als Alphatier gibt er sein Revier nicht freiwillig preis. Deshalb lehnte er in Montreal auch die Bitte ab, den Stallrivalen mal probeweise vorbeizulassen. Wer weiß schon, was dabei am Ende bei rauskommt?

Zu hart verteidigt, zu wenig Platz gelassen

Force India zitierte seine beiden Fahrer in der Woche nach dem GP Aserbaidschan in die Fabrik. „Wir haben mit ihnen noch einmal die Fakten durchgesprochen und ihnen das Video der entscheidenden Szene vorgespielt. Dabei kam zur Sprache, was akzeptabel ist und was nicht. Bei den Dingen, die zu weit gingen, haben wir ihnen gesagt: Tut es nicht wieder“, erzählt Sportdirektor Otmar Szafnauer.

Sergio Perez - GP Kanada 2017 Foto: sutton-images.com
Perez und Ocon liefern sich ein enges und heißes Teamduell.

Nicht akzeptabel waren aus Sicht des Teams zwei Dinge. Perez hatte sich auf der Geraden zwischen Kurve 1 und 2 zu hart verteidigt. Bereits dabei kam es zum Kontakt mit den Rädern. Szafnauer blickt zurück auf das Rennen in Montreal: „Auch da hat Checo seine Position behauptet. Hart, aber vertretbar. Wenn sein Gegner nicht Ocon gewesen wäre, wären wir happy gewesen.“

Ocon wurde vorgeworfen, dass er ausgangs Kurve 2 zu stark in die Spur seines Teamkollegen gezogen ist: „Checo ging der Platz aus. Esteban hätte ihn überleben lassen müssen.“ Die Haltung des Teams ist bei seinen teuersten Angestellten angekommen. „Wenn du vernünftigen Menschen die gleiche Information gibst, dann verstehen sie es auch“, schloss Szafnauer das Kapitel.

Ocon hat den Blick für die Details

Trotz der Aufreger bei den letzten beiden Rennen überwiegt bei Force India das Gefühl, mit Ocon den goldenen Griff gemacht zu haben. „Es hat sich ausgezahlt, dass wir letztes Jahr alle Kandidaten genau analysiert haben. Ocon erfüllt alle Erwartungen.“ Auch der Franzose ist happy: „Ich komme immer besser in Schuss. Obwohl die Trainingsrunde nicht perfekt war und ich drei Mal die Mauern getroffen habe, konnte ich mich in Baku so gut qualifizieren wie noch nie zuvor. Und Baku war von allen neuen Strecken die schwierigste.“

Ocon sieht den Schlüssel zu seinen Fortschritten darin, dass er jede neue Information aufsaugt wie ein Schwamm: „Ich bin oft in der Fabrik, fahre viel Simulator, rede mit den Ingenieuren, versuche alles zu verstehen, was bei den Briefings besprochen wird. Unser Auto wird jedes Wochenende besser. Je näher ich ans Limit komme, je wohler ich mich im Auto fühlen, umso wichtiger werden die Details.“

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