Neue Kerbs in Austin

Reicht der Verstappen-Blocker?

Impressionen - Formel 1 - GP USA - Austin  - 17. Oktober 2018 Foto: ams 69 Bilder

Auf der Strecke in Austin sind die Streckenbegrenzungen ein Dauerthema. Nachdem Max Verstappen 2017 in der letzten Runde Kimi Räikkönen durch Abkürzen von Kurve 16 und 17 überholt hatte, reagierte die FIA nun mit neuen Randsteinen.

Der Streit um die Streckenbegrenzungen in Austin ist so alt wie die Rennstrecke. Auf dem Circuit of the Americas sind die Auslaufzonen so großzügig, dass sie zum Abkürzen oder zu einer weiten Linie mit größerem Radius geradezu einladen. Immer wieder gab es nach dem Rennen Diskussionen, ob sich die Fahrer Vorteile durch das Verlassen der Rennstrecke verschafft hatten oder nicht.

Im letzten Jahr gab es gleich zwei Fälle, die ein Nachspiel in der Rennleitung fanden. Zuerst drängte Daniel Ricciardo den Mercedes von Valtteri Bottas in der ersten Kurve neben die Strecke. Bottas profitierte aber von der besseren Beschleunigung durch den größeren Radius und blieb vor dem Red Bull. Der Mercedes-Pilot ging straffrei aus, weil seiner Tat ein Vergehen von Ricciardo vorausging. Er hatte Bottas am Kurvenausgang keinen Platz gelassen.

Verstappen bekommt seine eigenen Kerbs

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Reicht dieser Kerb aus, um die Fahrer vom Abkürzen fernzuhalten?

Der Fall Max Verstappen sorgte für mehr Wirbel. Verstappen hatte Kimi Räikkönen in der letzten Runde mit einem Trick in dem schnellen Rechtsbogen mit den drei Scheitelpunkten rund um den Aussichtsturm der Strecke überholt. Der Holländer hatte sich in Kurve 16 schon halb neben Räikkönen gesetzt, kürzte in Kurve 17 innen ab und kam hinter dem Scheitelpunkt vor Räikkönen wieder auf die Strecke zurück.

Schlitzohrig, aber nicht ganz legal. Der Red Bull war dabei kurz mit allen vier Rädern neben der Strecke. Dort ist der Sicherheitsstreifen ungefähr so breit wie ein Formel-1-Auto. Die Sportkommissare sahen darin einen klaren Regelverstoß. Verstappen habe einen Vorteil durch das Verlassen der Strecke erzielt, so die Begründung. Verstappen kassierte eine Fünfsekunden-Strafe. Aus dem dritten wurde der vierte Platz.

Weil der Vorfall nach dem Rennen in wüsten Beschimpfungen gegen die Sportkommissare endete und sich selbst die Experten darüber stritten, ob man mit dem harten Urteil dem Sport nicht mehr schade als nutze, hat die FIA für dieses Jahr vorgesorgt. Die Maßnahme hat schon einen Namen: Die „Verstappen-Kerbs“.

Whiting: „Keiner wird es ein zweites Mal probieren“

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Am Ausgang von Kurve 1 wurden drei viereckige Zusatzrandsteine verlegt, um Fahrer an der weiten Linie zu hindern.

Auf den inneren Asphaltstreifen in den Kurven 16 und 17 wurde in den Scheitelpunkten jeweils ein quer liegender, rund zwei Meter breiter Plastik-Randstein montiert. Die beiden gelben Blocker sollen ein Abkürzen verhindern. Mercedes-Ingenieure, die gerade auf ihrem Streckenrundgang unterwegs waren, zweifelten, ob die Maßnahme ihren Zweck erfüllt. „Die Kerbs sind zu niedrig. Wenn du nur mit dem inneren Rad drüber fährst, passiert gar nichts. Der Unterboden könnte allerdings etwas Schaden nehmen.“ Was bei einem Angriff in der letzten Runde aber auch egal wäre.

FIA-Rennleiter Charlie Whiting widerspricht: „Die Kerbs werden die Fahrer an der Stelle davon abhalten, mit allen vier Rädern neben der Strecke zu fahren. Nach den Erfahrungen vom letzten Jahr wird es dort keiner ein zweites Mal probieren.“ Whiting glaubt, dass auch das Problem in Kurve 1 gelöst ist: „Wir haben dort drei Randsteine montiert, um die Leute davon abzuhalten, einen großen Bogen über die Streckenbegrenzung hinauszufahren.“

Auch die Sorge einiger Teams, die Fahrer könnten sich in der vorletzten Kurve (T19) einen Vorteil verschaffen, in dem sie die Auslaufzone in ihre Linie mit einbeziehen, ist laut Whiting unberechtigt. „Diese Linie ist nicht schneller. Und wenn doch, schreiten wir ein. Das wissen alle. Deshalb wird es auch keiner probieren.“

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