BAR

Entscheidung am 5. Mai

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Die Sportbehörde FIA wird die Entscheidung im Fall BAR-Honda am Donnerstag (5.5.) bekannt geben. Derweil zeichnet sich die Verteidigungsstrategie des angeklagten Rennstalls ab. Die Beweisführung ist für beide Parteien schwierig.

Am Mittwoch (4.5.) beginnt um zehn Uhr morgens die Verhandlung im Fall FIA gegen BAR-Honda. Am Nachmittag des folgenden Donnerstags will die Sporthoheit ihr Urteil bekannt geben.

Am Mittwoch muss das Team beweisen, dass der BAR007-Honda mit der Nummer drei zu jeder Zeit im Wettbewerb über dem Mindestgewicht lag. Die FIA muss dagegen den Nachweis führen, dass BAR systematisch und absichtlich betrogen hat - für beide Seiten kein leichter Job, denn der Fall ist nicht so klar, wie er zunächst schien.

BAR will anhand von Telemetrie-Daten demonstrieren, dass Jenson Buttons Auto zu jedem Zeitpunkt legal war. Die Sensoren der Radaufhängungen zeigen während des gesamten Rennens sehr exakt an, welche Last auf ihnen liegt. Doch da die Daten von der angeklagten Partei stammen, könnte die FIA sie mit der Begründung, sie seien manipulierbar, als Beweis ablehnen.

Lücke im Reglement?

Sollte BAR-Teamchef Nick Fry mit dieser Art der Verteidigung abblitzen, kann er noch ein anderes Geschütz auffahren: Im technischen Reglement steht nämlich an keiner Stelle geschrieben, dass das Mindestgewicht ohne Benzin gemessen werden muss.

Das Mindestgewicht der Autos liegt laut Regelwerk nach dem zweiten Qualifying einschließlich TV-Kamera und Fahrer bei 605 Kilogramm . Im Rennen gesteht das Reglement einen Gewichtsverlust von fünf Kilogrammm durch Ölverbrauch und Verschleiß von Bremsen und Reifengummi zu. Somit liegt das Mindestgewicht im Ziel bei 600 Kilogramm (Art.4.1.).

Artikel 1.9. des technischen Reglements besagt nur, dass zur Messung das Auto und der Fahrer mit kompletter Rennkleidung herangezogen werden. Dazu definiert die FIA in Artikel 1.10 noch das sogenannte "Renngewicht", bei dem das Auto inklusive Fahrer und vollen Tanks gemessen wird. Von einem Leergewicht ohne Benzin ist nirgendwo die Rede.

Klare Ansage der FIA

Da dieser Punkt schon im Vorjahr mehrfach diskutiert wurde, machten die Technischen Kommissare Jo Bauer und Charlie Whiting regelmäßig unmissverständlich klar, dass nach FIA-Lesart der Regeln das Mindestgewicht bei 600 Kilogramm ohne Benzin liege. Damit sollte verhindert werden, dass Teams kurz vor Rennende ihre Autos mit einem frisch aufgefüllten Tank über das Gewichtslimit hieven. Ob die Sitzungsprotokolle von technischen Meetings allerdings unter juristischen Gesichtspunkten ausreichen, um die Unklarheit im Regelwerk auszuräumen, ist ungewiss.

Eine klare Absage erteilt die FIA dem Argument von Teamchef Nick Fry, der verborgene Zusatztank sei den Kommissaren schon mehrfach vorgeführt worden. Bei der Sportbehörde will man das betreffende Teil zuvor noch nie gesehen haben.

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