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BAR ohne David Richards

Foto: dpa

Auf die Dienste von David Richards als Teamchef legt British American Racing ab 2005 keinen Wert mehr. Motorenhersteller Honda stockt seine Anteile bei BAR auf und steigert weiter seinen Einfluss.

19.11.2004

British American Tobacco und Honda verkündeten am Freitag (19.11.), dass der japanische Motorenhersteller 45 Prozent Anteile am Team erwerben wird. 55 Prozent behält der Tabakriese BAR. Im Kleingedruckten versteckt war die Mitteilung, dass Teamchef David Richards seines Postens enthoben ist. Der Vertrag mit Richards Firma Prodrive läuft Endes des Jahres aus.

"Wir sind von BAT gerufen worden, um eine Wende im Team einzuleiten und ihm die langfristige Zukunft zu sichern, und das haben wir getan", sagt Richards und erweckt den Anschein, seine Schuldigkeit als Teamchef sei ohnehin getan gewesen. Die Lobesfloskel von BAT-Marketing-Chef Jimmi Rembiszewski untermauert noch diesen Eindruck: "Wir sind stolz darauf, was David und sein Team in so kurzer Zeit erreicht haben."

Nick Fry beerbt Richards

Tatsächlich waren die Oberen des Tabakkonzerns zum Schluss eher verärgert als stolz. Dass Jenson Button unter anderem wegen verspätet ausgezahlter Prämien fast zu Williams übergelaufen wäre, kreideten sie Richards an. Dass sein Stuhl wackelt, wusste der ehemalige Rallye-Copilot schon länger. Darum soll er versucht haben, Sponsorengelder in die eigene Tasche umzuleiten, um Teamanteile zu erwerben, und als Mitbesitzer seinen Rausschmiss zu verhindern. Richards will davon nichts wissen: "Ich habe nie über Teamanteile verhandelt."

Ab Jahresbeginn wird Teammanager Nick Fry Richards Platz als Teamchef einnehmen. Richards soll offiziell als Berater bis Ende Februar tätig sein und so für einen reibungslosen Übergang sorgen. Technik-Chef bei BAR bleibt weiterhin Geoff Willis. Mit der Übernahme der BAR-Anteile wächst auch der personelle Einfluss von Honda. Die Japaner installieren eigene Leute in der Chefetage des Teams und schicken 30 zusätzliche Ingenieure nach England.

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