Batterie-Seuche bei Renault

Defektanfällige Energie-Speicher

Stoffel Vandoorne - McLaren - F1-Test - Barcelona - Tag 5 - 6. März 2018 Foto: Stefan Baldauf

Renault musste in der ersten Testwoche eine Batterie wechseln. McLaren und Red Bull waren am 5. Testtag an der Reihe. Dabei muss das Teil mehr als eine halbe GP-Saison halten. Kein Problem, wiegelt Renault-Technikchef Bob Bell ab.

Nico Hülkenberg hätte lieber mit Carlos Sainz getauscht. Der Deutsche war für den Morgen des fünften Testtages von Barcelona eingeteilt, sein Teamkollege für den Nachmittag. Hülkenberg schaffte wegen einer Reihe von Problemen nur 48 Runden. Sainz spulte mit 91 Runden mehr als eine GP-Distanz ab. Als der Spanier im Renault saß, liefen Auto und Motor wie ein Uhrwerk.

Hülkenbergs Leidensweg hatte seinen Ursprung in Kabeln und Sensoren. Im Getriebe war einer der Sensoren nicht ordnungsgemäß befestigt. Mangels Informationen an die Schaltzentrale wäre dabei fast das Getriebe gekillt worden. Ein anderes Mal meldete ein Sensor Probleme im Bereich der Hinterachse. Das stellte sich als falscher Alarm heraus. „Alles Kleinigkeiten, aber bis du die aussortiert hast, vergeht unheimlich viel Zeit“, fluchte Einsatzleiter Alan Permane.

Als Hülkenberg dann ans Fahren kam, passte die Fahrzeugabstimmung nicht und einer der beiden Reifensätze war ein Überbleibsel der ersten Testwoche. „Der war ungefähr acht Mal angefahren. Da war der Grip nicht mehr so prickelnd“, erzählte der Deutsche. Es reichte trotz aller Widrigkeiten immer noch zur siebtschnellsten Zeit. Und zur Erkenntnis: „Irgendwie fühlte sich das Auto mit höheren Asphalttemperaturen anders an als letzte Woche.“

Sainz flucht über starken Wind

Nico Hülkenberg - Renault - F1-Test - Barcelona - Tag 5 - 6. März 2018 Foto: Stefan Baldauf
Nico Hülkenberg kam zum Start der zweiten Testwoche nicht viel zum Fahren.

Carlos Sainz hatte nur mit einem unberechenbaren Wind zu kämpfen. „Da war es schwierig, die Balance des Autos zu verstehen“, erzählte der Spanier. Und ging ins Detail: „Im Gegenwind fühlte sich das Auto viel besser an als letzte Woche. Bei Rückenwind viel schlechter.“

Sainz legte mit Medium-Reifen einen beeindruckenden Longrun auf die Bahn. Über 24 Runden mit einem Schnitt von 1.23,625 Minuten. Technikchef Bob Bell kommentierte den derzeitigen Leistungsstand mit einem Schuss Understatement: „Die Erfahrungen auf der Strecke sind leicht besser als es die Daten versprochen haben. Aber zufrieden sind wir erst, wenn wir vorne stehen. Und vermutlich nicht mal dann.“

Renault riskiert natürlich auch immer mal wieder einen Seitenblick auf seine beiden Kundenteams. Dort kam es zwei Mal aus dem gleichen Grund zu einer längeren Standzeit. McLaren-Pilot Stoffel Vandoorne blieb schon nach vier Runden am Morgen mit einem Batterieproblem liegen. Max Verstappen strandete mit seinem Red Bull am späten Nachmittag ebenfalls mit einem Batteriedefekt.

Da das Werksteam bereits in der ersten Testwoche eine Batterie tauschen musste, ist die Frage erlaubt, ob man sich Sorgen machen muss. In diesem Jahr muss jeder Fahrer mit zwei Batterien durch die 21 Rennen kommen. Das ist die Hälfte des 2017er Kontingents.

Hat Renault die Batterie im Griff?

Bob Bell wischte Bedenken weg, die Batterie könnte zu Renaults Sargnagel werden: „Das ist ein normaler Prozess. Wir fahren hier alle Batterien ein, die wir später in der Saison einsetzen wollen. Sie gehen dann nach Viry zurück und werden dort auf Herz und Nieren geprüft, bevor sie ihre Rennfreigabe erhalten. So können wir die besten für den Rest der Saison auswählen.“

Renault wird am Ende der Testwoche noch ein Aero-Upgrade nach Barcelona fliegen. Das Saisonziel liegt auf der Hand. Das Team muss beweisen, dass es mit der derzeitigen Personalstärke in der Lage ist, das zu erreichen, was Force India in den letzten zwei Jahren mit der halben Mannschaftsstärke geschafft hat. „Wir müssen zeigen, dass wir garantiert unter die ersten Vier fahren können. Nur dann stellt die Firma die Schecks aus, das Team noch weiter aufzurüsten“, sagt Bob Bell.

Neuester Kommentar

Gibt es einen Grund dafür, dass Nico Hülkenberg sowohl das erste Chassis letzte Woche, als auch heute #2 einfahren "durfte?"

Die kleineren Problemchen kommen ja beim ersten Einsatz auf der Strecke nicht völlig überraschend ...

Proesterchen 6. März 2018, 21:14 Uhr
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