Bernie auf der Anklagebank

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Drei Banken, Hauptanteilseigner der Formel 1-Holding Slec, haben Geschäftsführer Bernie Ecclestone vor Gericht gezerrt. Der Engländer soll gezwungen werden, Stimmrechte an die Banken abzugeben.

Je nachdem, wie lange der Londoner Highcourt benötigt, um sich ein Bild der Lage zu machen, ist das Urteil frühestens am Montagabend (22.11.) oder spätestens Mittwoch (24.11.) zu erwarten. Vor Gericht steht Formel 1-Vermarktungschef Bernhard Ecclestone, dem von seinen Geschäftspartnern vorgeworfen wird, er habe ihnen zu Unrecht nahezu jede Einflussmöglichkeit auf die Formel 1 entzogen.

Tatsächlich besitzen die betroffenen Banken 75 Prozent der Anteile an der Formel 1-Holding Slec, den Rest besitzt offiziell Ecclestones Ehefrau Slavica. Die wichtigsten Entscheidungen werden jedoch in den Tochterfirmen FOM (Formula One Management) und FOA (Formula One Administration) getroffen, die vollständig Ecclestone kontrolliert.

Verzögerungstaktik gescheitert

Die Banken haben in dem Rechtsstreit gute Karten. Prompt versuchte Ecclestone Zeit zu gewinnen und focht den Gerichtsstand in London mit der Begründung an, der Sitz der Slec sei die Schweiz. Da FOM und FOA ihr operatives Geschäft aber von England aus leiten, wurde Ecclestones Einwand abgeschmettert.

Ob die Banken bei einem Sieg vor Gericht lediglich eine Neuverteilung der Stimmrechte in der Slec anstreben oder Ecclestone als Geschäftsführer ablösen wollen, ist bisher nicht klar. Die Banken wollen mit Herstellern und Formel 1-Teams eine langfristige Einigung, die eine Spaltung der Formel 1 verhindert. Nur so können sie langfristig ihre Investitionen wieder zurückholen. Ecclestone dagegen weigerte sich, seine Unterschrift unter eine bereits fertige Absichtserklärung zu setzen.

Klausel für Ecclestone

Sollte Ecclestones Stuhl wackeln, könnte ihn sein alter Freund Max Mosley retten. Im Concorde-Agreement, das die Zusammenarbeit von Teams und Sportbehörde bis 2008 regelt, ist eine Klausel eingebaut, die der FIA erlaubt, jeden neuen Geschäftsführer ohne Angabe von Gründen abzulehnen.

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