Bernie Ecclestone im Exklusiv-Interview - Teil 4

Formel 1 mit Grand Slam-Rennen?

Bernie Ecclestone & Jean Todt 2012 Foto: xpb 52 Bilder

Bernie Ecclestone spricht im großen Exklusiv-Interview zum ersten Mal über die Details des Concorde-Abkommens mit den Teams, die Verhandlungen mit Mercedes, den geplanten Börsengang, den künftigen Rennkalender und seine Ideen für die Formel 1 der Zukunft. Teil 4: Reglement, Kostensenkung, Rennkalender

Braucht die Formel 1 eine Budgetdeckelung?

Ecclestone: Das würde nicht funktionieren. Kein Mensch kann Leute davon abhalten, das Geld auszugeben, das ihnen zur Verfügung steht. Sie werden Wege finden, das an allen Kontrollen vorbeizumanövrieren. Die technischen Regeln sollten auf eine Art und Weise geschrieben werden, dass es nicht mehr möglich ist, aus mehr Geld ein schnelleres Auto zu machen.

Das würde noch mehr technische Restriktionen bedeuten. Früher wollten Sie einfache technische Regeln: Ein Auto muss in eine Kiste passen, der Rest ist frei.

Ecclestone: Das war ein Traum. Keiner kann das bezahlen.

Mit einer Budgetdeckelung wäre das möglich?

Ecclestone: Ich sehe keine Chance, wie man das kontrollieren soll.

Das Problem ist doch ein anderes: Die Teams, die behaupten, dass Kontrollen nicht möglich sind, wollen sich gar nicht kontrollieren lassen.

Ecclestone: Selbst wenn sie es wollten, wäre es möglich, die Kontrolleure auszutricksen. Du musst nur die entsprechenden Strukturen in deiner Firma dafür schaffen.

Sind Kundenautos die Lösung?

Ecclestone: Meine Idee sieht so aus: Teams, die zur Zeit ihre Autos selbst bauen und damit auf keinen grünen Zweig kommen, können ein Vorjahresauto von einem anderen Konstrukteur kaufen und einsetzen.

Am Ende würde jeder versuchen, sich das beste Auto zu kaufen. Wir hätten dann nur noch drei oder vier Chassisfabrikanten und es gäbe keinen Weg mehr zurück?

Ecclestone: So wie ich mir das vorstelle, wäre das nicht möglich. Ich werde Ihnen bald meinen Plan verraten, wie ich das von Ihnen genannte Szenario verhindern will.

Wird es Teil des neuen Concorde Abkommens sein?

Ecclestone: Wahrscheinlich.

Sind Sie froh, dass die FOTA nicht mehr funktionstüchtig ist?

Ecclestone: Ich hatte nie etwas gegen die FOTA. Sie hat meine Kreise nicht gestört.

Sie verhandeln mit neuen Rennen in Russland, Argentinien, in den USA. Haben wir bald 24 Rennen?

Ecclestone: Es bleibt wahrscheinlich bei 20 Rennen.

Also fliegen die traditionellen Rennen aus dem Kalender?

Ecclestone: Hätten Sie mich vor ein paar Jahren gefragt, ob es mal mehr als 17 Rennen gibt, hätte ich geantwortet: Wahrscheinlich nicht. Man kann nie wissen. Die Umstände ändern sich.

Auch im Tennis gibt es ständig neue Turniere. Der Grand Slam aber bleibt ein Fixpunkt. Sollte die Formel 1 nicht auch so etwas haben?

Ecclestone: Absolut. Ich arbeite daran. Und wenn es so weit kommt, dann würde es mehr Punkte für diese Grand Slam-Rennen geben.

Lesen Sie hier die weiteren Teile des großen Ecclestone Interviews:

>> Teil 1: "Nur wenig Historie bei Mercedes"
>> Teil 2: "Ich kann Mercedes zu nichts zwingen"
>> Teil 3: "Rate den Teams, Anteile zu kaufen"
>> Teil 4: Formel 1 mit Grand Slam-Rennen?

In der neuen auto motor und sport-Ausgabe (Heft 10/2012) lesen Sie alles über die Hintergründe des Concorde-Abkommens und wie Bernie Ecclestone die Teams wieder über den Tisch gezogen hat.

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