Erste Bilder von Kopfschutz-Bügel

So sieht das Mercedes-Konzept aus

Sebastian Vettel - Ferrari - Halo 2 - Heiligenschein - Cockpitschutz - GP England 2016 Foto: xpb 65 Bilder

Mercedes hat ein Konzept vorgestellt, mit dem der Kopf der Formel 1-Piloten besser geschützt werden kann. Ein ringförmiger Bügel über dem Cockpit soll für mehr Sicherheit sorgen. Wir zeigen Ihnen in der Video-Animation und in der Bildergalerie, wie sich die Idee auf den Look der F1-Autos auswirken könnte.

Es ist eine der letzten ungelösten Sicherheitsfragen. Sie wurde nach dem Unfall von Jules Bianchi wieder aktuell. Der unglückliche Marussia-Pilot traf mit dem Helm die Rückseite des Berge-Krans. Das hat zu seinen schweren Kopfverletzungen geführt.

Es gibt aber noch ein anderes Risikopotential. Dass ein loser Reifen oder herumfliegende Teile den Kopf des Fahrers treffen. Wie bei Henry Surtees oder Felipe Massa. Der Kopf ist zwar bei den modernen Autos so tief wie möglich im Cockpit eingelassen, aber eben doch nicht hundertprozentig geschützt.

Die Idee einer Kanzel wurde nach Testreihen wieder fallengelassen. Sie hätte Bianchi nicht gerettet und auch einen herumfliegenden Reifen nicht abgehalten. Ein FIA-Sicherheitsexperte meinte: "Hätte Bianchis Marussia eine Kanzel gehabt, wäre diese eingedrückt worden und hätte den Kopf getroffen."

Bügel an zwei Scharnieren über dem Cockpit

Mercedes hat bei einer Sitzung der Technischen Arbeitsgruppe ein Konzept vorgestellt, wie das Risiko weiter minimiert werden kann. Dabei handelt es sich um einen ovalen Bügel, der von der Cockpit-Rückseite bis vor den Fahrerkopf reicht, und sich dort mit einer zentralen Strebe am vorderen Cockpitrand abstützt.

Damit der Fahrer bei Gefahr das Cockpit schnell verlassen kann, ist dieser Bügel an zwei Scharnieren hinter dem Cockpit befestigt. Er soll sich mit einem Handgriff nach oben klappen klassen. Vertreter der Teams, die diese Vorrichtung bereits gesehen haben, sprechen von einem Heiligenschein über dem Kopf des Fahrers. Despektierliche Stimmen nennen es eine Klobrille.

Das könnte bei den Fans einen Aufschrei geben. Die Optik der Autos wird durch den Bügel deutlich verändert. Am Ende könnten sich die ästhetische Gründe gegen die Sicherheit durchsetzen. Rennfahrer müssen mit einem gewissen Restrisiko leben.

Geteilte Meinung der Piloten

Bei Felipe Massa kommt das Konzept gut an: "Die Optik ist doch gar nicht so schlecht. Mir gefällt es. Ob der Steg direkt vor dem Helm eine große Irritation ist, kann ich jetzt noch nicht sagen. Man müsste es mal bei Testfahrten ausprobieren." Hätte der Bügel seine Kollision mit einer Feder 2009 in Budapest verhindert? "Schwer zu sagen. Aber ich denke, dass die Feder zumindest etwas abgebremst worden und nicht mit voller Wucht auf den Helm aufgeprallt wäre."

Nicht alle seine Kollegen denken so positiv über die Mercedes-Lösung: "Wie sieht das denn aus. So etwas brauche ich nicht", schüttelt Nico Hülkenberg beim ersten Blick auf die Bilder den Kopf. "Motorsport muss ja auch ein bisschen gefährlich sein. Sonst fehlt ja der Reiz." McLaren-Pilot Jenson Button sieht eher praktische Gründe als Hindernis: "Durch den Steg sieht man ja nichts nach vorne. Problematisch könnte auch die Sonne werden, wenn sie störende Schatten wirft."

Wie sich die Mercedes-Idee auf die Optik der Formel 1-Autos auswirken würde, zeigen wir Ihnen aus verschiedenen Perspektiven in unserer Bildergalerie. Für einen noch besseren Eindruck haben wir zum Cockpit-Bügel auch eine exklusive 3D-Animation anfertigen lassen.

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