Mattia Binotto - Ferrari - GP Mexiko 2019 Wilhelm
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Binotto über Corona-Krise

Entwicklung durch Virus limitiert

Italien ist besonders von der Corona-Krise betroffen. Die Einschränkungen im öffentlichen Leben haben auch Einfluss auf die Arbeit des Formel-1-Rennstalls von Ferrari, wie Teamchef Mattia Binotto nun in einem Interview erklärt.

Das Corona-Virus hat Europa fest im Griff. Allerdings sind nicht alle Regionen gleichermaßen betroffen. Italien wurde von der Ansteckungswelle zuerst überrollt. Entsprechend restriktive Maßnahmen haben die Behörden inzwischen eingeführt. Natürlich bleibt auch Ferrari von den Ausgangssperren und Fabrikschließungen nicht verschont.

"Es gibt viele Einschränkungen, die zur Minimierung der Ansteckungsgefahr eingeführt wurden. Und die haben natürlich auch einen Einfluss auf die Entwicklungs-Kapazitäten", erklärt Ferrari-Teamchef Mattia Binotto in einem Interview auf der offiziellen F1-Webseite.

Im Gegensatz zu den anderen Rennställen hatte Ferrari nach der Rückkehr aus Australien das Werk in Maranello komplett zusperren müssen. Die Mitarbeiter wurden gebeten, soweit es ging aus dem Home-Office zu arbeiten. Das ist in einem F1-Team allerdings nur begrenzt machbar. Angestellte der Motoren-Prüfstände, im Windkanal oder der Teileproduktion konnten ihre Arbeit nicht fortsetzen.

Mattia Binotto - Ferrari - F1-Test - Barcelona - 21. Februar 2020
Stefan Baldauf
Ferrari-Teamchef Mattia Binotto will zum Wohle der Formel 1 handeln: "Für Egoismus und taktische Spielchen ist jetzt keine Zeit."

Zwangspause für alle Teams

Um den Nachteil für Ferrari zu minimieren und um Luft für Rennverschiebungen zu gewinnen, einigten sich Teams mittlerweile darauf, die Sommerpause vorzuziehen. Jetzt müssen alle Formel-1-Mitarbeiter im März und April in den Zwangsurlaub. "Alles befindet sich aktuell in der Schwebe", so Binotto. "Vor der Schließung haben wir versucht, die Entwicklungsprogramme auf mögliche Rennkalender-Pläne abzustimmen. Aber jetzt bleibt uns nichts anderes übrig als abzuwarten, wie sich die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus entwickelt und wie sie sich auf die weiteren Aktivitäten auswirkt."

Bevor man nicht weiß, wann die Saison 2020 endlich gestartet wird, kann Binotto auch nicht sagen, mit welchem Paket man beim ersten Grand Prix antreten wird. "Wir hoffen natürlich, dass wir so schnell wie möglich wieder Rennen fahren können, wenn die Bedingungen passen. Wir sind natürlich bereit, die Formel 1 und die FIA in dieser kritischen Phase zu unterstützen."

Diese Unterstützung beinhaltet offenbar auch, dass sich Ferrari dem Wunsch der anderen Teams anschließt, die Einführung der neuen für 2021 geplanten Autos aus Kostengründen um ein Jahr auf 2022 zu verschieben. In ersten Diskussion hatte sich die Scuderia zu dieser Frage noch etwas Bedenkzeit erbeten.

"Wir werden am Donnerstag noch einmal in einer Telefonkonferenz mit der FIA, der Formel 1 und den anderen Teams über die Situation diskutieren und dabei analysieren, welchen Einfluss das nicht nur auf die aktuelle Saison, sondern auch auf die nächste hat", verrät Binotto. "Wir werden akribisch alle Aspekte einer möglichen Verschiebung der 2021er Technik-Regeln abwägen. Ferrari ist in dieser Frage bereit, im Interesse des Sports Verantwortung zu übernehmen. Jetzt ist nicht die Zeit für Egoismus und taktische Spielchen."

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Es gibt bereits Denkmodelle, wie ein Notfallkalender aussehen könnte.

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