BMW auf der Suche nach der verlorenen Zeit

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Die Reihenfolge des ersten Testtages am Dienstag (24.6.) von Silverstone bestätigt das Bild von Magny-Cours. Ferrari liegt vor McLaren-Mercedes und BMW. Toyota scheint im Verfolgerfeld gegen Red Bull, Renault und Williams die Nase leicht vorne zu haben.

Schon die Grand Prix in Malaysia, Bahrain, Spanien und in der Türkei haben gezeigt, dass Ferrari auf einem bestimmten Typ Rennstrecke praktisch unschlagbar ist. Besteht der Kurs aus einem Mix zwischen langsamen und schnellen Kurven, dann ist der Ferrari F2008 der beste Allrounder. McLaren-Mercedes kann in den schnellen Streckenteilen mithalten, BMW in den

langsamen, aber die beiden Ferrari-Herausforderer büßen dann in den jeweils anderen Kurventypen Zeit ein. Ferrari musste für Magny-Cours nicht einmal viel entwickeln, um seine Vormachtstellung zu behaupten. Es gab nur Retuschen am Frontflügel und den Leitblechen. McLaren hatte sein Auto in neun Punkten modifiziert. Der erwartete Fortschritt stellte sich nicht ein.

Falsche Daten aus dem Windkanal

BMW stürzte in Frankreich sogar hinter Toyota ab. Robert Kubica fordert größere Entwicklungsschritte, wenn man mit den Gegnern im Titelrennen mithalten will. Für den GP Frankreich hatte die Truppe von Technikchef Willy Rampf nur kleine Änderungen am Frontflügel-Flap, den Deflektoren und dem Unterboden vorgenommen. Eine geplante größere Modifikation wurde wieder zurückgenommen, weil es im Windkanal widersprüchliche Daten gab. Rampf ist aber durchaus bereit, Kapazität zu opfern, sollte der Windkanal einen größeren Fortschritt versprechen. "Normalerweise würden wir so spät im Jahr die Entwicklung hauptsächlich auf 2009 ausrichten. Jetzt, wo wir in der WM immer noch in der Spitzengruppe sind, werden wir von Fall zu Fall entscheiden. Wenn es sich lohnt, dann bleibt eine Entwicklung ein, zwei Tage länger im Windkanal, um sie voll auszutesten. In Jahren, wo unsere Position in der WM gesichert war, hätten wir sie dem Folgejahr zuliebe vielleicht abgebrochen."

Der BMW Technikdirektor schließt aus, dass Projektgruppen für 2009 ihre Arbeit niederlegen, nur um das augenblickliche Auto weiterzuentwickeln. "So etwas geht heute gar nicht mehr, weil zuviele Abteilungen miteinander verzahnt sind. Wir können n icht Leute von heute auf morgen von einem Projekt abziehen und sagen: So, jetzt macht ihr ein paar Wochen lang etwas anderes. Auch die Teilefertigung lässt sich nicht von einem Tag auf den

anderen stoppen oder neu anfahren. Das sind aufwändige Prozesse." McLaren hatte seine Jahresplanung von vornherein mehr auf die WM 2008 zugeschnitten.

Die Chefs der Silberpfeile konnten davon ausgehen, dass man wieder mit Ferrari um den Titel kämpft. Bei BMW kam der Aufstieg zum Topteam überraschend. McLaren-Direktor Martin Whitmarsh kündigte an. "Wir werden bis Woche 35 mit Volldampf entwickeln. Erst danach schwenkt das Pendel auf das nächstjährige Auto um." Woche 35 ist die letzte Augustwoche.

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