Bodenwellen

"Rallyefahren auf Kopfsteinpflaster"

Foto: Red Bull

Das große Thema nach dem ersten Trainingstag in Singapur sind die Bodenwellen auf der Rennstrecke.

"Mein Auto springt wie ein Hase", stöhnte Sebastian Vettel. "Dauernd sind die Räder in der Luft." Nico Rosberg stieg mit Kopfschmerzen aus. Rubens Barrichello deutete auf einen großen blauen Fleck an der Hüfte. "Mein Auto ist unfahrbar. Es ist mehr in der Luft als auf der Straße."

David Coulthard verglich den Ritt über die bucklige Strecke mit "Rallyefahren auf Kopfsteinpflaster". Das sei auch der Grund dafür, warum die Fahrer nach 90 Minuten schwer gezeichnet aus ihren Autos kletterten. "Stellen Sie sich das so vor", erzählte der Schotte. "Einer packt Ihren Kopf und schüttelt ihn eineinhalb Stunden lang. Danach sind Sie auch fix und fertig."

Brettharte Autos

Moderne Formel 1-Autos sind für diese Art Rüttelpisten nicht mehr gebaut. Zuletzt gab es vergleichbares vor 20 Jahren in den USA mit Detroit und Phoenix. Die Federung wird heute hauptsächlich vom Reifen übernommen. Das Fahrwerk ist in aller Regel auf hart getrimmt, weil es der Aerodynamik zuliebe in einer stabilen Position gehalten werden soll. Die Teams haben auch kaum noch Einfluss, groß zu reagieren. "Wir fahren schon unser Stadtkurs-Setup", erzählt Renault-Chefingenieur Pat Symonds: "Das heißt maximale Bodenfreiheit und maximaler Federweg. Viel ist da nicht mehr zu machen."

Laut Symonds leidet auf der Buckelpiste nicht nur der Mensch, sondern auch das Auto. "Wir sind mit dem Material am Limit. Heute Nacht werden wir jedes Teil am Auto auf Risse checken, damit uns morgen nichts abbricht." Der altgediente Formel 1-Kämpe verweist auf eine Begebenheit beim GP Brasilien 2000, als Sauber auf das Rennen verzichten musste. Damals hatten extreme Bodenwellen die Heckflügel losgeschüttelt.

Physisch anspruchsvoll

Für die Fahrer wird die ohnehin schon anspruchsvolle Piste durch die Bodenwellen noch schwieriger. "Die Hitze, die Kurbelei, die Schläge von der Fahrbahn machen Singapur so schwierig wie Monte Carlo", urteilte Nick Heidfeld. Teamkollege Robert Kubica ergänzt: "Vor lauter Schüttelei sieht man die Bremspunkte nur ungenau." Auch Lewis Hamilton klagte über die Bodenwellen: "Wenn das Auto aufsetzt, macht es gleich einen Sprung."

Kritisiert wurden auch Boxenein- und ausfahrt. Wer schnell in die Boxengasse einbiegen will, muss in einer Linkskurve hart bremsen - mit der Chance abzufliegen. Die Ausfahrt mündet direkt in den Scheitelpunkt der ersten Kurve. "Du musst aufpassen, dass du kein Auto abräumst, das auf der Strecke unterwegs ist", warnt Heidfeld.

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