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Valtteri Bottas - Mercedes - GP Bahrain 2017 - Qualifying
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Valtteri Bottas mit erster Pole-Position

„Er war der schnellere Mann“

Es ist geschafft. Im dritten Anlauf hat Valtteri Bottas seinem Teamkollegen Lewis Hamilton die erste Trainingsniederlage zugefügt. Teamchef Toto Wolff und die Ingenieure applaudierten. Bei Mercedes zeigte man sich überrascht, dass Ferrari so weit weg lag.

Toto Wolff wirkte nach dem Qualifying zum GP Bahrain 2017 gelöst. „Nico hat mir gerade eine SMS geschrieben. Ihr habt eine tolle Fahrerpaarung, sagt er“, berichtete der Mercedes-Motorsportchef. Gemeint war natürlich Nico Rosberg, der zurückgetretene Weltmeister von 2016.

Hamilton erkennt Bottas-Leistung an

Das Qualifying erbrachte den letzten Beweis. Valtteri Bottas ist für Mercedes die richtige Wahl gewesen, die Rosberg-Lücke zu schließen. „Er fährt erst das dritte Wochenende mit uns und fährt bereits seine erste Pole-Position gegen den schnellsten Mann in der Formel 1 heraus“, applaudierte Wolff. Der geschlagene Lewis Hamilton nickte anerkennend: „Valtteri war heute der bessere von uns. Hut ab vor seiner Leistung.“

Der Pole-Mann beendete eine lange Durststecke für sein Heimatland. Seit dem GP England 2008 schaffte kein finnischer Fahrer mehr die schnellste Rundenzeit in einem Qualifying. Neun Jahre oder 166 Rennen später folgt Bottas auf Landsmann Heikki Kovalainen. „Ich habe ein paar Rennen dafür gebraucht, aber jetzt habe ich es endlich geschafft. Hoffentlich folgen auf die erste Pole noch viele weitere“, freute sich Bottas, der 2008 noch in der Formel Renault unterwegs war und für das Pole-Debüt 80 Rennen benötigte.

Bottas fehlerfrei, Hamilton mit kleinem Quersteher

Bottas überflügelte den Stallrivalen im allerletzten Anlauf. Das Auto mit der Startnummer 77 kurvte in 1:28.769 Minuten um den Bahrain International Circuit. Der 27-Jährige knöpfte Hamilton 23 Tausendstel ab. „Es ist eine technische Strecke mit einigen schweren Bremspunkten und Kurveneingängen. Es ist hier sehr leicht, die Vorderreifen zu blockieren oder den Scheitelpunkt zu verfehlen. Aber ich habe es hinbekommen“, vermeldete der Pole-Mann.

Hamilton reichte dagegen die eigene Bestmarke aus dem ersten Versuch nicht für den Platz, der mit 502 Metern Abstand am nächsten zum Scheitelpunkt der ersten Kurve liegt. In der zweiten fliegenden Runde mit den Supersofts büßte Hamilton entscheidende Zeit im Mittelsektor ein. „Er hatte einen Quersteher in Kurve zehn“, berichteten die Mercedes-Ingenieure.

Der Weltmeister der Jahre 2008, 2014 und 2015 machte einen anderen Streckenteil für die Trainingsniederlage verantwortlich. „Der erste Sektor war mein Schwachpunkt. Das ist eigentlich ungewöhnlich, weil ich hier früher stark war.“ Die Mercedes-Ingenieure verneinten. „Valtteri und Lewis trennen im ersten Sektor nur wenige Tausendstel.“ Wenn man den jeweils schnellsten ersten Abschnitt aus dem Qualifying nimmt, ging das Duell bis zum ersten Messpunkt mit 28,284 zu 28,316 Sekunden an Bottas.

Mercedes rechnet mit Zweistoppstrategie

Mit jeder Runde und jedem Kilometer im Auto findet sich Bottas im W08 besser zurecht. Dennoch rechneten die Ingenieure nicht damit, dass der Finne Hamilton schon in Bahrain schlagen könne. „Es gab Hinweise in Melbourne und Shanghai, dass er näher rückt. Valtteri ist historisch gesehen ein guter Pilot im Qualifying. Aber Lewis ist vom reinen Speed der schnellere Mann.“ Bei Mercedes ist man von der Arbeitsweise des Neuzugangs angetan. „Er arbeitet sehr hart, und kommt so zurück, auch wenn er mal daneben liegt. Er hat eine gute Fähigkeit. Er schaut genau hin, zieht sich an Lewis hoch und verbessert sich immer weiter.“ Trotz seiner ersten Pole bleibt Bottas auf dem Boden. „Morgen zählt es. Ich fange nicht an zu träumen.“ Er ist überzeugt: „Wir können morgen als Erster und Zweiter einlaufen.“

Im Vorjahr krachte es zwischen Bottas und Hamilton in der ersten Ecke. Damals fuhr der Finne noch für Williams. Zwischen den neuen Teamkollegen gibt es wie zwischen Hamilton und Rosberg in der Vergangenheit bestimmte Spielregeln. Mit kleineren Unterschieden, wie Toto Wolff berichtete. Auch der Name ist ein anderer: Statt „Rules of Engagement“ nennt Mercedes seine Spielregeln „Racing Intend“ – frei übersetzt: Rennabsichten.

Möglicherweise kann in den Kampf um den Sieg auch Ferrari eingreifen. Im Qualifying distanzierte Silber die roten Rennwagen überraschend klar. „Ich weiß nicht, ob wir einfach das Arbeitsfenster perfekt getroffen haben, oder Ferrari es einfach nicht ganz hinbekommen hat“, rätselte Wolff über die Lücke von fast einer halben Sekunde. Die Ingenieure rechnen damit, dass Ferrari morgen gefährlich wird und auf Augenhöhe fährt. „Sie waren in Melbourne schneller als wir. Sie waren in China gleich schnell. Es wäre vermessen zu behaupten, dass wir das schnellere Auto haben.“ Die Strategen glauben an ein weistopprennen. Mit einem ersten Reifentausch zwischen der 12. und 15. Runde und der Reifenfolge Supersoft, Supersoft, Soft. Die Topteams haben sich für das Rennen extra einen frischen Satz der weichsten Mischung aufgespart.

Motorsport Aktuell GP Bahrain 2017 - Qualifying GP Bahrain 2017 (Ergebnis Qualifikation) Bottas schlägt Hamilton

Überraschung in Bahrain: Im dritten Anlauf hat Valtteri Bottas erstmals...

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