Lewis Hamilton - Mercedes - GP Russland 2017
Lewis Hamilton Formel 3 2004
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Ist Bottas schon die Nummer 2?

Hamilton hasst Stallregie

Hat Mercedes seine Reifenprobleme gelöst? Ist Valtteri Bottas schon die Nummer 2 im Team? Welche Chancen hat Mercedes in Sotschi? Viele Fragen rund um den Titelverteidiger. Lewis Hamilton und Valtteri Bottas geben die Antworten.

Es ist eine neue Situation für Mercedes. Zum ersten Mal seit 2013 sind Siege nicht mehr garantiert. Ferrari hat den Titelverteidiger zwei Mal geschlagen und in die Ecke gedrängt. Die Niederlagen kamen nach dem gleichen Muster zustande. Mercedes verlor, weil Ferrari im ersten Renndrittel schneller war und bei der Rennstrategie mehr Risiken eingehen konnte.

Deshalb stand für Mercedes bei den Testfahrten in Bahrain ein Punkt ganz oben auf der Agenda. Was löst das Überhitzen der Reifen zu Beginn des Rennens auf den weichen Gummimischungen aus? Weil die Bahrain-Tests am Tag stattfanden, hatten die Mercedes-Ingenieure nur zwei Mal je eine Stunde Zeit, die Rennbedingungen zu simulieren. Zu wenig, um alle Antworten auf viele Fragen zu bekommen.

Hamilton überwindet seine Abneigung gegen Testfahrten

Lewis Hamilton resümiert: „Wir wissen einiges mehr, aber wir wissen noch nicht alles. Es sind viele Faktoren, die dazu beitragen können wie die Bremsbalance, die Motorbremse, die Fahrwerkseinstellung, die Gewichtsverteilung die Aero-Balance und die Streckentemperatur. Wahrscheinlich ist es ein Mix von allem. Es kann aber auch sein, dass sich einer dieser Punkte als dominant herausstellt.“

Valtteri Bottas hört sich eine Spur optimistischer an: „Wir verstehen jetzt besser, wie wir die Reifen im Fenster halten können. Es sind kleine Dinge, die aber einen großen Unterschied ausmachen können.“

Hamilton erwartet nicht, dass Mercedes die Reifenprobleme in Sotschi einholen. „Die Temperaturen sind nicht so hoch. Selbst wenn die Sonne scheint, bläst ein kühler Wind. Sotschi ist eine andere Strecke mit einem anderem Asphalt. Es ist eine Strecke, die den Reifen wenig beansprucht. Ich schätze ein Einstopp-Rennen für alle. Es ist einfacher, die Reifen wieder abzukühlen, wenn sie mal zu heiß werden. Da werden die Karten neu gemischt.“

Dass die Lage ernst ist zeigt allein schon die Bereitschaft des Engländers sich für einen Testtag in Bahrain zu opfern. Hamilton gibt grinsend zu: „Testfahrten sind nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Nur Interviews sind noch schlimmer für mich. Das Testen ist heute anders geworden als früher. Viel weniger effizient. Du kannst nicht mehr so viele Vergleichsfahrten machen, weil du nicht genug Reifen hast und sich die Streckenbedingungen mit den Temperaturen dauernd ändern. Diesmal gab es aber einen guten Grund zu testen. Wir müssen verstehen, warum uns die Hinterreifen Probleme bereiten.“

Im Duell mit Ferrari zählt jede Kleinigkeit

Der Punktestand in der WM stempelt Sebastian Vettel und Lewis Hamilton schon jetzt schon zu den WM-Favoriten. Drängt das automatisch Kimi Räikkönen und Valtteri Bottas in die Nummer 2-Rolle? Bottas bestreitet das. „Bis jetzt gab es keine Gespräche in diese Richtung.“ Der Finne gibt aber zu: „Jetzt, wo das Duell mit Ferrari so eng ist, zählt jede Kleinigkeit. Wenn einer der beiden Fahrer deutlich langsamer ist, dann wäre es aus Sicht des Teams dumm, ihn nicht zurückzupfeifen.“

In Bahrain musste der Finne gleich zwei Mal Platz für seinen Teamkollegen machen. Nutznießer Hamilton fühlt sich unwohl dabei. „Ich hasse Stallregie. Auch wenn ich derjenige bin, der davon profitiert. Es bleibt immer ein schlechtes Gefühl zurück. Ich will meine Gegner im offenen Kampf auf der Strecke überholen und mir die bessere Position verdienen. Leider zwingen die Autos und Reifen von heute die Teams immer öfter zu Teambefehlen, wenn einer der zwei Fahrer deutlich langsamer ist. Überholen auf der Strecke ist einfach zu schwierig geworden.“

Der dreifache Weltmeister hat die teaminternen Prinzipien verinnerlicht: „Das Team hat Priorität. Keiner der Fahrer darf einem möglichen Sieg für das Team im Weg stehen. Wenn einer der zwei Fahrer eine halbe Sekunde langsamer ist und der andere wird aufgehalten, dann ist es eine schwierige Entscheidung, eine Stallorder zu treffen. Wenn es aber eine Sekunde oder mehr ist, so wie bei Nico letztes Jahr in Monte Carlo, dann riskiert das Team einen möglichen Sieg zu verspielen. Da macht ein Platztausch Sinn.“

Das sieht auch Bottas so: „Es gibt Rennsituationen, wo Stallregie aus taktischen Gründen Sinn macht.“ Die beste Möglichkeit sich davor zu schützen ist laut Bottas einfach: So schnell oder schneller zu fahren als der Teamkollege.

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