Valtteri Bottas - Mercedes - 2017 Mercedes
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Massa kommt, Bottas geht

Bottas ersetzt Rosberg bei Mercedes

Der Deal ist perfekt. Nach sechs Wochen Arbeit steht jetzt fest: Felipe Massa hängt bei Williams ein Jahr dran, damit Valtteri Bottas zu Mercedes kann. Noch offen ist die Rolle von Technikchef Paddy Lowe.

Es war eine schwere Geburt. Am 2. Dezember verkündete Nico Rosberg seinen Rücktritt. 45 Tage später steht sein Nachfolger offiziell fest. Valtteri Bottas wird neuer Teamkollege von Lewis Hamilton bei Mercedes. Der 27-jährige Finne bekommt damit die Chance seines Lebens. Doch bis der frühere Williams-Pilot endlich die erlösende Nachricht bekam, mussten erst einige Puzzlesteine in die richtige Position gesetzt werden.

Claire Williams knüpfte an den Transfer von Bottas zu Mercedes drei Bedingungen. Sie brauchte einen Ersatz mit Erfahrung. Die logische Wahl fiel auf Felipe Massa. Der musste aber erst seinen Rücktritt vom Rücktritt erklären. Zweitens: Williams wollte eine Ablösesumme für Bottas. Sie soll bei 15 Millionen Dollar plus einer Erleichterung beim Motorenpreis liegen. Drittens: Williams wollte Mercedes-Technikchef Paddy Lowe. Und das stellte sich als der schwierigste Akt heraus.

Valtteri Bottas - Mercedes - 2017
Mercedes
"Für mich geht ein Traum in Erfüllung", sagte Valtteri Bottas bei der Bekanntgabe.

Massa erklärt Rücktritt vom Rücktritt

Massa hatte sich über Weihnachten und Neujahr Bedenkzeit erbeten. Der 35-jährige Brasi­lianer erklärte sich schließlich bereit, noch ein Jahr Formel 1 dranzuhängen. Von einem Sinneswandel wollte der 250-fache GP-Teilnehmer nichts wissen: „Ich wollte nie ganz aussteigen, sondern 2017 weiter Rennen fahren. Williams ist das Team meines Herzens, und ich werde alles tun, ihnen in dieser Saison zu helfen. Ich habe meine Motivation nie verloren und freue mich schon den Williams FW40 zu fahren. Als ich gefragt wurde, das Team in dieser Saison zu unterstützen, fühlte es sich für mich richtig an, das Angebot anzunehmen. Dier Zuspruch von meinen Fans hat mich in meiner Entscheidung bestätigt.“

Massa soll anstelle von Bottas den Entwicklungshelfer für Formel 1-Neuling Lance Stroll spielen. „Ich freue mich, mit Lance zusammenzuarbeiten. Ich kenne ihn seit einigen Jahren und habe seine Karriere verfolgt. Andererseits hat Valtteri die einmalige Chance bekommen, um den Titel zu fahren. Ich freue mich für ihn und wünsche ihm bei Mercedes das Beste“, sagte Massa.

Massa wurde nur für eine Saison rekrutiert. Was darauf hinweist, dass der Vize-Weltmeister von 2008 nur eine Zwischenlösung ist. Es spricht dafür, dass auch Bottas bei Mercedes nur einen Einjahresvertrag erhält. Mit einer Option auf Fortsetzung oder einer Rückkehr zu Williams, abhängig von seiner Leistung in dieser Saison. Mercedes wird sich für 2018 alle Karten offenhalten. Dann sind Sebastian Vettel, Fernando Alonso, Sergio Perez und Carlos Sainz auf dem Markt.

Valtteri Bottas - Mercedes - 2017
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Bottas will 2017 seinen ersten F1-Sieg feiern. Sonst hält er sich mit Ansagen noch zurück.

Massa, Lowe und Ablöse als Gegenleistung

Claire Williams glaubt, dass sie mit Massa einen praktisch gleichwertigen Ersatz gefunden hat. „Felipe hat nichts von seinem Einsatz und seinem Spirit verloren. Für uns war es wichtig, Valtteri durch einen Fahrer zu ersetzen, der uns Zuverlässigkeit, Erfahrung und Talent garantiert.“ Mit dem Fahrertausch fließt auch eine Ablösesumme. Wie viel, darüber schweigen sich die Pressemitteilungen von Williams und Mercedes aus.

Die Entschädigung musste aus Sicht von Williams hoch genug sein, um sich für den Entwicklungswettlauf 2017 ein Polster aufzubauen. Die Teams gehen davon aus, dass man in der Lernphase mit den neuen Regeln mindestens jedes zweite Rennen ein Upgrade braucht. Und das kostet Geld. Wenn Bottas geht, verliert Williams Sponsoren im Gegenwert von rund sechs Millionen Dollar. Massa dagegen bringt kein Geld aus Brasilien mit.

Der dritte Bestandteil des Deals wurde ebenfalls nicht kommuniziert. Williams wollte den früheren Technikchef Paddy Lowe mit sofortiger Wirkung an Bord nehmen. Mercedes stellte mit seiner Trennung von dem 54-jährigen Engländer die Voraussetzungen dafür. Offen ist noch, in welcher Funktion Lowe bei Williams anheuert. Er fordert den Posten des Teamchefs. Angeblich will Lowe auch Anteile am Team.

Williams braucht schnellen Ersatz für Technikdirektor Pat Sy­monds, der ein Jahr früher in Ruhestand ging als erwartet. Man kann sich die Lösung des Problems so vorstellen: Lowe beginnt seine Amtszeit bei Williams entweder in einer Doppelfunktion, oder es wird ein Stufenplan ausgearbeitet. 2017 Technikdirektor, 2018 Teamchef. Für Williams ist es ein Wiedersehen mit dem Mercedes-Mann. Lowe arbeitete von 1987 bis 1992 für den Rennstall aus Grove.

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