Bourdais

Abflug mit 253 km/h

Foto: Red Bull

Der Barcelona-Auftritt des Toro Rosso STR3-Ferrari dauerte 71 Runden. Dann endete das Debüt des neuen Autos unsanft im Reifenstapel der Campsa-Kurve (Kurve 9).

Die Telemetrie erzählte die Einzelheiten. Sebastien Bourdais war mit 253 km/h in der Rechtskurve von der Straße abgekommen und mit der linken Seite in die Streckenbegrenzung eingeschlagen. Bourdais blieb unverletzt. Sebastian Vettel, der für den heutigen Testtag vorgesehen war, konnte unverrichteter Dinge wieder abreisen.

Was war passiert? Toro Rosso-Teamchef Franz Tost lieferte die simple Erklärung: "Bourdais war einfach zu schnell. Das kann passieren, gehört zum Rennsport dazu." Das Auto war bei dem heftigen Aufprall stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Auf der linken Seite wurden beide Räder abgerissen, der Seitenkasten eingedrückt, die Crashstruktur im Heck beschädigt. Ob das Monocoque repariert werden kann, muss eine Untersuchung in der Fabrik in Faenza entscheiden. Entscheidende Frage ist, inwieweit der seitliche Aufprallschutz an der Chassisröhre in Mitleidenschaft gezogen wurde. Er ist in die Karbonröhre integriert.

Renndebüt verschoben?

Der Unfall stellt auch die geplante Premiere des Autos beim GP Türkei am 11. Mai in Frage. Spätestens am Freitag wissen die Ingenieure, wie groß der Schaden ist und ob er in der Kürze der Zeit behoben werden kann. Das größte Problem sind die Ersatzteile. Weil die noch knapp sind, hatte Toro Rosso in Barcelona nur zwei statt der möglichen vier Testtage eingeplant. Für den GP Spanien am übernächsten Wochenende bleibt alles beim Alten. Toro Rosso hätte beim vierten WM-Lauf auf jeden Fall noch einmal den alten STR2 eingesetzt.

Trotz des Unfalls nimmt Toro Rosso-Teamchef Tost auch positive Eindrücke mit. "Das neue Auto hat deutlich mehr Abtrieb als das alte. Wir können zuversichtlich sein." Das Unterstreicht auch die Rundenzeit von Bourdais. Der Franzose kam auf Anhieb auf 1:20.715 und war damit um ein Zehntel schneller als Mark Webber im Schwesterauto Red Bull RB4. Webber profitierte bei diesem Test bereits von einer Ausbaustufe der Aerodynamik mit neuem Frontflügel und neuen Leitblechen, sowie einer modifizierten Hinterachse. Der Toro Rosso war noch mit der Standard-Aerodynamik ausgerüstet.

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