Red Bull gewinnt Boxenstopp-Wertung 2018

Ferrari mit sieben Bestzeiten

Max Verstappen - Boxenstopp - F1 - 2018 Foto: Wilhelm 69 Bilder

Red Bull legte die konstantesten Boxenstopps des Jahres auf das Parkett. Die meisten Bestzeiten und der schnellste Reifenwechsel des Jahres gingen an Ferrari. Schlusslicht ist Renault.

Die Top 3 in der WM sind auch die Top 3 beim Boxenstopp. Das ist keine Überraschung. Bessere Werkzeuge, wissenschaftlich fundiertes Training, mehr Disziplin. Das Strohfeuer von Williams, die vor zwei Jahren aus heiterem Himmel alle mit Boxenstopp-Rekorden überrascht haben, ist nicht erloschen, aber gegen die geballte Kraft der Top-Teams mit ihren 300 Millionen Euro-Budgets kommt am Ende keiner an. Geld kauft nicht nur Rundenzeit, sondern auch bessere Boxenstopps.

Im letzten Jahr stellte Mercedes die schnellste Boxen-Crew. In diesem Jahr reichte es in der DHL-Wertung nur zu Platz 3. Gezählt werden die zehn schnellsten Boxenstopps. Für die Platzierungen gibt es Punkte wie im richtigen Rennen. Am Ende lag Red Bull mit 466 Punkten klar vorne. „Die haben dieses Jahr wirklich gute Arbeit geleistet“, meinte Mercedes-Teammanager Ron Meadows anerkennend.

Ein Boxenstopp unter 2-Sekunden-Marke

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Vor allem die Konstanz war atemberaubend. Es gab weniger Bestzeiten als bei Ferrari, gleich viele Top Ten-Platzierungen, aber davon rangierten viele auf den Plätze 1 bis 5. Mercedes war nur in einem Punkt die Nummer 1. Die Weltmeister-Truppe landete 32 Mal in den Top Ten. Also bei 76 Prozent aller Reifenwechsel. Dazu Meadows: „Bei uns war es oft so, dass wir lieber auf sicher gespielt haben. Ein verlorenes Rad ist ein Ausfall. Das kann im WM-Kampf tödlich sein.“

Ferrari brillierte mit sieben Bestzeiten. Zwei mehr als Red Bull. Die italienischen Schrauber landeten 30 Mal in den Punkterängen. Sie stellten auch den absoluten Bestwert der Saison auf. In Brasilien wurden die vier Reifen am Auto von Sebastian Verttel in 1,97 Sekunden gewechselt. Es war der einzige Boxenstopp unter zwei Sekunden.

Letztes Jahr ging der Saisonrekord mit 2,02 Sekunden an Williams. Der Tabellenletzte in der Konstrukteurs-WM kann wenigstens noch in der Boxengasse überzeugen. Vier Tagesbestzeiten und 19 Top Ten-Platzierungen bringen Williams auf Platz 4.

Sauber größter Aufsteiger

Am meisten verbessert hat sich Sauber. Vom letzten auf den 5. Platz. Da ist eine gewisse Analogie zu den Leistungen auf der Rennstrecke zu erkennen. Sauber war sogar drei Mal Tagesschnellster. Direkt hintereinander in Monaco, Kanada und Frankreich.

Sauber profitierte von einem Spezialtraining der Mechaniker-Crew in Italien und verbesserten Werkzeugen. Force India dagegen ist von Platz 5 auf Rang 9 abgerutscht. „Wir hatten die halbe Saison lang Probleme mit den Radmuttern und Radnaben“, erklärte Technikchef Andy Green.

Keine Entschuldigung gibt es für Renault. Das Werksteam dümpelt weiter am Ende des Feldes herum, rutschte vom vorletzten auf den letzten Platz ab. Dabei hatten die Renault-Techniker über den Winter die Schwierigkeiten mit dem Sicherungsstift, die 2017 für die schlechten Stopps verantwortlich waren, vermeintlich behoben.

Die größte Panne ging auf das Konto von Ferrari. Kimi Räikkönen wurde in Bahrain zu früh losgeschickt und überfuhr einen Mechaniker, der sich ein Bein brach. Danach musste Ferrari mehr Sicherheitsschleifen in das System einbauen. Auf das Tempo der Stopps hatte das keinen Einfluss.

F1 Boxenstopp-Wertung 2018

Team Bestzeiten Top 10 Punkte
1. Red Bull 5 30 466
2. Ferrari 7 30 403
3. Mercedes 2 32 353
4. Williams 4 19 257
5. Sauber 3 24 219
6. McLaren 0 23 140
7. Toro Rosso 0 18 133
8. HaasF1 0 15 73
9. Force India 0 9 44
10. Renault 0 8 32
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