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Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Australien - Melbourne - 25. März 2017
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Boxenstopps dauern länger

Mehr Fehler beim Reifenwechsel

Pirelli prophezeit weniger Reifenwechsel. Doch möglicherweise ist weniger mehr. Die Boxenstopps dauern 2017 nicht nur länger. Es gibt auch mehr Chancen, einen Fehler zu machen.

Die Formel 1-Gemeinde und die Fans haben Angst, dass die Rennen langweiliger werden könnten. Weil es wegen der härteren Reifen weniger Boxenstopps geben wird. Statistisch bedeutet das auch weniger Möglichkeiten einen Fehler zu machen. Doch in der Realität sind die Chancen größer, Zeit bei einem Boxenstopp zu verlieren.

Das liegt zuerst einmal an den breiteren und schwereren Reifen. Der Vorderreifen ist um 6, der Hinterreifen um 8 Zentimeter in die Breite gegangen. Das bedeutet für die Mechaniker, dass sie die Reifen beim Draufstecken und Abziehen anders greifen müssen. Wegen der breiteren Räder ist die Hebelwirkung eine andere und damit auch die physischen Kräfte.

Dazu kommt das höhere Gewicht. Ein Vorderreifen ist um 0,8, ein Hinterreifen um 1,8 Kilogramm schwerer. Das wirkt sich auch auf das Training der Mechaniker-Crews aus. „Wir trainieren nur noch in 10 statt 25 Einheiten hintereinander“, erzählt Mercedes-Teammanager Ron Meadows. Vor der nächsten Sitzung brauchen die Reifenwechsler eine Verschnaufpause. Die Mechaniker haben noch Trainingsrückstand. Sauber-Teammanager Beat Zehnder: „Die neuen Räder wurden erst kurz vor dem Barcelona-Test angeliefert. Damit fiel der Januar und Februar fürs Trockentraining in der Fabrik flach.“

Neue Sicherheitsbestimmung für die Radnabe

Es gibt aber noch einen zweiten Grund, warum die Boxenstopps in diesem Jahr leichter schiefgehen können. Die FIA verlangt, dass der Sicherungsmechanismus auf der Radnabe weiter außen montiert ist, um zu verhindern, dass sich Räder nach dem Boxenstopp lösen.

Die Mechaniker müssen nun beim Abziehen des Rades den Schlagschrauber bis ganz zum Schluss auf der Radmutter aufgesetzt haben. Ziehen sie ihn zu früh ab, klinken sich die Sicherheitsstifte aus und blockieren das Rad. Die zwei oder drei Noppen bleiben nur eingefahren, solange Rad, Radmutter und Schlagschrauber eine Einheit sind.

Beim Draufstecken das gleiche. Der Mechaniker muss die Radmutter samt Rad genau führen und gerade über die Sicherheitsstifte hämmern. Wer unpräzise arbeitet, wird bestraft. Dann bleiben die Stifte ausgefahren und die Radmutter lässt sich nicht weiter auf das Gewinde drehen. Mercedes hat ausgerechnet, dass die größere Vorsicht die Reifenwechsel um zwei Zehntel verlangsamt. Wenn alles gut geht.

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