Bridgestone-Mann berät Hankook

Testfahrten mit altem Williams

Hankook - Reifen Foto: Wilhelm 14 Bilder

Hankook meint es ernst. Der koreanische Reifenhersteller bewirbt sich um den Formel 1-Vertrag ab 2021. Die FIA hat Hankook die Formel 1-Reife ausgestellt. Dabei kam heraus, dass die Koreaner schon viel weiter sind als gedacht.

Das Rennen um den neuen Reifenvertrag für die Formel 1 ab 2020 ist eröffnet. Hankook tritt gegen Pirelli an. Für Hankook ist es ein Prestigeprojekt. Ein Formel-1-Vertrag würde den koreanischen Hersteller weltweit bekanntmachen. Die FIA hat Hankook nach einer ausführlichen Untersuchung grünes Licht gegeben. Der koreanische Hersteller ist technisch und logistisch in der Lage, Formel 1-Reifen zu bauen. Das war die Voraussetzung dafür, dass man am Bieterverfahren gegen Pirelli teilnehmen kann.

Das Formel-1-Management holt jetzt die finanziellen Angebote der beiden Reifenhersteller ein. Pirelli-Sportdirektor Mario Isola bestätigt: „Unser Präsident hat unsere Position bereits klargestellt. Ich will dem nichts hinzufügen. Wir haben unseren Standpunkt und werden ein Angebot abgeben. Ich glaube, Pirelli hat in den letzten acht Jahren gute Arbeit abgeliefert und immer das gemacht, was von uns verlangt wurde.“

Schwingt da bereits die Furcht mit, dass Hankook die Formel 1 ein deutlich höheres Angebot wert ist, was Liberty und den Teams mehr Geld einspielen würde? Das Formel-1-Management wird die beiden kommerziellen Offerten genau prüfen. Der Prozess hat offiziell keine Frist, sollte aber bis Ende Oktober abgeschlossen sein. Wer auch immer den Zuschlag bekommt, muss noch vom FIA-Weltrat abgesegnet werden.

Zwei Reifenentwicklungen in zwei Jahren

Hankook bereitet sich bereits mit Vollgas auf die Formel 1 vor. Als Berater wurde der frühere Bridgestone-Rennleiter Hirohide Hamashima eingestellt. Der Japaner hat gute Kontakte zum Weltverband und den Rechteinhabern. Sein Wort wird Gewicht haben. Das neue Entwicklungszentrum in Deajon hat die FIA-Prüfer beeindruckt. Es ist mit den modernsten Reifenprüfständen ausgerüstet. Hier konnte sich die FIA auch davon überzeugen, dass Hankook sichere Reifen bauen kann. Diese Tests finden ausschließlich auf Prüfständen statt.

Doch Hankook testet auch schon auf der Rennstrecke. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dazu haben sich die Koreaner einen 2011er Williams FW33 mit Cosworth-Motor gekauft. Dazu ein Formel-2-Auto, das sie auf die aktuellen Reifenbreiten der Formel 1 umgerüstet haben. Der Testfahrer soll ein ehemaliger Formel-E-Pilot sein.

Sollte die Wahl auf die Koreaner fallen, müssten sie auf ein aktuelleres Testauto zurückgreifen, mit dem man auch das Drehmoment der Hybridantriebe simulieren kann. Da wird es schon schwierig. Zum Fahrbetrieb der Hybrid-Monster braucht es einen Technikerstab von bis zu 10 Personen. Die Teams können den nicht bereitstellen, weil das ein Wissensvorsprung für das entsprechende Team bedeuten würde. Auf Hankook würde so oder so eine große Aufgabe warten. Sie müssten 2020 Reifen für 13 Zoll und ein Jahr später für 18-Zoll-Räder bauen. Das ist für einen Neuling doppelt schwer.

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