Bridgestone reagiert

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Nach der Pleite von Barcelona ist Ferrari-Chef Montezemolo sauer. Bridgestone will reagieren, indem man die Reifenphilosophie von Michelin kopiert.

Ferrari-Chef Luca Montezemolo maulte nach dem verpatzten GP Spanien: "Nach fünf Rennen haben wir ein sehr konkurrenzfähiges Auto, aber ein Riesenproblem mit den Reifen." Bei Bridgestone reagierte man eher verhalten auf den Angriff des Italieners. Die Japaner beschworen gerade jetzt die Notwendigkeit einer guten Zusammenarbeit zwischen Reifenpartner und Ferrari.

Gute Stimmung ist auch deshalb vonnöten, weil Bridgestone Ferrari von einer neuen Philosophie überzeugen will. Wie bei Michelin möchten die Japaner künftig Reifen mit einer breiteren Auflagefläche und steilerer Schulter bauen. Die größere Fläche soll den Verschleiß der Gummis reduzieren. Bisher hatte man die Idee immer verworfen. die Ferrari-Aerodynamiker hielten die größere Stirnfläche dieses Reifentyps für einen zu großen Nachteil.

Einsatz frühestens beim am Nürburgring

Doch angesichts der herben Niederlagenserie hat auch bei den Roten das Umdenken eingesetzt. Vor Wochen räumte Technik-Chef Ross Brawn noch ein: "Wunderreifen gibt es nicht." Es ist beschlossene Sache, dass Bridgestone nun in die neue Richtung marschiert. Frühestens Ende Mai sollen die neuen Reifen zum Test bereit stehen. Bei Bridgestone träumt man davon, bereits beim übernächsten Rennen am Nürburgring (29.5.) die Niederlagenserie zu beenden.

Die Reifenschäden von Barcelona geben den Ingenieuren dagegen Rätsel auf. Die Techniker untersuchten die Lauffläche der zerstörten Pneus und befanden das Abnützungsbild als normal. am Renntag forschten sie bis 23 Uhr nach der Ursache, dann wurden die Reifen zur weiteren Untersuchung nach Tokio geschickt. Bis Freitag (13.5.) will man zu einem Ergebnis kommen.

Verschleiß als Pannengrund unwahrscheinlich

Bridgestones Technischer Direktor Hisao Suganuma schließt Verschleiß als Pannengrund aus: "Dass beide Reifen links betroffen sind und noch dazu mit fast identischer Laufzeit, spricht gegen diese Theorie." Zwar wird der linke Vorderreifen durch viele langgezogene Rechtskurven in Barcelona stark belastet, der linke Hinterreifen dagegen wenig. Wegen der drei langsamen Linkskurven müsste eher der rechte Hinterreifen leiden.

Zudem war Rubens Barrichello auf den gleichen Reifen mit noch mehr Benzin als Schumacher unterwegs. Der Brasilianer klagte jedorch lediglich über zeitweilige Blasenbildung seiner Pneus. Das gleiche Problem hatte Fernando Alonso. Der erreichte mit seinem Renault immerhin mühelos Rang zwei. Suganuma hält einen Fremdkörper auf der Strecke weiterhin für die wahrscheinlichste Ursache.

Ferrari-Chef Montezemolo mochte am Ende nicht nur Bridgestone für das Versagen der Weltmeister-Mannschaft verantwortlich machen. Der Italiener hat auch das Reglement im Visier: "Durch die neuen Regeln haben wir nun eher eine Reifen-Weltmeisterschaft als ein Championat für Autos."

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