Brunner klagt weiter

Foto: Daniel Reinhard

Der Rechtsstreit zwischen dem Formel-1-Team Toyota und seinem ehemaligen Chefdesigner Gustav Brunner geht weiter. Der 55 Jahre alte Österreicher lehnte am Mittwoch (23.8.) vor dem Arbeitsgericht Köln einen Vergleichsvorschlag des Richters Hartmut Münster ab.

Brunner hat nun zwei Wochen Bedenkzeit, ob er die vorgeschlagenen 1,34 Millionen Euro Abfindung doch noch annehmen will. Im Fall einer endgültigen Ablehnung trifft die zuständige Kammer am 13. September eine Entscheidung.

Brunner hatte gegen seine am 15. Dezember 2005 ausgesprochene betriebsbedingte Kündigung geklagt. Der in Köln ansässige japanische Rennstall hatte die Entlassung damit begründet, dass es den Posten in der Form nicht mehr gebe. Brunner sei zudem nicht mehr auf dem Laufenden, sagte Toyota-Anwalt Arno Saathoff bei der Verhandlung.

Gustav Brunner: 1,34 Millionen sind zu wenig

Brunner versicherte dagegen, sehr wohl mit der neuen Technik vertraut zu sein. Zudem sei es seine Aufgabe, primär seine Mitarbeiter anzuleiten und nicht selbst am Computer zu entwickeln. "Ich bin für meinen Scharfsinn und meine Kreativität bekannt und deshalb geholt worden", sagte er. Der als einer der Stardesigner geltende Österreicher arbeitete seit 1978 für acht verschiedene Grand-Prix-Teams, unter anderem sechs Jahre für Ferrari.

Toyota holte Brunner 2001 vom damaligen Minardi-Team. 2002 starteten die Japaner dann in der Formel 1 mit einem komplett selbst entwickelten Chassis und Motor, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Brunner verdiente bei den Japanern 31.500 Euro monatlich. Dazu kam eine vierteljährlich überwiesene Treueprämie in Höhe von 2,6 Millionen Euro pro Saison.

Diese Prämie hatte Toyota seinem ehemaligen Chefdesigner vom vierten Quartal 2005 an nicht mehr bezahlt. Das Monatsgehalt erhielt Brunner dagegen bis einschließlich 30. Juni, an dem die Kündigung wirksam wurde. Das Team berief sich dabein auf eine Klausel im Arbeitsvertrag, wonach die Treueprämie nur bei einem bestehenden Vertragsverhältnis bezahlt werde.

Zweite Klage wegen Werksspionage

Im Rechtsstreit geht es nun um die Höhe der Abfindung. Brunner, dem knapp zwei Millionen entgangen sind, will mehr als die angebotenen 1,34 Millionen Euro. Für Brunner ist der Fall nicht der einzige aktuelle Rechtsstreit. Zusammen mit Toyota-Teamgründer Ove Anderson muss er sich gegen eine Ferrari-Klage wegen Werksspionage wehren. Brunner und Anderson stehen im Verdacht, von angeheuerten Ferrari-Ingenieuren vertrauliche technische Informationen übernommen zu haben.

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