Bruno Senna als Kubica-Ersatz?

"Die Entscheidung liegt bei Renault"

F1-Test Jerez 2011 Foto: xpb 59 Bilder

Ein gelber Helm in einem schwarz-goldenen Auto - das kommt doch bekannt vor. Am Sonntag (13.2.) durfte Bruno Senna, der Neffe des berühmten Ayrton, für Renault testen. Alles lief nicht nach Plan. Am Ende war der Aushilfstester aber nicht unzufrieden.

Wie sah das Programm heute aus?
Senna: Ich musste mich zunächst mal ans Auto gewöhnen. Da sind wir mit älteren Reifen rausgegangen. Danach ein paar Läufe auf harten Reifen, ein paar Aero-Tests, ein paar Tests mit verschiedenen Einstellungen der Elektronik und des Reifendrucks. Damit haben wir das Auto etwas schneller gemacht. Ich habe auch einen Vergleich machen können: Einmal das Auto in dem Zustand, bevor es Nick Heidfeld bekommen hat und einmal danach. Er hat einige gute Sachen gefunden. Am Nachmittag wollten wir auch noch die "soften" und "supersoften" Reifen fahren, aber das hat nicht richtig funktioniert. Aber insgesamt war es ein sehr produktiver Tag. Das Team hat mein Feedback geschätzt. Mit dem Heckflügel und KERS ist es nicht einfach. Aber wenn man sich daran gewöhnt hat, wird er leichter.

Wie groß sind die Unterschiede zwischen den Reifenmischungen?
Senna: Der Unterschied zwischen den harten und den supersoften Reifen schätze ich auf 1,5 bis 1,7 Sekunden. Der harte ist deutlich konstanter auf Longruns. Den kann man etwas härter rannehmen. Der Verschleiß ist höher als im letzten Jahr. Das sollte interessante Rennen geben in diesem Jahr, was die Strategie angeht.

War das heute ein Ausscheidungsfahren gegen Heidfeld um das Cockpit von Robert Kubica?
Senna: Nein. Mir wurde einfach nur eine tolle Möglichkeit unter unglücklichen Umständen geboten. Wenn man bedenkt, dass ich erst seit drei Wochen hier bin, dann ist das schon eine große Sache. Das Team weiß, wonach es sucht. Jetzt liegt die Entscheidung bei ihnen.

Fahren Sie in Bahrain?
Senna: Das glaube ich nicht. Aber das liegt nicht an mir. Wie gesagt: Ich hatte einen Tag im Auto. Der war gut. Zur Vorbereitung braucht man aber mehr als das. Sie brauchen einen Fahrer, der bereit für den Job ist.

Wie groß ist der Unterschied, mit einem Spitzenteam zu arbeiten, im Gegensatz zum letzten Jahr?
Senna: Das war ja erst der zweite Test in einem Formel 1-Auto für mich überhaupt. Ein ganzer Tag in so einem Auto hilft einem als Fahrer sehr viel weiter. Man kann in Ruhe planen, ohne wie bei einem GP-Training unter Zeitruck zu stehen. Ich habe viel gelernt - nicht nur durch das Fahren, sondern auch durch das Zuhören des Funkverkehrs zwischen den Ingenieuren.

Was halten Sie von dem Auto?
Senna: Es ist sehr gut. Renault hat ein sehr konkurrenzfähiges Auto gebaut. Es ist aber noch einiges an Entwicklungsarbeit nötig. Da steckt noch viel Potenzial drin.

Warum sind Sie im Regen am Ende nicht rausgegangen?
Senna: Das hätte keinen Sinn gemacht in zehn Minuten für ein paar Runden. Für einen richtigen Regentest braucht man mehr Zeit. Ich hatte vorher die ganze Zeit mit den Supersoft-Reifen in der Garage gewartet, bis dann der Regen anfing.

Wie fühlte sich der Renault-Motor im Vergleich zum Cosworth an?
Senna: Das ist schon ein Unterschied, was das Ansprechverhalten betrifft. Beim Renault kommt die Kraft etwas gleichmäßiger. Aber jeder Motor hat seinen eigenen Charakter. Es sind beides gute Motoren. In einem schlechten Auto ist es sehr schwer zu sagen, was ein Motor leisten kann.

Sie haben sich am Morgen einen kleinen Dreher geleistet. Was ist da passiert?
Senna: Da war ich wohl etwas schnell unterwegs. Ich bin die Bridgestone-Reifen gewöhnt. Ich hatte mehr Grip erwartet. Aber der war nicht da.

Und was war bei dem kleinen Zwischenfall mit Kovalainen in der Boxengasse los?
Senna: Der Mechaniker hat mich losgeschickt, aber ich habe Heikki glücklicherweise noch gesehen und habe ihn nicht getroffen.

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