Bruno Senna

"Es gibt kommerzielles Potenzial mit mir"

Bruno Senna - GP Belgien - 26. August 2011 Foto: xpb 63 Bilder

Bruno Senna erlebte einen ereignisreichen ersten Trainingstag für Renault in Spa. In der Früh flog er in die Bande. Am Nachmittag kam er nicht richtig auf Speed. Danach erwarteten den Brasilianer noch die bohrenden Fragen zu den Gründen für seine Verpflichtung.

Bruno Senna ist nicht gerade zu beneiden. Als sei der große Name nicht schon Bürde genug, muss er sich jetzt noch mit ganz anderen Problemen herumschlagen. Teamchef Eric Boullier erwartet, dass er bis Singapur auf einem Level mit Vitaly Petrov fährt. Zuvor muss er im Eiltempo noch das Auto kennenlernen. Und dann erwartete ihn am Freitag auch noch das typisch wechselhafte Ardennen-Wetter in Spa-Francorchamps.

"Das waren doch ideale Bedingungen für ein Formel 1-Debüt", grinste der Pilot anschließend. "Immerhin konnte ich etwas Erfahrung im Regen sammeln." Allerdings bezahlte der Heidfeld-Ersatzmann auch Lehrgeld. "Ich habe etwas Zeit mit dem Fehler am Vormittag verloren. Da bin ich mit dem rechten Hinterreifen auf die weiße Linie gekommen. Ich habe am Ende auch dafür bezahlt."

Bruno Senna muss noch viel lernen

Mit den ganzen Umständen um den kurzfristigen Heidfeld-Rauswurf und die Verpflichtung für zunächst nur zwei Rennen hatte das aber nichts zu tun. "Ich denke da gar nicht drüber nach. Selbst wenn ich in den nächsten drei Jahren sicher im Auto sitzen würde, wäre der Druck der gleiche. Ich setze mich selbst mehr unter Druck als von außen. Damit bin ich aber bisher ganz gut zurechtgekommen."

Mit Unterstützung des Teams habe er den Fehler am Nachmittag gut aus dem Kopf bekommen. Für den Neuling gab es viel zu lernen. Vor allem die ganzen Abläufe, mit den Boxenstopps und den Startübungen. Auch mit KERS gab es viel zu tun. "Wir mussten ständig die Auflade-Levels und die Bremsbalance anpassen."

Senna befürchtet Lotterie im Qualifying

Senna hofft, dass es auch im Qualifying regnet - solange der Niederschlag konstant ist. "Wenn mit Intermediates oder Regenreifen gefahren wird, dann ist es relativ einfach. Aber hier in Spa wechseln die Bedingungen ständig. Wenn es so ist wie heute, wird es eine Lotterie. Dann geht es darum, zur richtigen Zeit auf den richtigen Reifen zu sein."

Bei trockenen Bedingungen sei die Herausforderung ungleich größer. Am Freitag konnte er das Potenzial des Autos kaum testen. "Ich habe etwas im Verkehr gesteckt und dann auch noch ein paar KERS-Probleme gehabt. Außerdem musste ich etwas vorsichtig sein, um nicht noch einmal abzufliegen. Das hat mich massiv eingebremst. Ich glaube nicht, dass ich irgendwo in der Nähe von 100 Prozent gefahren bin."

Interessant werde es, wenn es im Qualifying regnet und im Rennen trockene Bedingungen herrschen. "Das wird dann ein Pokerspiel, ob man sein Auto mehr für Regen oder Trockenheit abstimmt." Der Vergleich mit Teamkollege Vitaly Petrov fiel buchstäblich ins Wasser. "Vitaly hatte am Nachmittag einige Probleme mit seinem Auto. Der Vergleich war also nicht sehr aussagekräftig. Er ist auf trockener Strecke gar nicht gefahren."

Noch keine neuen Sponsoren dank Senna

Natürlich musste Bruno Senna noch einmal Stellung zu den Gerüchten nehmen, dass er nur des Geldes wegen den Platz von Nick Heidfeld eingenommen hat. "Wenn man sich das Team anschaut, dann gibt es keine neuen Sponsorenlogos auf dem Auto oder auf mir selbst. Das ist sicher nicht der Grund, warum ich im Cockpit sitze. Ich sitze im Auto, weil mich das Team vorbereiten will und den Glauben hat, dass ich gute Arbeit abliefere. Sie schauen in die Zukunft."

So ganz unwichtig scheinen finanzielle Gründe dann aber doch nicht zu sein. "Natürlich gibt es ein großes kommerzielles Potenzial für das Team mit mir als Fahrer. Hoffentlich können wir das ausnutzen. Aber ich bin ziemlich sicher, dass mich das Team nicht deswegen verpflichtet hat."

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