Mosley-Vorschlag zur Kostenmisere

Wer spart, darf mehr machen

Max Mosley Foto: xpb 23 Bilder

Am 14. Mai geht es in der Strategiegruppe um die Zukunft der Formel 1. Und auch darum, wie man die Kosten reduziert. Das Problem ist, dass sich die Top-Teams nur ungern zum Sparen überreden lassen wollen. Max Mosley hat eine Lösung, wie das gehen könnte.

Drei Wochen vor dem Saisonstart standen Lotus, Force India und Sauber bei Bernie Ecclestone auf der Matte. Sie sagten dem Formel 1-Chef klipp und klar, dass sie in Melbourne nicht am Start stehen würden, weil das Geld dazu fehlt. In den Wintermonaten leidet die Hälfte des Feldes unter schwächelndem Cash-Flow. Bernie Ecclestone gab den drei Bittstellern einen Vorschuss von jeweils 10 Millionen Dollar auf künftige Auszahlungen.

Damit war das Problem gelöst, aber noch nicht aus der Welt geschafft. Es wird die drei später in der Saison wieder einholen. Was es umso dringlicher macht, dass sich die Strategiegruppe der Formel 1 bei ihrer nächsten Sitzung am 14.Mai auf Sparmaßnahmen einigt. Vielleicht ist es sogar die goldene Gelegenheit dazu.

Red Bull hat bereits eigene Sparvorschläge ausgearbeitet. Auch bei Mercedes sieht man mittlerweile die Notwendigkeit, dass die Kosten sinken müssen. Zwei der drei Überlebenskünstler sind Kunde bei Mercedes. Wenn sie ausfallen, fehlt auch in Brixworth Geld in der Kasse. Nur Ferrari stellt sich noch taub. Maranello will nicht auf die schönen Spielzeuge wie Windkanal oder Simulatoren verzichten, weil man Angst hat, die Ingenieure könnten dann zu oft einen Flop landen. Na und? Würde den Sport unberechenbarer und interessanter machen.

Mosley ist der Erfinder der Budgetdeckelung

Die Teams versuchen bei ihren Sparvorschläge das böse Wort "Budgetdeckelung" auszuklammern. Lieber den Windkanal abschaffen oder die Zahl der Mitarbeiter begrenzen oder mehr Gleichteile zulassen. Dabei wäre eine Kostenobergrenze die eleganteste Lösung, weil sie nur den Rahmen vorgibt. Innerhalb dessen kann jeder frei entscheiden, für was er sein Geld ausgibt.

Der frühere FIA-Präsident Max Mosley gilt als Erfinder der Budgetdeckelung. Sie hat ihn 2009 den Kopf gekostet. Weil er bereits ein Reglement auf dieser Basis ausgearbeitet hatte. Und weil das Betriebsprüfungsunternehmen Deloitte erfolgreich vorexerziert hatte, dass man durchaus sehr genau die Ausgaben der Teams ermitteln kann. Die Sorge, dass in großem Rahmen betrogen würde, waren laut dieser Studie unbegründet. Ferrari, McLaren und Red Bull aber wollten keine Gleichstellungs-Formel. Sie vertrieben Mosley aus seinem Amt.

Mit Kostenobergrenze mehr technische Freiheiten

Auch heute, 6 Jahre danach, sind die Probleme noch existent. Und es gibt immer noch keine Lösung. Die großen Teams wissen nur, was sie nicht wollen: Eine Kostendeckelung. Max Mosley hat eine Idee, wie man sie sanft davon überzeugen könnte. Der gelernte Jurist würde nach dem Prinzip verfahren: Learning by doing. Nicht zwingen, sondern überzeugen.

Mosley schlägt vor, es den Teams freizustellen, ob sie mit oder ohne Budgetdeckelung fahren. Wer ohne Limits weitermachen will wie bisher, muss nach dem aktuellen Technikreglement fahren. Wer einer Budgetkontrolle zustimmt, bekommt alle Freiheiten. Er darf dann zwar nur 100 Millionen Dollar ausgeben, aber sein Auto muss nur in eine vorgeschriebene Box passen, und in diesem Bereich sind die Ingenieure frei. Aerodynamisch wie mechanisch.

Dann stört es auch nicht, wenn Ferrari, Mercedes, Red Bull und McLaren-Honda weiter 250 Millionen Dollar und mehr ausgeben. Die Möglichkeiten, ein Defizit von eineinhalb bis zwei Sekunden durch technische Features zu kompensieren, die den Top-Teams verschlossen bleiben, macht die Kostenbremse attraktiv.

"Ich kann mir vorstellen, dass sehr bald alle Teams in das Lager der Budgetdeckelung überlaufen. Und dann werden sie merken, dass man auch mit 100 Millionen tollen Motorsport bieten und technisch hochstehende Autos bauen kann", glaubt Mosley.

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