Buemi schnell in Barcelona

Aufpassen auf den Toro Rosso

Formel 1 Test Barcelona 2011 Foto: xpb 17 Bilder

Toro Rosso hat ein Auto, das hinter Red Bull und Ferrari um die erste Position im Verfolgerfeld kämpft. Sebastien Buemi bestätigte die gute Form des STR6 nicht nur durch die zweitbeste Runde in Barcelona. Da liegt eine Sensation in der Luft.

Zwölf Testtage lang hat sich kaum einer um Toro Rosso gekümmert. Sebastien Buemi und Jaime Alguersuari platzierten sich meistens in der Anonymität des Mittelfeldes. Bloß nicht auffallen, hieß die Devise im Toro Rosso-Lager. Dabei hatte Jenson Button schon beim letzten Test in Barcelona vor dem Team aus Faenza gewarnt.

Überraschung durch Toro Rosso

Seit Buemis zweitbester Zeit hinter Sebastian Vettel sind auch die anderen gewarnt. Der Toro Rosso könnte die Sensation der ersten Rennen werden. Experten trauen dem ehemaligen Juniorteam von Red Bull sogar Podestplätze zu.

Buemis 1.22,396 Minuten-Runde war die zweitschnellste Runde der neuen Formel 1-Generation in Barcelona. Schneller als Mark Webber am Dienstag, schneller als alles was Ferrari, Mercedes oder Renault bis jetzt zu bieten hatten. Buemi lächelt verlegen, wenn man ihn auf seine Geheimfavoritenrolle anspricht.

Toro Rosso erstmals leicht

"Es sieht sehr positiv aus. Aber weil alle Autos durch die Bank langsamer als im Vorjahr sind, fällt es mir schwer abzuschätzen, wo genau im Feld wir stehen. Wir sind am Mittwoch zum ersten Mal leicht unterwegs gewesen." Auch nach einer ersten Rennsimulation war der 22-jährige Schweizer zufrieden: "Die Reifen scheinen bei uns etwas weniger abzubauen als bei der Konkurrenz."

Buemi fuhr dabei noch das Standardpaket, das seit Beginn des Testwinters in Valencia im Einsatz ist. Kollege Alguersuari kommt am Donnerstag und Freitag in den Genuss von Neuentwicklungen am Frontflügel und Unterboden.

Buemi fordert Weiterentwicklung

Buemi zieht eine positive Zwischenbilanz, mahnt seine Techniker aber auch an: "Wir haben eine gute Ausgangsposition. Jetzt muss aber auch die Weiterentwicklung des Autos stimmen. Wenn andere Teams bei den nächsten Rennen sieben Zehntel finden und wir nur die Hälfte, ist es mit der Herrlichkeit schnell vorbei."

Genau das sei im letzten Jahr passiert. Auch da hatte Toro Rosso zum Saisonstart ein ordentliches Auto, fiel dann aber im Wettrüsten der Konstruktionsbüros sukzessive zurück. Was auch daran lag, dass die kleine Truppe aus Faenza 2010 zum ersten Mal auf eigenen Füßen stehen musste. Das ist Vergangenheit. Toro Rosso hat jetzt ein Jahr Erfahrung. Die Abläufe im Technikbüro haben sich eingespielt.

Ricciardo positiv für Toro Rosso

Für Buemi wird 2011 ein entscheidendes Jahr. Er weiß, dass Reservepilot Daniel Ricciardo an die Tür klopft. Der Australier wird in jedem Freitagstraining im Auto sitzen. Buemi betrachtet Ricciardo als den normalen Druck, den ein Rennfahrer aushalten muss.

"Das war schon immer die Philosophie von Red Bull. Die Stammfahrer müssen Leistung bringen. Wenn nicht, rücken junge Fahrer nach. Ich konzentriere mich auf meinen Job und lasse mich nicht durch Dinge aus der Ruhe bringen, die ich nicht beeinflussen kann. Ricciardo kann uns sehr nützlich werden. Es ist eine weitere Stimme beim Abstimmen des Autos. Ich bekomme zusätzliche Daten zum Vergleich und kann daraus lernen."

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