Carlos Sainz ärgert Red Bull

„Sainz soll sich aufs Fahren konzentrieren“

Carlos Sainz - Toro Rosso - Helmut Marko Foto: sutton-images.com 42 Bilder

Carlos Sainz sorgte mit seiner Drohung für Wirbel: Entweder 2018 im Red Bull oder weg von Toro Rosso. Die Antwort von Red Bull ließ nicht lange auf sich warten. Motorsportchef Helmut Marko erinnerte den Spanier daran, wer ihn in die Formel 1 gebracht hat.

Es kommt selten vor, dass es bei den offiziellen FIA-Pressekonferenzen Aussagen mit Zündstoff gibt. Carlos Sainz hat es geschafft. Der Spanier überraschte Freund und Feind mit einem ungewöhnlich deutlichen Statement zu seiner Zukunft: „Mein Hauptziel ist es im nächsten Jahr, zu Red Bull aufzusteigen und um Podestplätze und Siege zu fahren. Wenn das nicht passiert, dann ist ein viertes Jahr bei ToroRosso unwahrscheinlich. Deshalb werde ich mir nicht die Türen bei möglichen Alternativen zuwerfen.“

Das klang wie ein Ultimatum an die Red Bull-Chefs: Entweder ich fahre nächstes Jahr im A-Team, oder ich bin weg. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Teamchef Christian Horner sprach von Undank und einem klaren Vertrag. Der Rennstall habe viel in seine Karriere investiert. Da könne man ein bisschen mehr Loyalität schon erwarten. Tatsächlich hat Red Bull nach dem GP Aserbaidschan seine Option auf Sainz eingelöst. Als sie der Toro Rosso-Pilot ignorieren wollte, hat sie Red Bull seinem widerspenstigen Fahrer persönlich in die Hand gedrückt.

Löst Kubica bei Sainz eine Torschlusspanik aus?

Interessant an der Drohung von Sainz war der erste Teil der Aussage. Sainz fordert einen Platz bei Red Bull ein, obwohl er eigentlich wissen müsste, dass Daniel Ricciardo und Max Verstappen bis 2019 fest beim A-Team unter Vertrag sind. Oder weiß der Sohn des früheren Rallye-Weltmeister mehr als wir? Bahnt sich da auf dem Transfermerkt vielleicht eine Sensation an und Ricciardo oder Verstappen verlassen trotz Vertrag ihr Team? Die englische Tageszeitung „The Independant“ vermeldete bereits vorwitzig, dass Verstappen 2018 für Ferrari fahre.

Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko sorgt für Klarheit: „Sainz muss irgendwie verwirrt sein. Er kennt die Vertragssituation bei uns und bei Toro Rosso. Ich weiß nicht, wovon er träumt. Wenn er jetzt Red Bull íns Spiel bringen, will er uns unter Druck setzen. Aber da ist er bei uns an der falschen Stelle. Er hat für 2018 einen Vertrag mit uns. Ohne wenn und aber. Ich muss mich über sein Verhalten wundern. Normalerweise beißt man nicht die Hand, die einen füttert.“ Dann belehrt der Grazer Ex-Rennfahrer den aufmüpfigen Spanier: „Er sollte sich besser aufs Rennfahren konzentrieren. Bei den letzten Trainings hatte immer Kvyat die Nase vorn.“

Sainz sieht in Toro Rosso offenbar eine Sackgasse. Dem Spanier werden Kontakte zu Renault nachgesagt, wo er ein Jahr zuvor schon einmal abgeblitzt ist, weil Red Bull auf seiner Option bestand. Sainz ist nicht der einzige, der bei Renault auf der Matte steht. Auch Sergio Perez sieht den französischen Werksrennstall als eine Option. Möglicherweise haben die Gerüchte um eine Rückkehr von Robert Kubica eine Art Torschlusspanik ausgelöst. Sollte der Pole bei einem zweiten Test für Renault in Paul Ricard seine Leistungen von der ersten Probefahrt in Valencia bestätigen, fällt dort vielleicht eine Tür, zu bevor sie richtig aufgeht.

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