Sean Bratches, Chase Carey und Ross Brawn - F1 Bosse - 2017 Liberty Media
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Bernie Ecclestone - Max Verstappen - Formel 1 2016
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Chase Careys Pläne für die Formel 1

"Formel 1 war eine One-Man-Show"

Der neue Formel 1-Chef Chase Carey hat sich beim britischen TV-Sender Sky Sports ausführlich zur Übernahme der Macht in der Königsklasse, sein Verhältnis mit Ex-Boss Bernie Ecclestone und die Zusammenarbeit mit Ross Brawn geäußert.

Die Meldung von auto motor und sport verbreitete sich am Montagabend wie ein Lauffeuer über soziale Medien und Nachrichtenwebseiten in die ganze Welt: Bernie Ecclestone ist nicht mehr der Chef der Formel 1. Um kurz nach 22 Uhr folgte dann auch die offizielle Bestätigung von Neubesitzer Liberty Media.

Der neue starke Mann der Königsklasse heißt Chase Carey. Das operative Geschäft hat der US-Amerikaner in Diensten von Liberty Media auf zwei Schultern verteilt: Ex-Ferrari-Teamchef Ross Brawn wird sich um sportliche Angelegenheiten kümmern. Ex-ESPN-Manager Sean Bratches übernimmt die kommerzielle Seite. Bernie Ecclestone darf nur noch als Berater agieren.

Chase Carey will Ecclestone einbinden

„Ich habe ehrlichen Respekt vor ihm“, betonte Carey im Gespräch mit dem englischen TV-Sender Sky Sports. „Bernie verdient Anerkennung für das Geschäft, das er in den letzten Jahrzehnten aufgebaut hat. Es wurde gerade für 8 Milliarden US-Dollar verkauft. Das ist doch der ultimative Beweis für den Wert, den er geschaffen hat. Das ist für alle sichtbar.“

Carey weiß aber auch, dass Ecclestone die Entmachtung nicht leicht fallen wird. „Bernie hat das Geschäft für den Großteil seines Lebens geführt. Da ist es klar, dass der Wechsel schwierig wird und Herausforderungen beinhaltet. Ich hoffe, dass wir einen gemeinsamen Weg finden werden. Ich möchte, dass er sich gut dabei fühlt. Er war immer Teil der Formel 1-Familie. Ich möchte, dass er auch weiter ein Teil bleiben wird. Ich weiß aber auch, dass es eine große Veränderung für ihn ist.“

Allerdings deutet Carey auch an, dass Ecclestone in den letzten Jahren nicht den bestmöglichen Job erledigt hat. „Bernie hat das Geschäft alleine geführt. Es war eine One-Man-Show. Das soll keine Kritik sein. Das ist einfach die Realität“, so Carey. „Bei der Analyse der Zahlen haben wir erkannt, dass das Geschäft vor allem in den letzten 4 oder 5 Jahren nicht mehr gewachsen ist. Das volle Potenzial wurde nicht ausgeschöpft. Wir mussten eine neue Struktur aufstellen, damit der Sport in der heutigen Welt wieder wächst. Und wir müssen mit unseren Partnern zusammenarbeiten, damit wir das Bestmögliche aus dem Sport herausholen – auch mit Blick auf die Fans.“

Ross Brawn soll Formel 1 spektakulärer machen

Vor allem in die Verpflichtung von Ross Brawn legt Carey große Hoffnungen. Das ehemalige Ferrari-Superhirn, das mit Michael Schumacher einen WM-Titel nach dem anderen gefeiert hat, soll dafür sorgen, dass die Show besser wird. „Ross hat ein Jahrzehnt lang unglaubliche Erfolge in der Formel 1 gefeiert. Er bekommt die Aufgabe sicherzustellen, dass auf der Strecke alles aus dem Sport herausgeholt wird, was drinsteckt. Es muss für die Fans so aufregend und spektakulär wie möglich gemacht werden. Wir haben das Gefühl, da gibt es noch Dinge, die wir verbessern können.“

„Es ist ein toller Sport. Wir haben Fahrer, die Weltstars sind. Wir haben Autos, die mit ihrer Power und Technologie begeistern. Die Formel 1-Marke hat auf der ganzen Welt ihre Fans. Es ist ein großartiger Sport mit großartigen Werkzeugen – wir müssen aber dafür sorgen, dass die Show auf der Strecke weiter verbessert wird. Keiner versteht besser, wie der Sport funktioniert, als Ross.“

Carey bittet Teams um Veränderungen

Carey betonte, dass die neue F1-Führung keine Entscheidungen über die Köpfe der Teams hinweg fällen will. „Wir müssen mit den Teams zusammenarbeiten“, lautet das Credo des neuen F1-Bosses. „In letzter Zeit wurde in diesem Sport aber zu vielen Dingen “nein„ gesagt. Jetzt müssen wir damit beginnen, zu vielen Dingen “ja„ zu sagen. Die aktuelle Führungsstruktur funktioniert nicht besonders gut. Wir müssen wirksamere Entscheidungen treffen. Und wir müssen sie effizienter treffen.“

In der Diskussion ist die Verkürzung der Grand Prix-Distanz, Änderungen im Ablauf eines Rennwochenendes und der Ausbau des Kalenders. Carey kündigte an, dass man künftig gerne noch ein F1-Rennen in einer großen amerikanischen Metropole austragen würde. Kurzfristige Entscheidungen erwartet Carey aber nicht: „Wir haben nicht die Veränderungen bis zum Juni 2017 im Fokus, sondern wie wir den Sport für 2020 nach vorne bringen können.“

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