Sebastian Vettel - Ferrari - GP USA - Austin - Formel 1 - Freitag - 20.10.2017 xpb
Daniel Ricciardo - Red Bull - GP USA - Austin - Formel 1 - Freitag - 20.10.2017
Sebastian Vettel - Ferrari - GP USA - Austin - Formel 1 - Freitag - 20.10.2017
Sebastian Vettel - Ferrari - GP USA - Austin - Formel 1 - Freitag - 20.10.2017
Marcus Ericsson - Sauber - GP USA - Austin - Formel 1 - Freitag - 20.10.2017
Marcus Ericsson - Sauber - GP USA - Austin - Formel 1 - Freitag - 20.10.2017 95 Bilder

Chassiswechsel bei Vettel

Red Bull kopiert Ferrari-Fahrwerk

Sebastian Vettel war ratlos. Sein Ferrari machte nicht was er wollte. Lag es am Chassis oder der neuen Vorderachse? Nach eineinhalb Stunden Datenstudium entschieden sich die Ingenieure für einen Chassiswechsel. Womöglich wird auch auf die alte Aufhängung zurückgetauscht. Red Bull probierte eine Kopie. Bislang ohne Erfolg.

Der erste Trainingstag zum GP USA ging für Sebastian Vettel in die Hose. Am Morgen war mit Platz 2 hinter Lewis Hamilton noch alles unverdächtig. Doch am Nachmittag kündigte sich das Unheil mit einem monumentalen Dreher in Kurve 19 bereits an. „Ein komischer Abflug“, gab Vettel zu. „Ich habe das Auto gleich beim Einlenken und nicht wie üblich im Scheitelpunkt verloren.“ Der Deutsche konnte sich auch in der Folge nicht mit seinem roten Dienstwagen anfreunden. „Ich hatte das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Mir fehlte das Gefühl für mein Auto.“

Am Funk drückte sich Vettel drastischer aus. „Das Auto ist weich wie Gummibärchen.“ Später bog er mit dem Hinweis in die Boxengasse ab, das möglicherweise mit der Aufhängung etwas nicht stimmt. Ferrari debütierte in Spa mit einer veränderten Geometrie an der Vorderachse. Sie soll helfen, das Auto beim Einlenken besser in die Kurven zu ziehen. Beim GP Malaysia kehrte Kimi Räikkönen wieder zum alten Fahrwerk zurück. Er fühlte sich mit dem neuen System nicht wohl. In Suzuka waren beide Ferrari-Piloten mit der konventionellen Vorderachse unterwegs. Begründung: Das alte System gibt den Fahrern auf dem speziellen Layout von Suzuka mehr Vertrauen.

Zurück ins Suzuka-Chassis

Am ersten Trainingstag von Austin tauchte Vettel wieder mit der neuen Vorderachse auf. War sie der Grund für die Probleme? Nach Durchsicht aller Daten kamen die Ferrari-Ingenieure drauf, dass die Aufhängung allein nicht für das unberechenbare Fahrverhalten verantwortlich sein konnte. Deshalb wurde eineinhalb Stunden nach Ende des zweiten Trainings entschieden, auch das Chassis zu tauschen. Es ist eine langwierige Operation, die nach Erfahrung der anderen Teams Nachtarbeit erfordert. Ferrari schaffte es trotzdem, vor der Sperrstunde fertig zu sein. Um 10 Uhr abends wurde der Motor im neuen Chassis angelassen..

Lewis Hamilton - Mercedes - GP USA - Austin - Formel 1 - Samstag - 21.10.2017
Aktuell

Welches Chassis tatsächlich ausgemustert wurde, war nicht ganz sicher. Einige Quellen behaupten, Vettel sei in einem brandneuen Chassis gesessen, was seine Sitzprobe am Donnerstag erklären würde. Aus einer anderen Ecke hören war, dass es die Singapur-Überlebenszelle war. Dieses Chassis stand im Verdacht, weil es schon den Startcrash von Singapur in seinen Kohlefaserstrukturen hat. Es wurde nach dem Unfall ausgiebig untersucht. Ferrari konnte keinen Schaden entdecken. Doch vielleicht hat man einen versteckten Riss übersehen. Mittlerweile bestätigt auch Ferrari: „Es war kein neues Chassis, das getauscht werden musste.“

Vettel wechselt auf jeden Fall in sein Suzuka-Chassis. Damit dürfte wohl auch die alte Vorderachse zurückkehren, um jeden Zweifel auszuräumen. Ferrari muss den Chassiswechsel vor dem dritten Training abgeschlossen haben, um straffrei auszugehen. Diese Regel ist neu. Wer nach Beginn von FP3 ein neues Chassis zum Einsatz bringt, muss aus der Box starten. Für alle anderen Teile am Auto ist der Beginn der Qualifikation die letzte Möglichkeit zum Tausch.

Red Bull-Fahrwerk bekommt zweite Chance

Ferraris Vorderachse hat auch das Interesse der Konkurrenz auf sich gezogen. Red Bull kopierte das Prinzip. Man erkennt den Unterschied zwischen alter und neuer Vorderachse an unterschiedlich angewinkelten Umlenkhebeln für die Druckstrebe. Daniel Ricciardo spielte im ersten Training das Versuchskaninchen. Schon auf der Strecke meldete der Australier Probleme an. Red Bull baute sein Auto wieder auf den alten Stand zurück. Damit ist aber die Entwicklung noch nicht gestorben. „Es ist gut möglich, dass sie bei einem der nächsten Rennen in modifizierter Form zurückkehrt“, verrät Teamberater Helmut Marko.

Red Bull - GP USA 2017 - Austin
ams
Man erkennt den Unterschied zwischen alter (rechts) und neuer Vorderachse (links) an unterschiedlich angewinkelten Umlenkhebeln für die Druckstrebe.

Über einen Motorwechsel im Verstappen-Auto wird noch beratschlagt. Red Bull hat zwar einen Tausch auf Renaults jüngste Ausbaustufe bei der FIA angekündigt, aber am Freitag noch nicht vollzogen. „Wir wollten erstmal sehen, wie sich der Motor beim Werksteam und bei Toro Rosso bewährt“, erklärte Marko. Nachdem es bei Nico Hülkenberg im zweiten Training Probleme gegeben hatte, muss Red Bull nun eine Entscheidung treffen. Entweder 15 PS mehr und eine Motorstrafe und mögliche Kinderkrankheiten in der Folge, oder ein guter Startplatz für Max Verstappen und eine Verschiebung des Motorwechsels mit der entsprechenden Strafe auf später. Irgendwann muss ein sechster Motor ins Auto. Mit fünf Motoren und fünf MGU-H kommt man nicht über die Runden.

Motorsport Aktuell Ferrari - GP USA - Austin - Formel 1 - Donnerstag - 19.10.2017 F1-Fotos GP USA 2017 (Donnerstag) Ferrari zeigt seine Updates

Die Formel 1 bereitet sich auf das Rennen in Austin vor.

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