Fernando Alonso - McLaren - Formel 1 - GP Österreich - 28. Juni 2018 sutton-images.com
Mercedes - Formel 1 - GP Österreich - 28. Juni 2018
Mercedes - Formel 1 - GP Österreich - 28. Juni 2018
Impressionen - Formel 1 - GP Österreich - 28. Juni 2018
Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Österreich - 28. Juni 2018 90 Bilder

Der Donnerstag-Check: Team für Team in Spielberg

McLaren um 400 Prozent besser

Donnerstag herrscht Ruhe vor dem Sturm. Wir checken die Teams auf Neuigkeiten und was die Fahrer vom Rennen erwarten. Mercedes fordert Ferrari und Red Bull mit einem Aero-Upgrade heraus. Fernando Alonso wehrt sich gegen Kritik an McLaren.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was neu am Auto ist und bei den Fahrern, wie sie das Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Mercedes

Mercedes packt im Titelrennen den Hammer aus. Aus Brackley trafen viele neue Teile ein: Seitenkästen, Unterboden, Leitbleche, Heckflügel, Spiegel, vordere Bremsbelüftung. Valtteri Bottas vergleicht das Aero-Upgrade mit der Ausbaustufe des Motors, die vor einer Woche in Frankreich debütierte: „Der Fortschritt beim Motor ist spürbar. In Zeit umgerechnet ist es schwierig. Ich schätze mal, dass er uns ein Zehntel bringt. Das gleiche erwarte ich von unserem Aero-Upgrade.“ Der Finne warnt aber auch: „Ein so großes Paket bedeutet auch, dass wir uns vom Setup erst einmal wieder hin tasten müssen. Das wird unsere größte Aufgabe am Freitag.“

Ferrari

Ferrari bringt sein Aero-Upgrade erst in Silverstone. Trotzdem ist Sebastian Vettel optimistisch: „Unser Auto ist auf jedem Typ Strecke konkurrenzfähig. Doch der Red Bull-Ring sollte uns noch mehr liegen. Wir hatten auch letztes Jahr hier schon einen guten Speed. Wenn wir den Freitag gut hinkriegen, können wir uns am Samstag noch einmal steigern.“ Vettel betont den Freitag, weil Ferrari sowohl in Montreal und Paul Ricard am ersten Trainingstag nicht optimal sortiert war und deshalb immer einem Rückstand hinterherlaufen musste. In Kanada hat es funktioniert, in Frankreich nicht.

Red Bull

In den letzten vier Jahren stand Red Bull jedes Mal auf Kriegsfuß mit seiner Hausstrecke. Diesmal ist die Hälfte des Red Bull-Rings eine DRS-Zone. Kritiker behaupten, die dritte DRS-Zone ist ein Geschenk an Hausherr Red Bull. „Das minimiert unser Problem mit dem Luftwiderstand. So sollten wir gut über die drei Geraden kommen. Der Rest der Strecke passt uns sowieso. Ich kann nicht sagen, ob es uns hilft. Aber es schadet bestimmt nicht“, urteilt Daniel Ricciardo. Der Australier rechnet mit einem Podium. „Wir waren noch nie so nah an der Spitze dran, seit ich für Red Bull fahre. Ich sehe mich immer noch drin im Titelrennen.“ Vor der Sommerpause will Ricciardo geklärt haben, wo er 2019 fährt. Immer mehr spricht für Red Bull. „Seit der Vertrag mit Honda durch ist, liegen die Karten auf dem Tisch. Ich weiß jetzt, was mich erwartet.“

Impressionen - Formel 1 - GP Österreich - 28. Juni 2018
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Red Bull brachte diese heißen Driftkisten auf die Strecke.

Force India

Während Teamchef Bob Fernley den 4. Platz in der Konstrukteurs-WM schon fast abschreibt, glaubt Sergio Perez immer noch an eine „erfolgreiche Titelverteidigung“. Renault ist zwar das konstanteste Team im Mittelfeld, aber nicht weit weg. „Ein gutes Upgrade, zwei starke Rennen, und wir sind wieder dran. Ich habe Platz 4 noch nicht aufgegeben.“ Force India brachte einen Teil des Aero-Paketes, das eigentlich für den GP Frankreich vorgesehen war. Der Unterboden wurde im Heckbereich modifiziert.

Williams

Ein neuer Unterboden ist Teil 1 einer Serie von Modifikationen, die dem Williams FW41 das Laufen beibringen soll. „Bis zur Sommerpause ist das Paket komplett“, verspricht Technikchef Paddy Lowe. Für den Red Bull-Ring erwartet Sergey Sirotkin noch keine Wunder. „Williams war vor einem Jahr nicht gut auf dieser Strecke. Und wir hatten Probleme beim letzten Rennen in Paul Ricard. Uns steht wieder ein schweres Wochenende bevor. Aber ich setze große Hoffnungen in die Modifikationen, die in den nächsten Wochen ans Auto kommen.“ Sirotkin muss im ersten Training am Freitag sein Cockpit für Robert Kubica räumen.

Renault

Keine neuen Teile am Renault. Das nächste größere Upgrade ist für den GP Ungarn angekündigt. Da soll ein neuer Heckflügel debütieren. Eine Analyse der MGU-K von Carlos Sainz hat ergeben: Es war der gleiche Schaden wie bei Daniel Ricciardo in Monte Carlo. Die MGU-K wäre nach dem GP Frankreich ohnehin an beiden Autos getauscht worden. „Sie hat fünf Runden vor Ende ihrer Laufzeit aufgegeben“, berichtet ein Ingenieur. Die neue MGU-K Spezifikation ist zwei Kilogramm leichter als die alte. Nico Hülkenberg erwartet Renault wieder an der Spitze im Kampf um Platz 4: „Das muss unser Ziel sein. Auch wenn ich HaasF1 hier wieder stark einschätze.“ Die Probleme mit dem instabilen Heck sind nur zum Teil gelöst. „Es ist besser als zum Saisonbeginn, aber das große Upgrade, das uns alle Probleme auf einmal löst, haben wir noch nicht gefunden.“

Toro Rosso

Der Red Bull-Ring ist mit über 70 Prozent Volllast eine Motorenstrecke. Das wird für Hondas zweite Motorenspezifikation der dritte Prüfstein. Die Fahrer wissen noch nicht so recht, was sie von Red Bulls Hausstrecke halten sollen. „Ich habe eigentlich lieber Strecken mit mehr als nur 10 Kurven, aber wenigstens sind viele von ihnen schnell“, erklärte Pierre Gasly. Brendon Hartley warnt die Strecke zu unterschätzen: „Die Geraden sind ziemlich kurz. Du kommst kaum zum Verschnaufen. Viele Bremszonen liegen in Bergabstücken. Mit der Bremse bestimmst du den gesamten Verlauf der Kurve.“ Auch Toro Rosso rüstete auf. Das Team brachte einen neuen Frontflügel nach Österreich.

Toro Rosso - Formel 1 - GP Österreich - 28. Juni 2018
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Toro Rosso brachte einen neuen Frontflügel mit nach Spielberg.

HaasF1

Kevin Magnussen hat 100 Prozent der Punkte von HaasF1 geholt. Nach dem Geschmack des Dänen könnten es gerne mehr als 27 sein. „Wir schenken immer noch zu viele Punkte her. Wir haben ein Auto, das gut genug ist, das Mittelfeld anzuführen. Wir müssen die schlechten Wochenenden eliminieren. Renault ist sehr beständig, wahrscheinlich zu beständig für uns. Aber um Platz 5 in der Konstrukteurs-WM sollten wir kämpfen können.“

McLaren

Es wird immer klarer, dass Fernando Alonso 2019 eine Formel 1-Pause einlegt. Zuerst hat McLaren versucht sich Daniel Ricciardo zu angeln. Jetzt soll man seine Fühler nach Kimi Räikkönen ausstrecken, der bei Ferrari zunehmend unter Druck gerät. Das Werben um erfahrene Piloten ist ein sicheres Indiz dafür, dass Alonso auf dem Absprung in die IndyCar-Serie ist. Räikkönen wollte die Gerüchte nicht kommentieren. Der Traditionsrennstall geriet nach der blamablen Vorstellung in Paul Ricard ins Kreuzfeuer der Kritik. Alonso ging mit den Nestbeschmutzern hart ins Gericht. „Ihr übertreibt. Wir sind nicht so schlecht, wie ihr uns macht. Paul Ricard war sicher unser schwächstes Wochenende, aber im Rennen konnte ich auf den Soft-Reifen das Tempo von Sainz und Magnussen mitgehen. Das Team liegt auf Platz 5, ich bin Achter in der Fahrer-WM. Das ist eine Steigerung um 400 Prozent gegenüber Vorjahr. Wir sind selbst nicht zufrieden mit unserer Leistung. Seit dem dritten Rennen kennen wir unsere Schwächen und arbeiten daran. Weil wir in den letzten drei Rennen nicht so viele Upgrades gebracht haben wie Sauber oder Force India sind wir in dem engen Mittelfeld nach hinten gerutscht.“ McLaren will am Freitag einen modifizierten Unterboden testen.

Sauber

Sauber hat zum vierten Mal in Folge neue Teile im Gepäck. Der Unterboden wurde leicht modifiziert. Charles Leclerc lobt: „Bis jetzt hat uns jeder Schritt nach vorne gebracht.“ Sauber hat sich auch bei den Boxenstopps massiv verbessert. In Frankreich ging zum dritten Mal in Folge der schnellste Boxenstopp des Rennens an das Schweizer Team. Leclerc sieht noch einen Punkt, in dem Sauber dazugelernt hat. „Wir lagen in Paul Ricard am Freitag mit dem Setup total daneben. Trotzdem bekam keiner Panik. Die Ingenieure haben ruhig an dem Problem gearbeitet, und am Samstag war das Auto wie verwandelt. Wir haben gerade bei der Abstimmung viel dazugelernt. Zuletzt war unser Auto immer so ausbalanciert, dass es für meinen Fahrstil passt.“ Genau damit hatte Marcus Ericsson ein Problem. Der Schwede mag eine Hinterachse, die ihm beim Einlenken Vertrauen gibt. Leclerc hat lieber eine leichte Tendenz zum Übersteuern. Beide Fahrer gehen mit der Hoffnung auf WM-Punkte in den GP Österreich.

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