Cooper T58 Climax V8 - GP Italien 1961 - Monza sutton-images.com
John Cooper - GP Deutschland 1968
Stirling Moss - Cooper T51 Climax - GP Monaco 1959
Tony Brooks - Ferrari Dino 246 - Stirling Moss Cooper T51 - Dan Gurney - Ferrari Dino 246 - Jack Brabham - Cooper T51 - Avus 1959
Jack Brabham - John Cooper - GP England 1960 - Silverstone 21 Bilder

Erstes Mittelmotor-Auto von Cooper

Die F1-Revolution aus Surbiton

1000. GP

Cooper fuhr von 1950 bis 1969 in der Formel 1. Ende der 50er Jahre startete der Rennstall aus Surbiton eine Revolution. Die Engländer montierten den Motor hinter den Fahrer. Das war der Tod der Frontmotor-Autos.

Charles Cooper und sein Sohn John betrieben einen Autohandel und trugen den Rennvirus in sich. Als die Formel 1-WM 1952 und 1953 mit Formel-2-Autos ausgetragen wurde, sahen sie ihre Chance. Der Bristol-Sechszylinder war mit seinen 130 PS zwar etwas schwach auf der Brust, doch das Leichtgewichtchassis von Owen Maddock machte vieles wieder wett.

Der Durchbruch gelang 1958. Das Auto war eine Revolution, denn das Herz des kleinen Climax-Vierzylinders schlug im Heck des Autos und nicht vor dem Fahrer, wie damals üblich. Die Entstehungsgeschichte liest sich wie ein modernes PS-Märchen. Einen nicht unerheblichen Anteil an dem Konzeptwandel hatte der Fahrer. Und der war zu der Zeit noch relativ grün hinter den Ohren. Jack Brabham war 1955 als 29-Jähriger von Australien nach Europa gekommen. „Ich wollte eigentlich nur ein Jahr bleiben, aber es wurden 17 daraus.“

Der fahrende Ingenieur

Brabham heuerte bei Cooper an. John Cooper fand schnell Gefallen an dem Australier, der in der Werkstatt seines Vaters in Sydney das Mechaniker-Handwerk gelernt und es in der Abendschule zum Ingenieur gebracht hatte. Auf der Rennstrecke war Jack Brabham in den ersten vier Jahren nicht weiter auffällig. Bei 16 GP-Starts zwischen 1955 und 1958 holte der Australier nur drei WM-Punkte.

Trotzdem überzeugte er seinen Arbeitgeber von einer fixen Idee. „Ich überredete Cooper, seinen 1,5 Liter Sportwagen in einen Einsitzer zu konvertieren. Daraus wurde der erste Mittelmotor der Formel 1. Es gab aber keine Getriebe für diese Motorenanordnung und die Power unseres Bristol-Motors. Wir haben dann eine Firma in Paris aufgetan, die nach meinen Plänen 20 Getriebegehäuse goss.“ Brabham schraubte noch selbst an seinen Autos.

Jack Brabham - John Cooper - GP England 1960 - Silverstone
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Jack Brabham im Gespräch mit John Cooper in Silverstone 1960.

1957 sattelte Cooper von dem schweren Bristol-Sechszylinder auf einen Coventry Climax R4-Motor um. Die Basis des Triebwerks war ursprünglich dazu gebaut, Feuerwehrpumpen anzutreiben. Walter Hassan und Harry Mundy machten einen Rennmotor daraus und vergrößerten den Hubraum von 1,5 sukzessive auf 2,5 Liter. Dass die Climax-Motoren der Konkurrenz auch in ihrer stärksten Version von 240 PS notorisch unterlegen waren, hielt die Cooper ab 1958 nicht mehr vom Gewinnen ab. Stirling Moss und Maurice Trintignant feuerten mit Siegen bei den ersten beiden Grand Prix 1958 Warnschüsse an Ferrari, Vanwall, B.R.M. und Maserati ab. Doch nicht alle hörten den Schuss.

Bessere Wendigkeit, kleinere Stirnfläche

Damals herrschte noch die Meinung vor, dass Rennsiege mit überlegener Motorleistung errungen werden. Die Cooper machten fehlende Power auf der Straße durch die bessere Wendigkeit, die kleinere Stirnfläche, das geringere Gewicht und die bessere Straßenlage wieder wett. Weil die leichten Autos nicht Reifen wechseln mussten, wurde die Ferrari- und Maserati-Armada beim Auftaktrennen in Buenos Aires von dem Störenfried aus England auf dem falschen Fuß erwischt. Stirling Moss holte in Argentinien den ersten von 16 GP-Siegen bei insgesamt 129 GP-Starts für Cooper.

Jack Brabham untermauerte mit seinen WM-Titeln 1959 und 1960 den Durchbruch des Mittelmotorprinzips. „Mit dem 2,5 Liter Motor von Climax hatten wir endlich einen einigermaßen konkurrenzfähigen Motor. Der erste Titel war mehr eine Überraschung als ein Gesetz der Logik. Wir erwischten unsere Gegner einfach auf dem falschen Fuß“, erinnerte sich Jack Brabham bei unserem Gespräch 1999 in Monte Carlo. Die zweite Weltmeisterschaft war dagegen eine klare Angelegenheit. Brabham gewann fünf von zehn Rennen, alle fünf in Folge.

Mit „funny cars“ nach Indianapolis

Erst eine Regeländerung 1961 bremste die Autos aus Surbiton ein. Die 1,5 Liter Formel war eine Steilvorlage für Ferrari. Die Italiener hatten den stärkeren Motor. Und waren mittlerweile auch auf das Mittelmotorprinzip umgeschwenkt. Mit seinen 155 PS war der Climax R4 den Ferrari-Sechszylindern um rund 40 PS unterlegen. 1962 schien mit Bruce McLarens Sieg in Monte Carlo noch einmal die Sonne, doch in den Jahren darauf lief die englische Konkurrenz von Lotus und B.R.M. den Coopers immer mehr den Rang ab. Jack Brabham baute seit 1962 eigene Rennautos, die den Cooper bald vor der Nase herumfuhren.

Pedro Rodriguez - Cooper T81B - GP Mexiko 1967
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Pedro Rodriguez (links vorn) im Cooper T81B beim GP Mexiko 1967.

Cooper hatte immerhin die Genugtuung, dass seine Revolution in allen Motorsportkategorien Einzug hielt. 1961 trat ein Cooper mit Mittelmotor erstmals bei den 500 Meilen von Indianapolis an. Den Yankees kam es wie eine Gotteslästerung vor. Sie nannten die kleinen englischen Autos „funny cars“. Drei Jahre lang noch wehrten sich die schweren Frontmotor-Roadster gegen die Eindringlinge aus der alten Welt. 1965 beendete Jim Clark mit seinem Sieg im Nudeltopf die Ära des Frontmotors.

Nach dem Tod von Firmenpatriarch Charles Cooper übernahm zunächst Ken Tyrrell das Rennteam. Sohn John Cooper kümmerte sich um die Technik der Autos. Ein Unfall von John Cooper bei einer Probefahrt in einem Mini Cooper-Prototypen brachte weitere Unruhe ins Team. Als die FIA 1966 die Dreiliter-Formel ausrief, verkaufte Cooper das Renngeschäft an die Chipstead Motor Group, die von Ex-Rennfahrer Roy Salvadori und dem Italiener Mario Tozzi-Condini geleitet wurde. Tozzi-Condini zog über seine Verbindungen Maserati V12-Motoren an Land. Das schwere Triebwerk basierte auf einer Konstruktion von 1958, die nie zum Einsatz gekommen war. Damit gelangen noch zwei Siege (Mexiko 1966, Südafrika 1967). Danach ging es immer weiter bergab. Am 22. Mai 1969 gab Cooper offiziell seinen Rückzug vom Motorsport bekannt.

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