Lance Stroll - GP Portugal 2020 Motorsport Images
Pierre Gasly - GP Portugal 2020
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Lance Stroll - GP Portugal 2020
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Portimao-Crash: Keine Strafe für Verstappen

Keine Strafe nach Verstappen-Crash Nur ein Missverständnis

Der Crash zwischen Max Verstappen und Lance Stroll im zweiten Training sorgte für heiße Diskussionen. Am Ende verzichteten die FIA-Kommissare auf eine Strafe – auch weil sich Stroll bei der Anhörung versöhnlich zeigte.

Es war die spektakulärste Szene des Trainingsfreitags in Portimao. Nach dem Pirelli-Reifentest und der feurigen Havarie von Pierre Gasly versuchten die Teams in der letzten halben Stunde verzweifelt, die verlorene Trainingszeit wieder reinzufahren. Viele Piloten hatten noch nicht einmal ihre Quali-Simulationen abgespult.

Als sich Max Verstappen auf die schnelle Runde mit weichen Reifen begab, merkte der Holländer direkt, dass die Gummis noch nicht auf die richtige Temperatur gebracht waren. Der glatte Asphalt erforderte zwei Aufwärmrunden, um die Slicks ins Arbeitsfenster zu bekommen. Verstappen brach seine Attacke deshalb vorzeitig ab.

Kurz vor dem zweiten Anlauf ließ der Red-Bull-Pilot in der Zielkurve schließlich noch absichtlich Lance Stroll vorbei, um auf der folgenden Geraden vom Windschatten zu profitieren. Leider rechnete Verstappen nicht damit, dass Stroll zwei schnelle Runden in Folge drehen wollte und gar nicht daran dachte, nach dem Zielstrich vom Gas zu gehen.

Lance Stroll - GP Portugal 2020
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Stroll musste nach der Kollision mit Verstappen aus dem Kiesbett befreit werden.

Misslungener Überholversuch

Der rosa Renner raste mit geöffnetem DRS die Gerade entlang und bog auf der Rennlinie in die erste Kurve ein. Verstappen versuchte vergeblich auf der Innenseite gleichzuziehen um ein Ausbremsmanöver zu starten. Weil keiner von beiden nachgab, kam es zum Kontakt. Der Red Bull traf den Racing Point mit dem linken Vorderrad am rechten Hinterteil und bugsierte den Gegner damit ins Kies.

Während der Verstappen-Renner den Kontakt fast unbeschadet wegsteckte, musste Strolls Dienstwagen mit dem Bergekran aus dem Sandkasten freigebuddelt werden. Wieder ging eine gute Vierstelstunde Trainingszeit verloren, bis die Strecke endlich freigegeben werden konnte.

Beide Kontrahenten trafen sich nach der Session bei der Rennleitung wieder. Zuvor hatten sich ihre Teamchefs schon ein kleines Verbalduell geliefert. "Lance hatte die Nase klar vorne. Er konnte Max gar nicht sehen. Max hatte dagegen alles im Blick und hätte den Unfall locker verhindern können", schüttelte Otmar Szafnauer den Kopf.

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 23. Oktober 2020
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Verstappen kam noch einmal glimpflich davon. Einige Experten hatten mit einer Strafe gerechnet.

FIA folgt Red-Bull-Argumentation

Red-Bull-Kollege Christian Horner hatte wenig überraschend eine andere Sichtweise. "Max dachte, dass Lance seine Runde beenden will. Er hatte innen die bessere Linie. Und dann hat Lance einfach eingelenkt. Ich denke, dass man beiden eine Teilschuld geben kann."

Am Ende schlossen sich die FIA-Kommissare der Red-Bull-Sichtweise an. Sie sprachen keine Strafe aus, weil ihrer Meinung nach kein Fahrer die Hauptschuld an der Kollision trug. Dieses Urteil kam offenbar auch zustande, weil Stroll seinen Gegner bei der Anhörung nicht groß beschuldigte.

In der offiziellen Begründung heißt es: "Die Fahrer stimmten darin überein, dass der ganze Zwischenfall nur das Ergebnis eines Missverständnisses zwischen beiden war. Im Nachhinein hätten beide dazu beitragen können, die Kollision zu vermeiden."

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