Sebastian Vettel - GP Kanada 2019 Jerry André

Crazy Stats GP Kanada 2019

Der Erste ist nicht immer der Sieger

Sebastian Vettel hat in Kanada als Erster die Zielflagge gesehen. Gewonnen hat das Rennen aber Lewis Hamilton. In der Formel-1-Historie gab es diesen Fall nun schon zum 13. Mal. In den Crazy Stats erzählen wir die kuriosen Geschichten.

Für die Fans an der Strecke ist es das schlimmste Szenario: Sie verfolgen ein spannendes Rennen, doch das was sie sehen, entspricht am Ende nicht dem Ergebnis. Wer sich nicht über das Handy informierte oder eine Leinwand vor der Nase hatte, wird in Montreal wohl gar nichts von der nachträglichen Fünf-Sekunden-Strafe für Sebastian Vettel mitbekommen haben.

Entsprechend groß war der Ärger bei der Siegerehrung. Da durfte nämlich plötzlich Lewis Hamilton auf die oberste Stufe des Podiums klettern, begleitet von den Buhrufen der Zuschauer. Da half es auch nichts, dass Vettel dem Mercedes im Parc fermé das Nummernschild mit der Zahl zwei vor den Silberpfeil stellte. Es war für alle Beteiligten ein unbefriedigendes Ende.

Hamilton kennt Vettel-Schicksal

So selten, wie man denkt, kommt es aber gar nicht vor, dass sich der Gewinner nachträglich ändert. F1-Historiker zählen insgesamt 13 Rennen, bei denen der Erste im Ziel nicht der Sieger war. Der letzte Fall betraf kurioserweise auch Hamilton. Der Brite kassierte 2008 in Belgien eine 25-Sekunden-Strafe, die ihn vom ersten auf den dritten Platz warf. Hamilton hatte damals die Zielschikane abgekürzt und den Ferrari von Kimi Räikkönen nach Ansicht der Stewards regelwidrig überholt. Felipe Massa wurde schließlich zum Sieger erklärt.

Fünf Jahre zuvor, 2003 in Brasilien, wurde zunächst Kimi Räikkönen als Sieger abgewunken. Weil das Rennen aber wegen zu vieler Unfälle im Regen abgebrochen wurde, zählte der Stand der vorletzten Runde als Ergebnis. Nach einem Protest von Jordan bekam Giancarlo Fisichella nachträglich den Siegerpokal überreicht. Es war übrigens der letzte Erfolg für Ford in der Formel 1.

Ein Fall, der große Schlagzeilen schrieb, war die Unterboden-Affäre 1994 in Spa-Francorchamps. Michael Schumacher wurde nachträglich disqualifiziert, weil die Holzplatte unter seinem Auto zu dünn war. Benetton argumentierte damals, dass sie sich durch einen Dreher auf einem Randstein abgeschleift hatte. Doch die Kommissare kannten kein Erbarmen und erklärten Damon Hill im Williams zum Sieger.

Michael Schumacher - GP Belgien 1994
Motorsport Images
Michael Schumacher musste den Siegerpokal 1994 nachträglich an Damon Hill abgeben.

Vier neue Kanada-Sieger

Dank Sebastian Vettel befindet sich der Grand Prix von Kanada nun schon zum vierten Mal in der Liste. 1990 bekam Gerhard Berger in Montreal eine Strafminute wegen Frühstart aufgebrummt, sehr zur Freude von Abstauber Ayrton Senna. Das gleiche Schicksal ereilte 1980 auch Didier Pironi an gleicher Stelle. Damals profitierte Alan Jones.

Der kurioseste Kanada-Fall ereignete 1973 auf der Strecke in Mont-Tremblant. Damals wurde Howden Ganley die Zielflagge als Erster gezeigt. Doch der Neuseeländer fuhr fast überrundet in einer Gruppe vor dem eigentlichen Sieger Peter Revson. Ein später Boxenstopp hatte die Zeitnehmer und den Flaggenschwenker offenbar verwirrt.

Einer der berühmtesten Fälle, bei dem der Sieger nachträglich wechselte, betraf Ayrton Senna 1989 in Suzuka. Der Brasilianer wurde disqualifiziert, weil er angeblich die Strecke abgekürzt haben soll. Der McLaren-Pilot schimpfte wegen des ungerechten Urteils ähnlich laut wie Vettel in Kanada. Neuer Sieger war übrigens Alessandro Nannini im Benetton.

Piquet zwei Mal nicht der Gewinner

Ungewöhnlich lag der Fall auch bei Nelson Piquet 1987 in Mexiko. Der Williams-Pilot sah zwar als Erster die Zielflagge. doch weil das Rennen damals in zwei Teile aufgeteilt war, hieß der Sieger am Ende Nigel Mansell. Der Brite hatte den ersten Teil gewonnen und mehr Vorsprung herausgefahren als Piquet.

Piquet & Mansell - GP Mexiko 1987
Motorsport Images
Piquet fuhr 1987 in Mexiko vor Williams-Teamkollege Nigel Mansell ins Ziel. Auf dem Podium wurde die Reihenfolge umgedreht.

Piquet taucht auch 1982 in unserer Liste auf. Ausgerechnet bei seinem Heimrennen in Rio de Janeiro wurde dem Lokalmatador nachträglich der Sieg geklaut. Einen Monat nach der Zieldurchfahrt nahmen ihn die Kommissare aus der Wertung, weil sein Auto untergewichtig gewesen sein soll. Der damals zweitplatzierte Keke Rosberg wurde aus dem gleichen Grund disqualifiziert. Lachender Dritter war Alain Prost im Renault.

1985 war Prost in Imola dann nicht mehr zum Lachen zumute. Dieses Mal traf es den vermeintlich siegreichen Franzosen, der aus der Wertung gestrichen wurde, weil sein McLaren untergewichtig war. Der Pokal ging an Elio de Angelis im Lotus.

Lauda profitiert doppelt

Und zu guter Letzt haben wir noch zwei Fälle, bei denen Niki Lauda profitierte. 1976 fuhr James Hunt zur Freude der britischen Fans in Brands Hatch als Erster ins Ziel. Der spätere Weltmeister wurde aber nachträglich disqualifiziert, weil er nach einem Crash in der ersten Runde regelwidrig zum Neustart angetreten war. Der knifflige Fall wurde erst zwei Monate später entschieden.

Klarer war die Sachlage 1978 in Monza. Dieses Mal erbte Lauda den Sieg, weil Sieger Mario Andretti wegen eines Frühstarts eine Zeitstrafe kassierte. In den Crazy Stats in der Bildergalerie haben wir noch mehr kuriose Zahlen und Fakten zum Grand Prix von Kanada 2019 für Sie gesammelt.

Crazy Stats GP Kanada: Die verrückten Zahlen aus Montreal

Lewis Hamilton - GP Kanada 2019
xpb 1/21 Bei den sieben Rennen dieses Jahr landeten zwei unterschiedliche Piloten auf Platz eins, drei unterschiedliche Piloten auf Platz zwei und vier unterschiedliche Piloten auf Platz drei.
Lewis Hamilton - GP Kanada 2019 Sebastian Vettel - GP Kanada 2019 Lewis Hamilton - GP Kanada 2019 Michael Schumacher - GP Frankreich 2006 Lewis Hamilton - GP Kanada 2019 Lewis Hamilton - GP Kanada 2019 Lewis Hamilton - GP Kanada 2019 Sebastian Vettel - GP Kanada 2019 Podium - GP Kanada 2019 Podium - GP Kanada 2005 Sebastian Vettel - GP Kanada 2019 Sebastian Vettel - GP Kanada 2019 Valtteri Bottas - GP Kanada 2019 Valtteri Bottas - GP Kanada 2019 Sergio Perez - GP Kanada 2019 Daniel Ricciardo - GP Kanada 2019 Nico Hülkenberg - GP Kanada 2019 Pierre Gasly - GP Kanada 2019 Max Verstappen - GP Kanada 2019 Max Verstappen - GP Kanada 2019 Lance Stroll - GP Kanada 2019
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