Daniel Ricciardo - Renault - GP Sakhir 2020 - Bahrain xpb
Daniel Ricciardo - McLaren - Test - Formel 1 - Bahrain - 12. März 2021
Daniel Ricciardo und Sebastian Vettel - Formel BMW
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Ricciardos Saisonbilanz: Beste war Beständigkeit

Daniel Ricciardos Saisonbilanz Das Beste war die Beständigkeit

Das zweite Jahr von Daniel Ricciardo bei Renault neigt sich dem Ende zu. Der Australier hakt es als Erfolg hat. Weil er praktisch ohne Durchhänger auf hohem Niveau seine Leistung gebracht hat. Und weil Renault mit ihm die Wende schaffte.

Zuerst die nackten Zahlen. Seine erste Saison für Renault schloss Daniel Ricciardo als Neunter mit 54 Punkten ab. Er landete in acht der 21 Rennen in die Punkterängen, was einer Quote von 38 Prozent entspricht. Highlight war ein vierter Platz in Monza. Vier Ausfälle und eine Disqualifikation trübten die Bilanz der Saison 2019. Mit zwölf Startplätzen in den Top Ten qualifizierte er sich in knapp über der Hälfte für die vordere Hälfte der Startaufstellung. Das Trainingsduell gegen Nico Hülkenberg gewann er mit 14:7.

Ein Jahr später liegt Ricciardo vor dem letzten Rennen auf dem 5. Platz mit einer kleinen Chance auf Rang 4. Er hat bereits 112 Punkte auf dem Konto und schloss 13 der 16 Rennen in den Punkterängen ab. Eine Quote von 81 Prozent. Der Australier fiel nur ein Mal aus und schrammte zwei Mal an den Top Ten vorbei. Zwei dritte Plätze am Nürburgring und in Imola erlösten Renault von einem Fluch. Es waren die ersten Podestplätze seit dem Comeback 2016.

Auch der Speed stimmte. Nur zwei Mal konnte sich die Nummer eins im Stall nicht für das Q3 qualifizieren. 15:1 im Duell mit Esteban Ocon ist ein Wort. Ricciardo will die Serie auch beim letzten Aufeinandertreffen in Abu Dhabi fortsetzen: "Weil ich in Abu Dhabi noch nie ein Trainingsduell gegen einen Teamkollegen verloren habe."

Daniel Ricciardo - Renault - Formel 1 - GP Sakhir - Bahrain - Freitag - 4.12.2020
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Daniel Ricciardo liegt ein Saisonrennen vor Schluss auf dem fünften WM-Platz.

Die Q2-Runde von Sotschi

Daniel Ricciardo stellt seine zehnte Saison in der Formel 1 auf die gleiche Stufe wie seine besten Jahre bei Red Bull. "Das Beste an dieser Saison war die Beständigkeit." Nur im zweiten Silverstone-Rennen und in Barcelona hatte er einen kleinen Durchhänger. Sonst gilt: Egal welche Strecke, Ricciardo war bei der Musik. Weil auch sein Auto viel ausgeglichener war. "Im letzten Jahr hat es nur auf bestimmten Strecken funktioniert." Deshalb fällt es ihm auch schwer, das eine überragende Rennen herauszupicken. "Ich habe dieses Jahr viel mehr Auswahl an guten Rennen. Imola vom Rennen her vielleicht, Sotschi von der Qualifikation. Meine Q2-Runde dort war die beste des ganzen Jahres."

Der siebenfache GP-Sieger lobt Renault für die Fortschritte, die in der kurzen Zeit der Zusammenarbeit gemacht wurden. "Wir hatten 2020 ein viel besseres Auto. Bei den Testfahrten hast du es noch nicht so gespürt. Aber dann beim ersten Rennen haben die vielen Upgrades gezündet. Mir hat eine Runde gereicht, und da wusste ich: Dieses Auto ist ein echter Fortschritt. Das Heck klebt endlich auf der Straße, die Probleme von 2019 sind verschwunden."

Anfangs war Ricciardo skeptisch. Die Teamleitung gab ein Podium als Ziel aus. "Nach den Testfahrten erschien mir diese Messlatte ein bisschen hoch. Aber dann hat sich das Auto besser entwickelt als gedacht. Wir haben unsere Ergebnisse in diesem Jahr ehrlich erkämpft. Uns wurde nichts geschenkt. Ich spüre viel mehr Selbstvertrauen im ganzen Team. Einen Teil dieser Wende rechne ich auch mir an."

Ricciardos unschlüssiger Corona-Test

Nach Abu Dhabi trennen sich die Wege von Ricciardo und Renault. Der Australier wird ein McLaren-Pilot. Renault ersetzt ihn mit einem zweifachen Weltmeister. Fernando Alonso wird eine bessere Basis vorfinden als Ricciardo vor zwei Jahren. Und der Spanier hat den Druck im Team bereits erhöht. Was Alonso mit seiner Präsenz und seiner Rastlosigkeit erzwingt, hat Ricciardo eher mit sanftem Nachdruck, seinem präzisen Feedback und seiner offenen Art erreicht. Der Spaßvogel aus Perth setzt das auf der Strecke um, was die Techniker liefern. Seine minimale Fehlerrate vermittelte dem Team immer den Eindruck: Mehr geht mit diesem Paket nicht.

In dem Corona-Jahr machte jeder seine ganz speziellen Erfahrungen. Für Ricciardo begann die Saison nach der Absage von Melbourne mit drei Monaten auf einer Farm in seiner Heimat. Nach dem neunten Rennen in Mugello hatte er eine einschneidende Erfahrung. "Ich bekam an einem Morgen die Nachricht, dass mein letzter Corona-Test ein unschlüssiges Ergebnis ergeben hatte. Deshalb musste ich sofort einen zweiten Test machen. Beim Warten auf das Ergebnis schwirren dir viele Gedanken durch den Kopf: Hast du dir vielleicht doch etwas eingefangen? Fühlst du dich irgendwie anders als sonst? Gibt es vielleicht doch Symptome? Es hätte mich gewundert, weil ich nach dem Perez-Fall noch besser aufgepasst hatte. Und trotzdem bist du dann erleichtert, wenn das negative Ergebnis kommt."

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