Danny Sullivan - F1 - 2015 sutton-images.com
Fernando Alonso
Fernando Alonso
Fernando Alonso
Fernando Alonso 112 Bilder

Danny Sullivan zu Alonsos Indy-Ausflug

„Alonso kann Indy gewinnen“

Danny Sullivan hat 1985 das Indy 500 gewonnen. Der heutige FIA-Sportkommissar sieht keinen Grund, warum nicht auch Fernando Alonso die Vollgasschlacht in Indianapolis gewinnen kann. Wenn er sich an bestimmte Regeln hält.

Danny Sullivan machte sich im Mai 1985 unsterblich. Nicht nur, weil er die 500 Meilen von Indianapolis gewann. Der heute 67-jährige Amerikaner legte auf dem Weg zu seinem Sieg zwischen Turn 1 und Turn 2 eine 360 Grad Pirouette bei 320 km/h auf die Bahn. Ohne anzuschlagen. Die Tageszeitungen von Indianapolis titelten am Tag danach mit der Schlagzeile: „Spin and win“.

Sullivan teilt die Meinung im Fahrerlager. Der Ausflug von Fernando Alonso nach Indianapolis ist ein Geschenk für den Motorsport. „Er wird die Popularität der Formel 1 in den USA steigern. Alle Augen werden auf Alonso gerichtet sein.“ Doch kann der zweifache Ex-Weltmeister mit nur zwei Wochen Training im berühmtesten Nudeltopf der Welt gewinnen? „Er kann“, sagt Sullivan. Aber nur, wenn alles glatt läuft.

Das größte Problem ist der Wind

Sullivan begründet seinen Optimismus damit, dass Alonso zweifelsfrei das Talent hat, sich in zwei Wochen an die wilde Jagd im Kreis zu gewöhnen. „Wichtig ist, dass er viel zum Fahren kommt. Im letzten Jahr war der halbe Monat Mai verregnet. Das wäre für einen Rookie fatal.“ Es ist für einen Fahrer von Alonsos Klasse nicht so schwierig eine schnelle Runde in dem 4,023 Kilometer langen Highspeed-Oval zu drehen. Die Feinheiten zählen.

Sullivan erklärt, worauf es ankommt: „Das Auto fühlt sich immer anders an. Auf grüner Strecke oder mit viel Gummi auf der Bahn. Mit vollen oder fast leeren Tanks. Allein oder im Verkehr. Und dann natürlich der Wind. Da brauchst du viel Erfahrung. Du musst immer die beiden Windhosen im Auge haben. Wenn dir der Wind in Turn 1 und Turn 2 die Nase runterdrückt, schiebt er dir in Turn 3 und Turn 4 das Heck zur Seite. Wenn du das nicht mit einkalkulierst, klebst du schnell in der Wand.“

Mit Andretti Motorsports hat Alonso ein erfahrenes Team an der Seite. „Sie werden ihm an den ersten Tagen das Auto untersteuernd einstellen, damit er sich an den Speed gewöhnen kann. Das letzte, was du als Neuling brauchen kannst, ist wenn dir das Heck bei 350 km/h leicht wird. Am Ende musst du dorthin, denn nur das ist schnell.“

450 Meilen trimmen, 50 Meilen Rennen

Fernando Alonso wird während des Rennens von Teamchef Michael Andretti persönlich ferngesteuert. „Das ist ganz wichtig“, erzählt Sullivan. „Du brauchst als Neuling einen erfahrenen Mann, der dich durch das Rennen navigiert. Mit den vielen Boxenstopps ist es unmöglich den Überblick zu behalten, wer auf deiner Strategie unterwegs ist, und wer versucht eine Offset-Taktik zu fahren.“

Ein erfahrener Mann an der Boxenmauer hat auch Alexander Rossi im letzten Jahr den Sieg geschenkt. Ex-Rennfahrer Bryan Herta redete auf Rossi ein, dass er langsam fahren müsse, weil nur dann der Sprit bis zum Ende reicht, ohne wie alle anderen noch einmal an die Tankstelle zu müssen. „Du brauchst natürlich auch den Fahrer, der sich daran hält. Für Rossi war das nicht einfach. Er saß in einem der 10 schnellsten Autos im Feld und musste langsam fahren. Da brauchst du einen Crew-Chief mit Autorität, der dich überzeugt.“

Geduld ist im Oval die wichtigste Bürgerpflicht. Das sei auch eine der größten Qualitäten des vierfachen Indy-Siegers Rick Mears gewesen, erzählt Sullivan: „Rick konnte von der Pole Position starten, und es hat ihn nicht aufgeregt, wenn ihn dann zehn andere überholt haben. Er wusste, dass es viel wichtiger war, das Auto über die nächsten 450 Meilen so zu trimmen, dass er auf den letzten 50 Meilen der Schnellste ist. So funktioniert Indy. Das muss sich auch Alonso klarmachen.“

Sullivan sieht bei Alonsos Indy-Abenteuer nur eine Unbekannte. Ovalfahren ist eine andere Welt. Talent und Tapferkeit allein sind kein Garantieschein. „Ich erinnere mich, als Alan Jones auf dem Ontario Motor Speedway sich für Indy einschießen wollte. Alan war wirklich ein harter Hund, den nichts erschrecken konnte. Doch dann ist er nach einer Testsitzung ausgestiegen und hat gesagt: Das ist nichts für mich. Ich weiß nicht, was ihn damals gestört hat. War es der Speed oder die Mauer, die so dicht an der Strecke steht? Er fühlte sich jedenfalls nicht wohl und ist nie in Indy gefahren.“

Motorsport Aktuell IndyCar McLaren Photoshop - Sean Bull - 2017 Schmidts F1 Blog Seitensprung für den Motorsport

Fernando Alonso fährt die 500 Meilen von Indianapolis und lässt dafür den...

Das könnte Sie auch interessieren
Nico Hülkenberg - Renault - GP Singapur 2019 - Qualifying
Aktuell
Max Verstappen - Red Bull - GP Singapur 2019 - Qualifying
Aktuell
Leclerc - Hamilton - GP Singapur 2019 - Qualifying
Aktuell