McLaren holt auf

Das McLaren-Wunder: Red Bull unter Druck

Formula 1 Grand Prix, Malaysia, Saturday Qualifying Foto: xpb 49 Bilder

McLaren-Mercedes überraschte sich selbst und seine Gegner. Aus acht Zehntel Rückstand in Melbourne wurde ein Kopf-an Kopfrennen mit Red Bull um die Pole Position. Dabei hatte sich an den McLaren kaum im Vergleich zum ersten Rennen etwas geändert.

Lewis Hamilton glaubte, dass er noch eine Zehntelsekunde in der Tasche gehabt hätte. "Hätte ich die nicht liegengelassen, wäre es die perfekte Runde gewesen. Ob ich damit Vettels Zeit geschafft hätte? Es wäre auf jeden Fall ganz knapp geworden." Es war auch so denkbar knapp. Hamilton fehlten am Ende 0,104 Sekunden. Jenson Button ließ seine Chance auf die Pole Position im letzten Sektor liegen. "Ich habe meine Hinterreifen gekillt. Startplatz vier ist unter den Umständen keine schlechte Ausgangsbasis."

 

Verbesserung ohne große Neuerungen

McLaren war in Malaysia nicht wieder zu erkennen. Der Rückstand auf Red Bull schmolz von acht auf ein Zehntel. Dabei wurde der Großteil der Neuentwicklungen am Samstag wieder eingepackt. Der neue Unterboden im Verbund mit einem anders positionierten Auspuff funktionierte nicht wie er sollte. Die Fahrer klagten über Balanceprobleme. So blieben nur die modifizierten Bremsbelüftungen am Auto. Trotzdem machte McLaren massiv Boden gut.

Da fragt sich der Beobachter, wie so etwas möglich ist. "Eine Frage, auf die ich keine befriedigende Antwort geben kann", bedauert Hamilton. "Ich kann nur raten. Es gibt in Sepang weniger langsame und mittelschnelle Kurven. Die sind offenbar die Stärke des Red Bull. In den schnellen Kurven ist unser Auto im Vergleich zum Vorjahr klar besser geworden. Das zeigt sich in Sektor 2 mit seinen schnellen Kurven. Da habe ich auf Vettel weniger als ein Zehntel verloren. Da war der Unterschied im letzten Jahr größer."

Größere Kühlauslässe als Nachteil für Red Bull?

Hamilton sucht weiter nach einer Antwort für das McLaren-Wunder: "In Melbourne haben wir das Auto kaum gekannt. Es hatte sich ja im Vergleich zu den Testfahrten stark verändert. Die freien Trainingssitzungen waren deshalb wie Testfahrten für uns. In Malaysia ist es uns mit mehr Erfahrung gelungen, das Setup zu optimieren." Die dritte Vermutung kommt aus dem Lager der Konkurrenz. Wegen der großen Hitze mussten bei allen Autos die Kühlauslässe vergrößert werden. Ein aerodynamisch so extremes Auto wie der Red Bull leidet darunter mehr als die braven Konkurrenzprodukte.

Chance auf den Sieg

Teamchef Martin Whitmarsh sieht seinen Rennstall auf dem richtigen Weg. "Die Weltmeisterschaft wird nicht bei den ersten beiden Rennen entschieden. Wir sind Red Bull nähergekommen, und das auf einer Strecke, die aerodynamisch anspruchsvoller ist als Melbourne. Wir haben sogar eine Chance, das Rennen zu gewinnen. Die Dauerläufe waren im Vergleich zu Red Bull nicht so schlecht."

Jenson Button zweifelt: "Ich bin überrascht, wie gut der Verschleiß der Reifen mit vollen Tanks ist. Okay, mein einziger Maßstab sind die Testfahrten, und da hatten wir ein anderes Auto. Vom Gefühl her hat Red Bull einen kleinen Vorteil im Reifenverschleiß. Sie haben mehr Abtrieb als wir, und das hilft den Reifen."

Sie wollen während des Rennens am Sonntag nichts verpassen? Dann verfolgen Sie unseren Live-Ticker mit Formel 1-Experte Michael Schmidt. Mit den letzten Informationen aus der Startaufstellung meldet sich Schmidt am Sonntag, 10. April ab 9:45 Uhr live von der Rennstrecke aus Sepang. Reinklicken lohnt sich!


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