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Das neue Ferrari-Team in der F1-Saison 2017

Deshalb stehen Vettel und Ferrari ganz oben

Sebastian Vettel - Ferrari - GP Aserbaidschan 2017 Foto: xpb 19 Bilder

Die Formel 1-Saison 2017 ist schon halb vorbei, und noch immer führt Ferrari-Pilot Sebastian Vettel die Rangliste an. Spätestens jetzt begreift jeder: Da fährt ein neues Ferrari-Team: frecher, mutiger, zuverlässiger.

05.07.2017 Michael Schmidt 18 Kommentare

Das ist kein Zufall mehr. Ferrari führt nach acht von 20 Rennen mit Sebastian Vettel die Fahrer-Weltmeisterschaft an. Und Ferrari liegt in der Konstrukteurs-Wertung nur 24 Punkte hinter Titelverteidiger Mercedes. Bei jedem der acht Rennen hätte ein Ferrari gewinnen können. Auf der Habenseite stehen drei Siege, acht Podiumsplätze und immer zwei Startplätze in den ersten drei Startreihen. Und kein einziger Defekt.

Ferrari hat auf all seinen Baustellen aufgeräumt. Das Auto hat keine Schwächen mehr. Der Motor ist auf dem Niveau von Mercedes. Beim Reifenmanagement liegt Ferrari vor Mercedes. Die Abläufe stimmen. Zwei Mal musste nach dem dritten Training in höchster Not die Antriebseinheit in Vettels Auto getauscht werden. Ferrari schaffte beide Motorwechsel unter zwei Stunden. Und die erste Antriebseinheit ist ein Dauerbrenner. Als Vettel in Baku über die Ziellinie fuhr, hatte die Verbrennungsmaschine 4.822 Kilometer auf der Uhr.

Ferrari hat ein neues Gesicht bekommen. Es weht ein anderer Geist durch das Team aus Maranello. Nicht alles ist sympathisch. Ferrari verschließt sich gegenüber der Öffentlichkeit wie eine Auster. Unter dem Vorwand, sich auf die Sache konzentrieren zu müssen. Was das eine mit dem anderen zu tun hat, ist nicht ganz klar. Mercedes und Red Bull sind auch aufs Gewinnen fokussiert. Und kommunizieren trotzdem.

Ferrari betreibt wieder Lobbyarbeit bei der FIA

Dass etwas mit Ferrari passiert ist, hätte man schon im Winter ahnen können. Da betrieb der Rennstall erfolgreich Lobbyarbeit gegen die vernetzten Fahrwerke. Die FIA zog die Daumenschrauben an. Mercedes und Red Bull mussten auf konventionelle Systeme zurückbauen. Egal was sie erzählen: Die Aktion von Ferrari hat ihnen geschadet. Und Ferrari genutzt. Auch bei den Reifentests für Pirelli war Ferrari hellwach. Die Ingenieure haben das 2015er Auto an den richtigen Stellen modifiziert und die Stammfahrer zum Einsatz verpflichtet, um auf diesem Weg so viel wie möglich über die breiten Pirelli-Reifen zu lernen.

Das ist eine neue Qualität von Ferrari. Jahrelang hatte man ein Saubermann-Image gepflegt, brav alles geschluckt, wenn die Konkurrenz in den Grauzonen des Reglements wilderte. Jetzt macht man das selbst. Die Gegner beschwerten sich über biegsame Unterböden am SF70H und Heckflügel, die bei Topspeed nach hinten klappen. Alles verlief sich im Sande. Die FIA steht auf dem Standpunkt: Wo kein Kläger, da kein Richter.

Auch das Thema Öl im Benzin passt ins Bild des neuen Ferrari-Teams. Wir wissen nicht, ob Ferrari darin überhaupt verwickelt war, weil sich alle Beteiligten darüber ausschweigen. Es gibt ein paar Indizien, mehr nicht. Sicher aber ist, dass Ferrari letzten Winter bei der FIA angefragt hatte, ob es eine Spezifikation für Öl gebe und ob es erlaubt sei, unterschiedliche Schmiermittel zu verwenden. Es ist erlaubt, weil Öl im Gegensatz zum Benzin kaum reglementiert ist. Allein die Tatsache, dass sich Ferrari um das Thema kümmert, zeigt, dass die Technikabteilung in Maranello seit der Amtsübernahme durch Mattia Binotto ziemlich ausgeschlafen ist.

Auch taktisch ist Ferrari ausgeschlafen

In der Vergangenheit hat Ferrari bei anderen kopiert. Jetzt setzt man selbst Maßstäbe. Der Trick, die Seitenkästen kurz zu halten, ist schwer kopierbar, weil er zu sehr in das aerodynamische Konzept eingreifen würde. Wetten, dass wir 2018 Abwandlungen von dem Vorbau vor den Kühleinlässen auch bei anderen Autos sehen? So wie HaasF1 jetzt damit begonnen hat, den Heckflügel-Trick von Ferrari zu kopieren. Um bei maximaler Last kontrolliert nach hinten zu klappen, braucht der Heckflügel einen stabilen Ankerpunkt, also zwei Stelzen.

Ferrari hat auch vom Gesamtkonzept her alles richtig gemacht. Bei einem derartig großen Reglements-Sprung hat man idealerweise ein Auto, das einfach zu verstehen, leicht zu fahren, simpel abzustimmen und nett zu den Reifen ist. Der Mercedes W08 ist das Gegenteil. Toto Wolff nannte ihn eine „Diva“. Ein Ingenieur beschreibt es so: „Unser Auto wird nie eines sein, das einfach zu fahren oder einfach abzustimmen ist. Es ist auf jeder Rennstrecke ein neuer Kampf, es optimal einzustellen. Dafür haben wir mehr Potenzial. Wenn alles passt, sind wir schneller.“

Auch am Kommandostand agiert Ferrari frecher. In Australien und Russland lockte ein später Boxenstopp Mercedes aus der Reserve, in China und Bahrain ein früher. Beim GP Monaco brachte man WM-Spitzenreiter Vettel elegant an Kimi Räikkönen vorbei und kümmerte sich hinterher nicht groß um das Geschrei der Hardliner. Vielleicht haben die Ferrari-Strategen in Montreal ein bisschen geschlafen, weil sie den Frontflügel-Schaden unterschätzten. Sie haben dann aber mit dem zweiten Boxenstopp alles richtig gemacht.

Und in Baku war Ferrari besonders ausgeschlafen. Eigentlich hätte Vettel hinter Lewis Hamilton auf die Strecke zurückkommen müssen. Sein Boxenstopp dauerte 2,3 Sekunden länger. Doch Ferrari zögerte den Strafantritt von Vettel so lange hinaus, wie es das Reglement erlaubte. Und in den zwei Runden hat Vettel 3,2 Sekunden auf Hamilton gutgemacht.

Neuester Kommentar

@Butter my butt.
Diese Mercedes Brille muss aber sehr wertvoll sein nur scheint sie dir keinen Durchblick zu gewähren.
Alles beste zum GP.Wochenende und nichts für Ungut!!!!!!!!!!!!!!!!!.

crepaz kurt 6. Juli 2017, 07:48 Uhr
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