Max Verstappen - GP Österreich 2019 Red Bull

Das Red Bull-Geheimnis

Durchbruch dank neuem Flügel?

Red Bull überraschte sich in Spielberg selbst. Max Verstappen fuhr auf einer Power-Strecke die drittschnellste Zeit und startet dank der Hamilton-Strafe aus der ersten Reihe. Ein neuer Frontflügel brachte für Red Bull möglicherweise den Durchbruch.

Am Donnerstag war Vorjahressieger Max Verstappen noch skeptisch. Eine Wiederholung der Sternstunde vom Vorjahr wäre nur mit viel Glück möglich, meinte der Holländer. Sportchef Helmut Marko kündigte nach einem Freitagstraining mit viel Schrott an: „Wenn wir mit Ferrari und Mercedes mithalten wollen, müssen alle in Hochform sein.“ Am Samstag zwischen 15 und 16 Uhr waren alle in Hochform. Der Fahrer, der Motor, das Chassis.

Auf den Geraden war Verstappen so schnell wie die Mercedes. Gegen die Ferrari-Raketen konnte auch er nichts ausrichten. Doch Red Bull hatte diesmal das schnellste Auto in den Kurven, vor allem in den Bremszonen der langsamen Ecken. Das war schon lange nicht mehr der Fall.

Verstappen lobte den jüngsten Entwicklungsschritt. „Die neuen Teile funktionieren. Wir haben generell mehr Grip gewonnen.“ Technikchef Adrian Newey erklärte: „Wir haben dem Upgrade von Frankreich noch ein zweites hinterhergeschoben.“ Auf die Frage nach Details lächelte der Star-Designer vielsagend. „Schaut euch das Auto genau an. Die neuen Teile waren nur bei Max am Auto.“

Red Bull - GP Österreich - Spielberg - Donnerstag - 27. Juni 2019
ams
Der neue Frontflügel von Red Bull ist außen höher als die alte Version.

Die Auflösung: Red Bull brachte einen neuen Frontflügel mit nach Spielberg. Die Flaps steigen stärker nach außen an, die Endplatten sind neu geformt. Möglicherweise gab es auch eine kleine Korrektur am Heckflügel, denn die Fahrer waren im freien Training mehrmals mit FloViz an der Rückseite unterwegs.

In der Qualifikation kam nur Verstappen in den Genuss der neuen Teile. Das lag an den vielen Schäden am Freitag. „Uns wurden die Flügel knapp“, bestätigte Helmut Marko. Verstappen lobte: „Wir haben einen guten Schritt vorwärts gemacht. Das sieht man am Abstand zur Pole Position. Honda gab uns ein bisschen mehr Power, und in den Kurven waren wir richtig schnell. Als ich über die Ziellinie gefahren bin, hatte ich ein großes Grinsen im Gesicht.“

Gasly Fehler in der wichtigsten Runde

Pierre Gasly konnte nicht lachen. „Q1 und Q2 liefen gut. Ich fühlte mich im Auto wohl. Dann fahre ich im ersten Versuch im Q3 eine schlechte Runde und im zweiten verliere ich das Auto im Scheitelpunkt der ersten Kurve. Der Rest der Runde war gut. Hätte ich die erste Kurve hingekriegt, wäre das der fünfte Platz gewesen. Mir fehlt ja trotz des Fehlers nur ein gutes Zehntel.“

Max Verstappen - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 29. Juni 2019
Motorsport Images
Red Bull war in Spielberg mehrmals mit FloViz am Heckflügel unterwegs.

Die Quittung war der achte Startplatz. Dazu noch ein Start auf den schlechteren Soft-Reifen. Der Franzose zeigte sich untröstlich: „Ich habe den Fehler im dümmsten Moment gemacht. Das ist ärgerlich, weil ich im Vergleich zu den Rennen davor echte Fortschritte feststellen konnte. Wir sind mit der Abstimmung von Anfang an richtig gelegen. Ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass ich attackieren konnte. Die Balance passte besser zu meinem Fahrstil.“

Max Verstappen muss man nach dem Eindruck des Trainings durchaus Außenseiterchancen einräumen. Er beginnt das Rennen wie die Mercedes-Piloten auf den Medium-Reifen. Das gibt ihm mehr taktische Flexibilität als Leclerc auf den Soft-Gummis. Im letzten Jahr gewann der Holländer vom vierten Startplatz. Diesmal steht er schon in der ersten Startreihe.

Für Red Bull würden sich bei einem Sieg viele Probleme auf einmal lösen. Damit würden die Chancen steigen, den Superstar für 2020 im Team zu halten. Die Bedingung dafür ist Gerüchten zufolge nicht nur der dritte WM-Platz zur Sommerpause. Auch ein Sieg soll Teil der Forderung sein.

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Hamilton, Leclerc & Verstappen - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 29. Juni 2019
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