Das Wunder von Silverstone

Foto: Wolfgang Wilhelm

Dank aerodynamischer Modifikationen bot das kleine Sauber-Team beim Freien Training eine große Show. Teamchef Peter Sauber pokerte und brachte ungestestete Teile zum Einsatz - mit Erfolg.

Bei der Runderneuerung des Sauber C23 gelang den Technikern des Schweizer Teams offenbar ein Volltreffer. Mit lediglich fünf Tausendstelsekunden Rückstand auf den Trainingsschnellsten Kimi Räikkönen schob sich Giancarlo Fisichella im Freien Training sensationell auf Platz zwei.

Vor einer Woche kam zum ersten Mal der neue Frontflügel zum Einsatz. In Silverstone debütierte jetzt die revidierte Heckverkleidung. „Das ist der zweite Schritt, der im Zusammenhang steht mit den kleineren Kühlern steht, die wir seit dem GP von Monaco benutzen“, erklärte Technikchef Willi Rampf. „Jetzt fahren wir mit einer niedrigeren Heckverkleidung. Dadurch wird der Heckflügel besser angeströmt. Das alles wurde nur möglich durch die verbesserte Wärmeabfuhr der neuen Kühler.“ Zudem findet man jetzt am C23 auch einen kleinen Zusatzflügel oberhalb des Getriebes.

Giancarlo Fisichella: "Wie verwandelt"

Aus Zeitmangel und wegen des Testverbots zwischen dem GP Frankreich und England konnte das Aerodynamikpaket nicht auf der Piste getestet werden. Im Schweizer Team kokettierte mit voller Bescheidenheit: „Andere würden bei diesen Veränderungen sagen, sie hätten ein neues Auto gebaut. Wir nennen das Modifikationen.“

Giancarlo Fisichella war von seinem runderneuerten Auto vollauf begeistert: „Das Auto ist wie verwandelt“, freute sich der Italiener. „Ich habe viel mehr Grip, speziell an der Hinterachse. Der C23 ist wesentlich besser beim Einlenken in die Kurven. Das Auto ist perfekt ausbalanciert und stabil.“

Getrübt wurde die Freude über die Glanzvorstellung durch den Motorschaden im Vormittagstraining und die damit verbundene Strafe. „Dies bedeutet, dass ich am Sonntag um zehn Startplätze zurückversetzt werde“, konstatierte Fisichella. Bei Teamchef Peter Sauber überwog dennoch die Genugtuung, den Anscghluss zuden Werks-Teams gefunden zu haben: „Unsere Anstrengungen der letzten Wochen haben sich ausgezahlt.“

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