Formel 1-Defekt-Statistik

McLaren Schlusslicht bei Testkilometern

Vettel Test 2011 Foto: Red Bull 11 Bilder

Während die Rundenzeiten des Testwinters noch viele Fragen offenlassen, sprechen die zurückgelegten Kilometer eine klare Sprache. Ferrari hat das zuverlässigste Auto. Schlusslicht ist überraschend McLaren-Mercedes.

Ferrari an der Spitze ist keine Überraschung. Ferrari führte bereits in der abgelaufenen Saison die Zuverlässigkeits-Hitliste mit klarem Vorsprung an. Auch der neue Ferrari F150 scheint ein beinahe kugelsicheres Autos zu sein. Mit 6.980 Kilometern an 15 Testtagen liegt die "rote Göttin" unangefochten auf Platz eins.

Die rote Laterne gehört McLaren, sieht man einmal davon ab, dass Hispania mit dem neuen Auto noch keinen einzigen Meter abgespult hat. Mit 3.602 Kilometern an zwölf Testtagen hat McLaren gerade mal halb so viele Daten gesammelt wie Ferrari.

McLaren verliert Zeit mit Defekten und Messungen

Der WM-Dritte des Vorjahres kann sich noch nicht einmal damit entschuldigen, dass der neue MP4-26 erst ab der zweiten Testwoche in Jerez zur Verfügung stand. Das trifft auch auf die neuen Autos von Force India und Virgin zu. Beide rangieren in der Tabelle vor McLaren. Was besonders für Virgin ein Kompliment ist. Der kleine Rennstall war im letzten Jahr das Schlusslicht des Testwinters.

McLaren verlor nicht nur Kilometer wegen andauernder Schäden im Bereich Auspuff und Hydraulik. Aufwändige Tests am Frontflügel und an den Seitenkästen zum Überprüfen der Strömung kosteten immer wieder Zeit, weil das Auto mit komplizierten Messgeräten bestückt werden musste. Warten auf Ersatzteile hielt den McLaren oft für Stunden in der Garage fest.

Lewis Hamilton und Jenson Button gehen in die Saison ohne zu wissen, was ihr Auto wirklich kann. "Wir haben noch nicht einmal die ganze Palette an Abstimmungsmöglichkeiten durchgespielt", bedauerte Button. Hamilton sagte am letzten Tag von Barcelona: "Ich denke, dass ich eine tiefe 1.22er Zeit fahren kann, aber ich weiß es nicht."

Nur Regen kann Ferrari stoppen

Ferrari überstand auch die letzte Testwoche in Barcelona ohne größeren Schaden. Hätte es am Finaltag nicht in Strömen geregnet, wäre Ferrari über die 7.000-Kilometer-Marke geklettert. Fernando Alonso beschränkte sich auf fünf Runden und Startübungen im Nassen. Kilometer füllen die Datenbank, und je mehr Daten, umso besser das Verständnis für Setup und Reifen. Ferrari schöpft das Potenzial seines Autos voll aus, was die exzellenten GP-Simulationen beweisen.

Red Bull landete in der Rangliste der Testkilometer auf Rang zwei. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Früher hatten Pannen im Testwinter Tradition. "Diesmal sind wir praktisch ohne Probleme durch den Winter gekommen", freut sich Teamchef Christian Horner. "Wir sind noch nie so gut vorbereitet in eine neue Saison gestartet." Die Zahlen beweisen es: Platz zwei mit 6.125 Kilometern. Zuletzt in Barcelona gab es lediglich ein Problem mit dem Unterboden zu beklagen. Offenbar wurde ein Ermüdungsbruch festgestellt.

Sauber knapp vor Mercedes

Sauber hat sich trotz Ärger mit KERS, einem Hydraulikleck und einer defekten Antriebswelle im Schlussspurt noch mit 5.914 zu 5.778 Kilometern an Mercedes vorbeigeschoben. Die meisten Sorgen macht den Schweizern der Hybridantrieb. In seinem Umfeld traten die meisten Defekte in der Testphase auf.

Mercedes beklagte seine längsten Standzeiten bei den Testfahrten in Valencia und Jerez. Danach hatte man KERS, die Hydraulik, den verstellbaren Heckflügel und den Temperaturanstieg unter der Verkleidung im Griff. Größter Aufreger der letzten Testwoche war der Verlust der Heckverkleidung bei voller Fahrt. Es passierte Nico Rosberg am ersten Tag. Der Fehler trat später nicht mehr auf.

Williams mit Technik-Ärger

Unter den Teams, die mit dem neuen Auto an allen vier Testterminen teilgenommen haben, liegt Williams an letzter Stelle. KERS-Ärger, zwei Motorwechsel und ein Getriebeschaden haben den Rennstall aus Grove viel Fahrzeit gekostet.

Auch Renault musste wegen KERS-Alarm immer wieder pausieren. Beim letzten Test in Barcelona geriet das Testprogramm wegen zwei Fahrerwechseln zur Mittagspause durcheinander. Red Bull hatte diese Erfahrung beim ersten Test in Valencia gemacht, als sich einmal Sebastian Vettel und Mark Webber das Auto teilen mussten. Der RB7 stand drei Stunden in der Garage, bis das Cockpit für den langen Webber umgebaut war.

Lotus holt am Ende auf

Das Team mit den meisten Defekten holte in Barcelona mit drei nahezu programmgemäßen Tagen auf. Der Lotus T128 hat seine Kinderkrankheiten so gut wie abgelegt. Das Aufatmen nach Heikki Kovalainens Tagespensum von 138 Runden am Freitag war deutlich zu hören. "Wir sind über das Gröbste hinweg", glaubt Technikchef Mike Gascoyne. Belohnung: Am letzten Tag überholte Lotus noch Virgin und McLaren und steht mit 3.720 Kilometern auf Platz 9.

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