Der neue Testwahnsinn

Foto: ferrari

Keine Spur von Kostensenkung. Die Formel 1 testet, bis der Arzt kommt. Allein in den drei Wochen Pause vom Bahrain-GP bis zum Heimspiel in Imola bricht Ferrari alle Rekorde.

Ferrari ist ohnehin für das Braten von Extrawürsten berühmt, und in schweren Zeiten beweist Teamchef Jean Todt wieder einmal, dass ihm jedes Mittel recht ist, um Erfolg zu haben. Mag sein, dass er sich mit FIA-Chef Max Mosley trifft, um über Kostensenkung in der Zukunft zu diskutieren, doch zur Zeit gibt das Weltmeister-Team das Geld mit vollen Händen aus, um wieder den Anschluss an die Spitze zu schaffen.

Allein in den zwei Wochen nach dem GP Bahrain spulten Testfahrer Luca Badoer, und die Stammpiloten Michael Schumacher und Rubens Barrichello knapp 7.500 Testkilometer ab, davon knapp 4.200 Kilometer mit dem neuen F2005. Die restliche Strecke legte Badoer mit dem F2004 M zurück, der ausschließlich für Reifentests verwendet wird.

Selbst in der Woche vor dem Heimrennen in Imola (24.4.) rücken die Roten noch einmal aus. Wo andere Teams gemäß einer freiwilligen Selbstbeschränkung allenfalls letzte Funktionstests über 50 Kilometer durchführen, ging Ferrari nach Monza, um einen dreitägigen Reifentest für den Italien-GP im September fahren.

Das bisher immer respektierte Abkommen, in der Woche vor einem Rennen nicht mehr zu testen, hat Ferrari schon vor Melbourne gebrochen. Der Rückstand zu Renault hat das Team so überrascht, dass nun ohne Rücksicht auf Verluste getestet wird, um schneller und zuverlässiger zu werden. In den vergangenen zwei Wochen trat nicht ein größeres Problem am F2005 auf. Die Getriebemalaisen von Bahrain sind offenbar Geschichte.

Zu Jahresbeginn verabredeten die anderen neuen Teams, dass sie sich aus Kostengründen nur noch 30 Testtage während der Saison genehmigen wollen. Tatsächlich geizen selbst die Top-Teams mit Tests. Renault ist mit elf Tagen Spitzenreiter, McLaren fuhr zehn Tage, Williams neun. Bei Toyota kam man sogar mit sieben Tagen aus. Ferrari hat ein halbes Jahr vor Saisonende schon 31 Tage auf dem Buckel.

Die Teskilometer der Top-Teams nach dem GP Bahrain:

1. Ferrari: 7.480 Kilometer
2. BAR-Honda: 5.975 Kilometer
3. Renault: 5.156 Kilometer
4. McLaren-Merdedes: 4.821 Kilometer
5. Toyota: 4.078 Kilometer

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