Der verrückte Zeitplan von Singapur

Foto: Singapur GP

Das erste Nachtrennen der Formel 1-Geschichte stellt die Teams vor ganz neue Herausforderungen. Wie BMW-Teammanager Beat Zehnder erklärt, ist dabei weniger die Dunkelheit das große Problem, sondern die ungewohnten Arbeitszeiten.

Der Ernstfall beginnt am Donnerstag (25.9.). Drei Tage vor dem ersten Nachtrennen der Formel 1-Geschichte in Singapur müssen die Teams die Uhren um sechs Stunden vorstellen. "Ab dem Donnerstag werden wir unseren Arbeitsrhythmus der Europäischen Zeit anpassen", erklärt BMW-Teammanager Beat Zehnder. Da Singapur sechs Stunden voraus ist, wird der gesamte Tagesablauf einfach nach hinten geschoben.

Grand Prix für Langschläfer

Das heißt: Frühstück gibt es am Mittag, Mittagessen am Abend und das Abendessen um Mitternacht. "Wir gehen davon aus, dass die Mechaniker bis drei oder vier Uhr morgens arbeiten müssen", erzählt Zehnder. "Deshalb ist das Hotelpersonal instruiert, die Leute nicht vor Mittag zu wecken. Es wurden auch Vorkehrungen getroffen, dass man bis 13.30 Uhr im Hotel frühstücken kann."

Auch die Fahrer müssen sich an verschobene Arbeitszeiten gewöhnen. Sämtliche Trainingssitzungen sind um acht bis neun Stunden verschoben. Am Freitag und Samstag geht es um jeweils 19.00 Uhr Ortszeit los. Es werden die beiden einzigen Gelegenheiten sein, an denen die Fahrer die 5,067 Kilometer lange Strecke bei Tageslicht sehen. "Diese zwei Trainingssitzungen finden in der Dämmerung statt. Richtig dunkel wird es in Singapur erst um 20 Uhr", sagt Zehnder.

Die zweite Sitzung am Freitag beginnt um 21 Uhr und hört erst um 23.30 Uhr auf. Eine halbe Stunde später, um Mitternacht, findet die Fahrerbesprechung mit Rennleiter Charlie Whiting statt. Danach müssen die Piloten zu ihren Ingenieuren ins Briefing. "Sie werden auch nicht vor zwei, halb drei Uhr morgens ins Hotel kommen", schätzt Zehnder.

Qualifying erst um 22.00 Uhr

Richtig spät wird es in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Weil die Qualifikation am Samstagabend erst um 22.00 Uhr beginnt, hat BMW die letzten technische Besprechung mit den Fahrern um zwei Uhr morgens am Sonntag angesetzt. "Wir können nichts auf den nächsten Tag verschieben", erklärt Zehnder. "In der Nacht vom Freitag auf Samstag zum Beispiel muss die Getriebeübersetzung festgelegt werden. Da kann keiner vorzeitig ins Hotel gehen."

Auch die Parc fermé-Zeiten ändern sich. Die Autos kommen am Sonntagmorgen um 0.30 Uhr unter Verschluss und werden um 14.30 Uhr wieder an die Teams zurückgegeben. Rennstart ist um 20 Uhr Ortszeit, was in Europa 14 Uhr bedeutet.

Kein spezielles Training

Trotz der Premiere bei Nacht haben sich die Teams nicht extra vorbereitet. "Bei uns", so Zehnder, "gab es in der Fabrik eine längere Besprechung, aber kein extra Training." Viele Dinge wird man erst vor Ort kennenlernen. Zum Beispiel, wie die Asphaltbeschaffenheit ist. Oder wie weit der Streckenbelag abkühlt, wenn die Sonneneinstrahlung fehlt. Die Außentemperaturen fallen in Singapur auch nachts kaum unter 28 Grad. Oder wie die Sicht bei Regen ist. "Die Frage, ob es bei Regen Lichtreflexionen von der nassen Fahrbahn geben wird, ist noch offen", bestätigt BMW-Teamchef Mario Theissen.

Eines haben die Ingenieure bereits ausgerechnet. Die Durchschnittsgeschwindigkeit in den 23 Kurven wird rund 175 km/h betragen. Der Kurs von Singapur ist damit der zweitlangsamste nach Monte Carlo. Das längste Geradeausstück auf dem Raffles Boulevard misst 700 Meter. Mercedes-Sportchef Norbert Haug schätzt: "Da werden wir Geschwindigkeiten von knapp 300 km/h erreichen."

Zeitplan Singapur (Ortszeit: MESZ +6):

Freitag, 26. September 2008

19.00 Uhr - 20.30 Uhr: Erstes Freies Training
21.30 Uhr - 23.00 Uhr: Zweites Freies Training

Samstag 27. September 2008

19.30 Uhr - 20.00 Uhr: Drittes Freies Training
22.00 Uhr - 23.00 Uhr: Qualifying

Sonntag 28. September 2008

18.30 Uhr: F1 Fahrerparade
18.45 Uhr: Startaufstellung
19.46 Uhr: Nationalhymne
20.00 Uhr: Start Singapur Grand Prix

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