Deshalb ging bei Sauber der Knoten auf

Anschluss ans Mittelfeld dank Reifen-Trick

Marcus Ericsson - Pascal Wehrlein - Sauber - GP Brasilien 2017 Foto: xpb 48 Bilder

Sauber war das Schlusslicht der Formel 1-Saison. Eine Zeitlang betrug der Abstand zum Feld eine Sekunde. Doch in den letzten fünf Rennen konnte Sauber aufschließen. Der Grund war besseres Reifenmanagement. Beim GP Japan machte es Klick. Der Zufall half ein bisschen mit.

Es war das Jahr eins nach der Rettung von Sauber. Eine Saison, in der die neuen schwedischen Besitzer den Schweizer Rennstall konsolidieren mussten. Es gab mit Jörg Zander einen neuen Technikchef, mit Frédéric Vasseur einen neuen Teamchef, die Auflösung der Absichtserklärung mit Honda, einen neuen Ferrari-Vertrag und ganz am Ende noch Alfa Romeo als neuen Hauptsponsor obendrauf. Für die Entwicklung des C36 mit dem 2016er Ferrari V6-Turbo blieb Sauber nur fünf Monate Zeit. Also nicht mal die Hälfte dessen, was die Konkurrenz für den Beginn einer neuen Technik-Ära zur Verfügung hatte.

So war es keine allzu große Überraschung, dass sich Sauber mit seiner Notlösung am Ende des Feldes wiederfand. Zuerst pendelte sich der Rückstand zum Vorletzten bei einer halben Sekunde ein. Später stieg er auf eine Sekunde an. Die Ingenieure mussten auf mehreren Baustellen aufräumen. Die Aerodynamik war zu kritisch, das Auto zu schwer, der alte Ferrari-Motor zu schwach und die Kühlung unterdimensioniert. Und immer wieder ein Thema: Die Reifen wollten nicht in das Fenster kommen, in dem sie optimalen Grip entwickeln. Immerhin ließ sich auf den Rennstrecken erkennen, die aufgrund ihres Layouts die Reifen fordern, dass der Rückstand schrumpfte. So schlecht konnte der C36 also nicht sein.

Ab dem GP Japan ging es bergauf

Mit der verbesserten Kühlung zu Saisonmitte konnte Sauber dem alten Ferrari-Motor wenigstens wieder die Nennleistung abverlangen. Mit dem zweiten Upgrade zum GP Belgien kam Stabilität in die Aerodynamik. Trotzdem fuhren Pascal Wehrlein und Marcus Ericsson ihr eigenes Rennen am Ende des Feldes. Man hätte die Saison 2017 abhaken können, doch Vasseur war es wichtig, in den letzten Rennen des Jahres den Anschluss an das Feld zu finden. „Es ist für die Fahrer und die gesamte Mannschaft motivierender, wenn sie sehen, dass wir wieder mit anderen kämpfen können.“

Marcus Ericsson - Sauber - GP Brasilien 2017 Foto: xpb
Das Auto von Marcus Ericsson war erst in den letzten Rennen am Gewichtslimit von 728 kg.

Ab dem GP Japan war das der Fall. Sauber war sogar in der Lage, vom Tabellenende wegzukommen. Mal schlug man die HaasF1, mal die Toro Rosso und hin und wieder auch Lance Stroll im Williams. Äußerlich war den blauen Autos nicht anzusehen, warum die Formkurve ab Suzuka nach oben zeigte. Nach dem GP Singapur kamen keine Neuentwicklungen mehr ans Auto. Nur leichtere Teile bekannter Spezifikationen. Vasseur nennt drei Gründe für den Aufschwung: „Wir haben Gewicht abgespeckt, was speziell für Ericsson eine große Hilfe war. Er ist in den letzten Rennen am Gewichtslimit gefahren. Wir haben unsere Abläufe an der Strecke verbessert und beim Reifenmanagement dazugelernt.“

20 neue Aerodynamiker für Sauber

Was genau in den Prozeduren an der Strecke besser läuft, wollte Vasseur nicht verraten. Entscheidender Grund für die schnelleren Rundenzeiten war aber, dass Sauber die Reifen in den letzten fünf Rennen zuverlässig in ihr Arbeitsfenster brachte. Und das kann bis zu einer Sekunde ausmachen. Bei der Suche nach dem Verständnis für die heiklen Pirelli-Sohlen kam den Schweizern auch der Zufall zu Hilfe. Auslöser war eine VSC-Phase in einer der freien Trainingssitzungen zum GP Japan. Normalerweise war das befohlene Langsamfahren für Sauber das Todesurteil. Danach kamen die Reifen nie mehr auf Temperatur.

Doch nach diesem VSC-Intermezzo war es plötzlich anders. Ericsson zündete die Reifen sofort wieder an. Und da fiel der Groschen. Der Schwede und das Team hatten diesmal beim Aufwärmprozess und der Behandlung der Reifen etwas Fundamental anders gemacht als vorher. „Die Erkenntnis daraus lieferte uns den Ansatz dazu, wie wir und der Fahrer die Reifen präparieren müssen, um das Fenster zu treffen“, heißt es aus dem Team.

Auch diesmal ist Sauber mit dem neuen Auto spät dran. Die Trennung von Honda und die Fortsetzung des Ferrari-Deals stand erst am 28. Juni fest. Ab da bekam Sauber die Maße und den Kühlbedarf für den 2018er Motor aus Maranello. Trotzdem ist die Ausgangsposition diesmal besser. Weil das Reglement mit kleinen Ausnahmen gleich bleibt. Man kann auf den Erfahrungen von 2017 aufbauen. Sauber ist außerdem gerade dabei, sein Technikbüro aufzustocken. Bis zu 20 neue Aerodynamiker sollen bis Februar in Hinwil ihre Arbeit aufnehmen. „Der erste Neuzugang hat am 1.November bei uns angefangen. Die anderen kommen jetzt Schritt für Schritt. In vielen Fällen werden wir erst in der zweiten Saisonhälfte 2018 davon profitieren“, warnt Vasseur. Das Ziel für die kommende Saison ist klar abgesteckt. Sauber will sich in dem großen Mittelfeld, das schon bei Platz 4 beginnt, festbeißen.

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