Die F1-Sorgenkinder

BAR-Honda

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Die Kombination BAR und Honda zeigt sich zur Zeit alles andere als siegfähig. Die markigen Sprüche und Kampfansagen von Jenson Button sind verstummt. Es fehlt an Motorleistung und Abtrieb. Der erste GP-Sieg des Teams rückt in weite Ferne.

Wie bei den anderen Sorgenkindern Williams und Toyota krankt der BAR007 an fehlendem Anpressdruck. Aufgrund der neuen Regeln, die eine stark beschnittene Aerodynamik fordern, leiden alle Autos an einem deutlichen Abtriebsverlust. BAR-Teamchef Nick Fry musste beim Blick auf die Stoppuhren feststellen, dass andere Rennställe das Problem deutlich besser kompensiert haben.

Zwar waren Jenson Button und Takuma Sato mit der Balance des Autos ganz zufrieden, doch konnten sie bei den Winter-Tests im Gegensatz zum Vorjahr keine Glanzlichter setzen. Schlagzeilen machte BAR nur, als Sato gleich zwei schwere Abflüge in einer verkraften musste. Kurz danach warf auch Button ein Chassis in die Planken. Durch die Unfallschäden wurde der Testbetrieb lahmgelegt. Erst mussten neue Teile gefertigt und geliefert werden.

Zusätzlich bastelten die Ingenieure dem Agenten 007 an allen Ecken und Enden neue Flügelchen, um das Abtriebsproblem zu kaschieren. Während die weißen Renner nun halbwegs ordentlich durch die Kurven eilten, sanken durch die neuen Leitwerke die Topspeed-Werte.

Zu hoch gepokert

Die Verunsicherung durch die mäßigen Rundenzeiten ging soweit, dass Technik-Chef Geoff Willis extra das eingemottete Interims-Auto (alte Aerodynamik, neue Motor-Getriebeeinheit) zu Vergleichen mit dem neuen 007 zum Test orderte.

Die Aerodynamik und der erhöhte Reifenverschleiß sind nur ein Problem des neuen Autos. Die zweite Baustelle ist der Motor. Während andere Top-Hersteller wie BMW und Toyota auf bekannte Größen wie modifizierte Vorjahres-Aggregate zurückgreifen, um die neuerdings auf zwei Rennwochenenden erhöhte Lebensdauer zu erreichen, hat Honda gepokert und vorerst verloren.

Die Japaner schicken einen komplett neuen Zehnzylinder ins Rennen, noch kompakter und leichter als sein Vorgänger. Das Ziel hieß: Die gleiche Leistung wie 2004 trotz verdoppelter Lebensdauer. Die Folge sind ein halbes Dutzend geplatzter Motoren. BAR hat bei den Tests noch keine komplette Renndistanz zustande gebracht. Nun gehen Button und Sato mit reduzierter Drehzahl in das erste Saisonrennen.

Button auf dem Sprung

Bei Williams verfolgt man die mühsamen Gehversuche des neuen BAR007 mit wachsamem Blick. Wenn BAR nach 14 von 19 Rennen nicht mindestens 75 Prozent der Punktzahl des Tabellenführers eingefahren hat, erlaubt eine Klausel den Wechsel von Jenson Button zu Williams Anfang 2006. Williams-BMW ist zu Saisonbeginn selbst in Schwierigkeiten. Doch die englisch-bayerische Allianz wird auch wegen Button alles daran setzen, BAR möglichst viele Punkte zu stehlen.

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