Die F1-Sorgenkinder

Toyota

Foto: Wolfgang Wilhelm 7 Bilder

Auf dem Weg an die Spitze hat sich Toyota erst einmal festgefahren. Das Design des neuen TF105 ist zu konventionell, die Testergebnisse wenig ermutigend. Ralf Schumacher steht eine schwere Saison bevor, dennoch gibt sich der Deutsche optimistisch.

Eigentlich gilt im Rennsport für Neueinsteiger das dritte Jahr als das kritische. Bei Toyota scheint nach der schwachen dritten Saison nun das vierte Formel 1-Jahr erst recht ins Wasser zu fallen. Mit dem Einkauf von Ralf Schumacher und Jarno Trulli gibt es auf der Fahrerseite keine Ausreden mehr. Der Motor gilt als einer der besten im Feld. Warum also sind die Testergebnisse von Toyota so schlecht?

Das Problem liegt wie bei anderen schwächelnden Teams in der Aerodynamik. Der Toyota generiert nicht genug Abtrieb. Das sorgt nicht nur für schwache Zeiten, sondern auch für einen hohen Reifenverschleiß. Intern hing vor einigen Wochen der Haussegen schief, weil Trulli von italienischen Medien zitiert wurde, der Toyota TF105 sei das zweitschlechteste Auto, dass er je gefahren sei (Nur ein Jordan soll noch mieser gewesen sein).

Konstruktion im Vakuum

Die Entwicklung des neuen Autos verlief unglücklich. Der frühere Sauber-Ingenieur René Hilhorst blieb den Beweis schuldig, dass er große Taten vollbringen kann, er wurde Mitte der Saison abgesetzt. Der über Arrows und Jordan zu Toyota gestoßene neue Aerodynamik-Chef Nicolo Petrucci hat am TF105 in der frühen Konstruktionsphase nicht mitgewirkt. In diesem Vakuum entstand das Auto, das den Eindruck erweckt, sein Erbauer habe vor allem darauf geachtet, keinen gravierenden Fehler zu machen.

Während die anderen Teams mit mehr oder weniger extremen Lösungen an der Gewinnung zusätzlichen Abtriebs arbeiten, ließ Toyota zunächst ein ziemlich konventionelles Auto auf die Testpisten los. Die Zeiten waren bescheiden. Lediglich mit dem aerodynamisch weniger beschnittenen 2004er Auto konnte man zuweilen glänzen.

Ralf Schumacher: "Besser als sein Ruf"

Als erste Sofortmaßnahme erhielt der TF105 nun auch einen in der Mitte gebogenen Flügel, wie ihn fast alle anderen Teams verwenden. Damit fehlen dem rot-weißen Renner aber immer noch zweieinhalb Sekunden auf die Spitze. Ein neues Aerodynamik-Paket kommt erst in Malaysia, ein weiteres soll beim vierten Rennen in Imola zum Einsatz kommen.

Trotz der schwachen Vorstellung bei der Saison-Vorbereitung mag sich Ralf Schumacher nicht pessimistisch sein: "Das Auto ist besser als sein Ruf. Ich denke, dass wir spätestens zur Saisonmitte mit BAR und Williams in einer Liga fahren." Die Frage ist, ob dieses Ziel so erstrebenswert ist, denn auch diese beiden Teams sind alles andere als gut präpariert. So hofft Toyota ebenso wie die restlichen langsamen Teams auf den Faktor Zuverlässigkeit. "Ich habe bei Testfahrten viele rote Flaggen gesehen, Wir waren meist nicht dafür verantwortlich," sagt Ralf Schumacher.

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