Die F1-Sorgenkinder

Williams-BMW

Foto: Wolfgang Wilhelm 11 Bilder

Auch im fünften Jahr der Ehe Williams und BMW beginnt die Saison äußerst harzig. Der FW 27 ist deutlich zu langsam. Die Teamleitung rechnet sich zu Saisonbeginn wenig aus.

Während andere Teams vor dem ersten Rennen noch markige Sprüche klopfen, sind die Erwartungen bei Williams nicht allzu hoch. Frank Williams gibt zu, dass er beim Saisonauftakt in Melbourne nicht mit einem Sieg rechnet. "Es ist keine Katastrophe, aber wir sind alles andere als glücklich."

Der Grund liegt in der Aerodynamik des FW27. Dem Auto fehlt es an Abtrieb. Das Auto präsentiert sich zwar mit einem extrem schmalen und flachen Heck, aber dennoch fehlt es gerade in der Heckpartie an Anpressdruck. Die Fahrer klagen über ein schwer kontrollierbares Heck. In langsamen Kurven fehlt es an Traktion. Das ständige Rutschen frisst die Hinterreifen. Die Traktionskontrolle muss viel häufiger eingreifen als bei den Top-Autos von Renault und McLaren.

Patrick Head: "In die Irre geführt"

Als Ursache für die schwachen Testresultate hat Mitbesitzer Patrick Head den Windkanal ausgemacht: "Der Wechsel von einem Windkanal zum anderen hat uns ein wenig irregeleitet." Schon wachsen dem FW 27 an allen Ecken neue Flügelchen. In der laufenden Woche testet Mark Webber die Modifikationen in Valencia - mit wenig Optimismus. "Melbourne kommt zu früh", klagt der Australier.

Nun wird hektisch nachgebessert. Erst in Melbourne kommt ein neues Aerodynamik-Paket zum Einsatz - notgedrungen ungetestet. "Wir müssen durch unsere Zuverlässigkeit punkten", sagt Nick Heidfeld. Der Deutsche klingt wie Fußballtrainer, die eine mittelmäßige Mannschaft "über den Kampf ins Spiel" bringen wollen. Pro Runde fehlen Williams bis zu sieben Zehntel auf die Top-Teams.

Schwacher Start hat Tradition

Aerodynamisch kam in den letzten Jahren von Williams nur noch Mittelmaß. Die hochgelobte, von Ferrari abgeworbene Antonia Terzi musste im vergangenen Herbst ihren Hut nehmen. Der für den FW27 seit März 2004 verantwortliche Franzose Loic Bigois ist bisher auch nicht durch Genie-Streiche aufgefallen.

Bei BMW in München wacht man mit Argusaugen darüber, was im Kohlefaserofen in Grove zusammengebacken wird. Mittlerweile hat ein schwacher Saisonstart bei Williams schon Tradition. 2003 brauchte das Team bis Ende Mai, um konkurrenzfähig zu sein. 2004 dauerte die Selbstfindungsphase gar bis zum vorletzten Rennen.

Abgesehen von den aerodynamischen Schwächen wird neuerdings sogar über den sonst über alle Zweifel erhabenen BMW-Motor gemeckert: "Da haben wir eine Menge Arbeit vor uns", sagt Testfahrer Antonio Pizzonia. Optimisitsch blickt allein Nick Heidfeld in die kommende Saison: "Wohl kaum jemand hat in einem der neuen Autos so viele Kilomete r abgespult wie ich", sagt der Mann aus Rheydt. Außerdem spekuliert der für seine materialschonende Heidfeld auf fahrerische Vorteile: "Ich habe das Glück, dass mein Fahrstil schon zu den neuen Regeln passt. Andere werden sich umstellen müssen."

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