Die Geheimnisse von Renault

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Ein Team von Namenlosen führt die Formel 1-WM 2005 an. Das Geheimnis des Erfolges von Renault liegt vor allem in der Effizienz.

Fragt man die Beteiligten eines erfolgreichen Formel 1-Teams nach ihrem Erfolgsgeheimnis beten die meisten stereotyp herunter, dass Erfolg einfach nur die Folge harter Arbeit sei. Doch es gibt Rennställe, die arbeiten mehr als Renault. Dennoch sind die Gelbblauen ihnen 2005 um einiges voraus.

"In der WM sind wir Erster, im Geldausgeben nur Sechster", sagt Teamchef Flavio Briatore stolz. Der Mann, den einst die Brüder Benetton zum Formel 1-Manager machten, ist eine Schlüsselfigur des aktuellen Erfolges bei Renault. Wie kaum ein anderer lenkt Briatore das Augenmerk der Ingenieure auf das Wesentliche.

Willy Rampf: "Auto aus einem Guss"

Als die Motorenabteilung 2001 mit einem extrem flachen Motor die Konkurrenz überlisten wollte, trat Briatore auf die Bremse: "Wir sind ein Rennteam, kein Experimentierlabor." Statt den Motor neu zu erfinden, konzentrierte man sich fortan um das Abstellen von Schwächen.

Gleiches gilt für die Aerodynamik. Nach den Regeländerungen im vergangenen Winter unterwarf die Technikabteilung alle Ideen bei der Konstruktion des Autos dem Thema Reifenschonung. "Das Auto wirkt wie aus einem Guss" lobt Sauber-Technik-Chef Willy Rampf.

Briatore: "Team ohne Stars"

Dabei sitzen im Konstruktionsbüro keineswegs die vermeintlich großen Genies und gekrönten Häupter. Motorenchef Rob White erkennt im Fahrerlager kaum jemand, das gleiche gilt für Chassis-Chef Bob Bell. "Wir sind ein Team ohne Stars" sagt Briatore. Ein weiterer Vorteil: Wo keine Stars arbeiten, müssen auch keine Star-Gehälter gezahlt werden.

Briatore muss mit Geld und menschlichen Ressourcen haushalten. Das Motorenbudget von 110 Millionen Dollar ist gerade halb so groß wie bei anderen Top-Teams. Die 90 Millionen für die Chassisentwicklung decken Sponsoren ab. Wie Ferrari zwei Projekte gleichzeitig abzuwickeln, kommt mangels Mannschaft bei Renault nicht in Frage. Stattdessen arbeiten zwei Konstruktionsteams an komplett unterschiedlichen Autos. Eine Mannschaft hat den aktuellen R25 entwickelt, ein zweites Team beschäftigt sich jetzt schon mit dem Nachfolger R26 für 2006. So bleibt den verantwortlichen Ingenieuren genug Zeit.

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